25. Rock im Saal

25 Jahre Rock im Saal: Stephan Brömling blickt zurück

Stephan Brömling (mittig) im Kreise einiger Helfer (v.l.): Jana, Marco mit Lars Kersten, Michael Neerfries, Moritz Otten, Guido Postulart und  Veit Heyer.

Stephan Brömling (mittig) im Kreise einiger Helfer (v.l.): Jana, Marco mit Lars Kersten, Michael Neerfries, Moritz Otten, Guido Postulart und Veit Heyer.

Foto: Flint

Haldern.   Samstag steigt das Rock im Saal im Gasthof Tepferdt in Haldern. Im Interview spricht Stephan Brömling darüber, was sich in 25 Jahren getan hat.

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25-jähriges Jubiläum feiert das Rock im Saal am Samstag, 26. Januar, im Gasthof Tepferdt. Die NRZ präsentiert erneut das Event, bei dem diesmal The Cool Quest, HMTLD, Thirsty Eyes und Brett auftreten. Stephan Brömling, zweiter Vorsitzender des Vereins Saal Rock, der sich die Kulturförderung auf die Fahne geschrieben hat, spricht über die Entwicklung.

Zum 25. Mal geht in diesem Jahr das Rock im Saal über die Bühne: Was hat sich für dich emotional verändert?

Die Nervosität war um einiges höher. Zum ersten Mal so ein Konzert zu organisieren war Rock’n’Roll, weil wir 15, 16 Jahre alt waren! Das Unbekannte war um einiges größer. Wir hatten mit mehr Problemlagen zu kämpfen. Wie etwa zusammenbrechende Stromleitungen. Im Jugendheim, wo das Festival einst startete, haben wir zwei Rohrbrüche gehabt. Du wirst im Laufe der Zeit routinierter und gehst mit Künstlerbegehren anders um. Früher war es die pure Nervosität, heute ist es reine Vorfreude. Wir haben damals eine Woche lang aufgebaut. Heute läuft das alles professioneller und zügiger ab. Der Spaß steht weiterhin im Vordergrund.

Welche Bands und Künstler haben euch hinter der Bühne den größten Spaß bereitet?

Das ist schwierig zu beantworten. Alle unsere Gäste hatten was. Die meisten unserer Helfer waren in jüngster Zeit von Vom Ritchie begeistert, der Schlagzeuger der Toten Hosen, der bei Buster Shuffle mitgespielt hat. Wir haben ohnehin keine Berührungsängste. Bei uns ist ein Künstler ein Mensch wie du und ich. Das merken die Künstler auch. Vom Ritchie hat sich bei den Hands, den Helfern hinter der Bühne, sehr dankbar gezeigt und hat sehr viel Spaß verbreitet und war auch für Blödsinn zu haben.

Kraftklub waren auch super. Sie hatten einen Tag vorher ihre Album-Veröffentlichung. Die waren fix und fertig, hatten kaum geschlafen, sind quasi direkt nach der Veröffentlichung in den Bus nach Haldern gestiegen und haben nur Sprüche kassiert.

Wir hatten die Kilians zweimal hier. Im ersten Jahr hatte ein Bandmitglied hier etwas über die strenge geschlagen. Ein Jahr später war genau dieses Bandmitglied der Fahrer. Er wurde von seinem Bandmitgliedern ein Stück weit wegen des Vorjahres aufgezogen. Worauf unsere Leute aufgrund der freundschaftlichen Zusammenarbeit natürlich eingestiegen sind.

Da war mal ein Tourmanager, der hat im Laufe des Abends das halbe Dorf kennengelernt und wurde mit der niederrheinischen Tradition des Eierbratens in der Nacht vertraut gemacht. Es gibt 10.000 verschiedene Geschichten.

Auch im Bezug auf Festivalgäste?

Da gibt es auch viele Sachen im Laufe der Jahre. Einmal, als wir morgens schon mit dem Abbau fast fertig waren, ging gegen 6 Uhr plötzlich die Toilettentür auf. Da kam ein älterer Halderner heraus. Er war auf der Toilette eingeschlafen und wunderte sich, dass die Bude leer war.

Der Gasthof Tepferdt hat sich als Spielort etabliert – auch wenn die Akustik ihre Grenzen hat: Was macht den Charme an diesem Spielort aus?

Es ist ein Saal, in dem das ganze Dorfleben abgebildet wird. Angefangen mit der Hochzeit, Taufe, Kommunion, Beerdigung, Feuerwehr, Karneval und so weiter.

Wer Hugo Tepferdt kennengelernt hat, weiß, dass er seine Veranstaltungen von Anfang bis Ende immer gut durchgeplant hat. Da konnte man ihm nicht reinsprechen. Und dann kamen wir und sagten, wir wollen Bier in Bechern, nicht in Flaschen. Er meinte, das sei kompliziert und es ginge nicht. Wir meinten, doch es geht, geht ja beim Haldern Pop Festival auch. Er hat das alles mitgetragen und meinte nachher, dass alles gut organisiert gewesen sei. Er hat sich danach auf alles eingelassen, weil er wusste, die Jungs machen es vernünftig.

Wolfgang Huying hat das als Nachfolge genau so übernommen. Er hat unheimlich viel Spaß, weil er sieht, dass die ganzen Leute herkommen und Spaß haben.

In 25 Jahren haben sich die Rahmenbedingungen bestimmt sehr geändert. Was sind heutzutage die größten Herausforderungen, wenn man so ein Event wie Rock im Saal organisiert?

Nehmen wir Kula Shaker. Das war eine Band, die wir im Jugendheim während der Messdienerstunde rauf und runter gehört haben. Zehn Jahre später hatten wir die Chance, sie zum Rock im Saal zu holen. Ein Meilenstein für uns. Heute ist die Musikszene schnelllebiger geworden. Für kleines Geld kann man Dank der Youtubes und Spotifys sehr viel mehr Bands kennenlernen und entsprechend wird das Album einer Band heute nicht mehr so häufig durchgehört wie damals.

Die Festivalszene hat sich komplett gedreht. Einige ‘alte’ Festivals haben im Laufe der Zeit aufgehört. Die Gagen der Künstler sind explodiert. Wir haben mit Haldern Pop zum Glück immer noch die Mutter im Hintergrund, die uns durch ihre Kontakte bezahlbare Konzerte beschert, aber wenn man überlegt, wie viele Bands unser Vorsitzender Guido Postulart zusammen mit Stefan Reichmann von Haldern Pop im Laufe des Jahres kontaktiert, es ist unglaublich schwer geworden. Die aufsteigende Preisspirale können wir nicht mitgehen.

Vielen Dank für das Gespräch.

JETZT DIE KARTEN SICHERN

Der Zeitplan fürs Rock im Saal steht inzwischen auch fest. Einlass: 18.30 Uhr; 19 bis 19.35 Uhr: Brett; 19.50 bis 20.35 Uhr: Thirsty Eyes; 21.05 bis 22 Uhr: HMLTD; 22.40 bis 0: The Cool Quest. Im Anschluss steigt die Sause.


Die Karten kosten im Vorverkauf 22 Euro zuzüglich Gebühren. An der Abendkasse kosten sie 25 Euro. Erhältlich im Haldern Pop Shop und im Halderner Lädchen, beim Bürgerservice der Stadt Rees, im Avon Lädchen Millingen sowie beim First Reisebüro Drachter in Bocholt. Außerdem online unter http://rock-im-saal.de.

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