Ausstellung

Ausstellung in Emmerich zeigt Schulzeit vor dem Beamer

Besucher schauen sich Stücke aus der Ausstellung „Das war vor dem Beamer - Schulwandkarten und anderes aus unserer Schulzeit“ an.

Besucher schauen sich Stücke aus der Ausstellung „Das war vor dem Beamer - Schulwandkarten und anderes aus unserer Schulzeit“ an.

Foto: Thorsten Lindekamp / Funke Foto Services GmbH

Emmerich.  Im Emmericher Rheinmuseum erlebt die alte Schulzeit ein Comeback. In einer Ausstellung werden u.a. Schulbank und Lehrerpult gezeigt.

Else Zepter nimmt schon mal an einer Schulbank im Rheinmuseum Platz. Dieses Utensil aus einem Klassenzimmer hat bestimmt zig Jahrzehnte auf dem Buckel. Das ist die Bank, in der Geradesitzen mit Blick auf den Lehrer angesagt ist. Es erklingt die allseits bekannte Glocke, die stets am Martinikirchgang bei einer Ausstellungseröffnung geläutet wird. Und dann? Ja, dann hört man ein Geräusch.

Heftig haut Herbert Kleipaß mit dem Rohrstock aufs Lehrerpult. Schmunzelnd sagt er: „So viele Schüler hatte ich schon lange nicht mehr.“ Zugleich gibt Kleipaß mit Blick auf die eigens aus dem Keller der nahe gelegenen Rheinschule geholte ‚grüne‘ Tafel zu bedenken: „Der Rohrstock ist nur zum Zeigen auf der Tafel verwendet worden.“ Wie aus einem Munde heißt es beim Gedanken an die Prügel, die der ein oder andere für fehlenden Gehorsam, Fleiß, Ordnung, Sauberkeit oder gar mangelhafte Schönschrift einstecken musste: „Nicht nur dafür.“

Erinnerung an die Sütterlinschrift

Am Sonntagmorgen schlüpft Herbert Kleipaß in die Rolle des Lehrers und eröffnet die Ausstellung „Das war vor dem Beamer“. Die Idee dafür fand er vor einem Jahr im Niederrheinischen Museum in Kevelaer. Und just war für ihn klar: „Die hole ich nach Emmerich.“ Aber nicht nur das: „Den Titel der Ausstellung haben wir von Anfang an mit dem Untertitel ‚Schulwandkarten und anderes aus unserer Zeit‘ erweitert‘“, so der Museumsleiter.

Unter den Besuchern sind auch viele ehemalige Lehrer, wie etwa Hubert Meenen. Der pensionierte Rektor der Hüthumer St. Georg-Grundschule und Ehrenvorsitzende des Geschichtsvereins, der sich selbst noch gut daran erinnern kann, dass er im 4. Schuljahr in Sütterlinschrift an die Tafel schreiben musste, lacht: „Solch eine Eröffnung in den Sommerferien.“ Während heute neben Beamer, Whiteboard und Computer in den Klassen angesagt sind, werden beim Blick in die Ausstellung für viele Besucher Erinnerungen an die vergangene Schulzeit wach.

„Lateinisches Übungsbuch“ gehört dazu

Schautafel noch und nöcher, die im Unterricht eingesetzt wurden, gibt es zu sehen. Wie etwa die Weltkarte, die auf die Arbeit der Menschen und Schätze der Wirtschaftsgüter der Erde hinweist. Tafel III ein Stückchen weiter verrät, dass zur Gattung der Singvögel die Rabenkrähe zählt. Ein ‚Lateinisches Übungsbuch‘ von einem Schüler aus Praest wird in unmittelbarer Nachbarschaft zur „Raumlehre“ oder eine Schulversäumnis-Liste gezeigt.

Aus dem Religionsunterricht steuert Dr. Jan-Heiner Schneider die biblische Gesichte auf kleinen Tafel bei. Und aus dem Museumskeller selbst kommt der auf Hochglanz polierte Overheadprojekt. Die funkelnde Steinsammlung des Willibrord-Gymnasium erinnert hingegen ein bisschen an den Geographieunterricht. Eintauchen in die alte Schulzeit, „die nicht immer schlecht war“, so Kleipaß, lohnt sich. Das Rheinmuseum zeigt die Ausstellung, zu denen auch 80 Jahre alte Exponate zählen, bis Mitte Oktober.

>>>RÜCKSCHAU AUF BUNDESWEHRZEIT

Eine Kombination aus Bestehendem und Neuem wird auch nach der Schulzeit-Ausstellung im Rheinmuseum gezeigt. Dann dreht sich alles um die Bundeswehr. „Neben einer fertigen Ausstellung ergänzen wir diese um den Einzug der Soldaten in die Kaserne vor 50 Jahren in Emmerich“, so Herbert Kleipaß. In Zusammenarbeit mit dem Traditionsverband der ehemaligen Pioniere werde diese Ausstellung bis Dezember gezeigt.

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