Radverkehrsplanung

Zwei Jahre Stillstand bei Radschnellweg-Planung in Duisburg

Zwischen der Stadtgrenze von Duisburg und Mülheim und der Eisenbahnbrücke in Hochfeld verläuft die RS1-Trasse über 6,1 Kilometer auf Duisburger Stadtgebiet.

Zwischen der Stadtgrenze von Duisburg und Mülheim und der Eisenbahnbrücke in Hochfeld verläuft die RS1-Trasse über 6,1 Kilometer auf Duisburger Stadtgebiet.

Foto: Miriam Fischer / funkegrafik nrw

Duisburg.  Seit mehr als zwei Jahren kommt der Bau des Radschnellwegs in Duisburg nichts voran. Warum es nun Fortschritte bei der RS1-Planung geben soll.

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Die Planung für den Bau des Radschnellweges RS1 auf Duisburger Stadtgebiet kommt seit mehr als zwei Jahren nicht voran. Die Arbeiten für den ersten Abschnitt von der Mülheimer Stadtgrenze bis zur Koloniestraße werden vor 2022 kaum beginnen. Das hat der Leiter der Duisburger Straßenbaubehörde, Axel Brenner, nun vor dem Beirat der Unteren Naturschutzbehörde gesagt. Ein Termin für den Weiterbau bis zum Endpunkt des gut 100 Kilometer langen RS1 an der Hochfelder Eisenbrücke steht noch in den Sternen.

Bei den Pleiten, Pech und Pannen, von denen die Planung für das Prestigeprojekt des Ruhrgebiets für den Radverkehr begleitet wird, macht Duisburg keine Ausnahme: Die einen wollen nicht, die anderen können nicht – das ist die Kurzformel, auf die sich die Gründe für jahrelange Verzögerungen reduzieren lassen.

Immerhin gibt’s Hoffnung. „Die Ausschreibungsunterlagen für die Planungsleistungen sind fertig“, so Brenner. Planung, Auftragsvergabe und Projektsteuerung soll die NRW.Urban Kommunale Entwicklung GmbH übernehmen.

Personal und Kompetenz für Planung fehlen

Ein Blick zurück: Nach langem Gezerre um die Verantwortung für die Unterhaltung wurde per Änderung des Straßen- und Wegegesetzes NRW der RS1 in den Rang einer Landesstraße erhoben, Planungs- und Baulastträger wurde der Landesbetrieb Straßen NRW.

Doch dieser fühlt sich vor allem für den Autobahnbau zuständig, außerdem fehlte dort Personal für die Planung. Also vereinbarte er mit der Stadt, dass diese gegen Rechnung die Planung übernehmen sollte. Man habe sich nach langem Zögern darauf eingelassen, um überhaupt voranzukommen, so Brenner. Sein Fazit nach mehr als zwei Jahren ist ernüchternd: „Es ist nicht viel passiert.“ Der Grund: Auch im städtischen Planungsamt fehlte es an Personal und Kompetenz für die komplizierte Planung.

Fortschritte soll es nun mit der erst vor einem Jahr gegründeten NRW.Urban-Tochter geben. Bei der Landesgesellschaft ist Duisburg Mitglied, deshalb kann die Auftragsvergabe ohne eine europaweite Ausschreibung erfolgen, die ansonsten weitere Zeit gekostet hätte.

Wenigstens auf dem ersten Abschnitt bis zur Koloniestraße soll es Fortschritte geben. Da muss zwar die genaue Führung von Fuß- und Radweg im Nachtigallental geklärt werden, müssen Lösungen für das Nadelöhr an der Brücke Lotharstraße und den zu schmalen Bahndamm bis zur Brücke Koloniestraße gefunden werden, doch die seien absehbar, sagt Axel Brenner: „Die Vermessungsarbeiten für den exakten Trassenverlauf laufen gerade.“

Gleisdreieck ist Nadelöhr für den Radweg

Danach gibt’s buchstäblich Hindernisse am laufenden Meter: Hinter der Straußsiedlung muss der Radweg das Gleis-Dreieck unterqueren – dazu muss ein acht Meter langer Tunnel gebaut werden. Federführend beim notwendigen Verfahren nach Eisenbahnkreuzungsgesetz ist das Eisenbahnbundesamt – nicht bekannt für Bearbeitung im Schnellzug-Tempo.

Während der Erwerb von Bahnflächen für den Trassenverlauf entlang des Friedhofs als unkritisch gilt, macht den Planern der Abschnitt Kalkweg/Sternbuschweg erhebliches Kopfzerbrechen. Mehrere Gleise und die A59 überqueren dort den Sternbuschweg, bei den Bahnbrücken stehen eventuell noch Anpassungen für den RRX-Verkehr an. „Da kommt vieles zusammen, es ist extrem schwierig“, sagt Axel Brenner. Bloß gut, dass alle Beteiligten frühzeitig auf ein Planfeststellungsverfahren für die RS1-Trasse verzichteten. „Danach wären wir alle zehn Jahre älter.“

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