Betuwe-Ausbau

Bauarbeiten Haldern: Durchgang für Fußgänger verboten!

Michelle (8) und Maya (6) müssen jeden Morgen über die Halderner Straße zur Schule.

Michelle (8) und Maya (6) müssen jeden Morgen über die Halderner Straße zur Schule.

Foto: Andreas Gebbink / NRZ

Rees-Haldern.  Und wie sollen wir zu unseren Häusern kommen? Das fragten sich Anwohner am Dienstag in Haldern, als die einzige Zuwegung voll gesperrt wurde.

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Dirk Petschull dachte an einen Schildbürgerstreich. „Wir müssen doch irgendwie zu unseren Häuser kommen“, sagt der Mann aus Haldern. Seine Frau Katja fiel aus allen Wolken, als sie am Dienstagvormittag von der Klever Kreisverwaltung zu hören bekam, dass die Halderner Straße voll gesperrt ist und weder für den Autoverkehr noch für Fußgänger freigegeben ist. „Und wie sollen meine Kinder zur Schule kommen?“, fragte sich Katja Petschull.

Seit der vergangenen Woche wird an der Halderner Straße kräftig gebuddelt. Wie berichtet beginnen hier die ersten vorbereitenden Maßnahmen für den Ausbau der Betuwe-Linie. „Wir wurden am 4. November schriftlich darüber informiert, das am 5. November die Arbeiten beginnen und die Straße voll gesperrt wird“, sagt Katja Petschull. Die Straßensperrung soll gut einen Monat bis zum 15. Dezember andauern. „Wir wissen nicht, ob der Müll abgeholt oder ob die Post zugestellt wird. Das alles ist keine gute Kommunikation.“

Anwohnerin wollte auf Gefahr für die Kinder hinweisen

Am Montagabend wurden durch die bauausführende Firma Löcher am Straßenrand gebohrt, um nach Kampfmitteln aus dem Zweiten Weltkrieg zu suchen. Da die Löcher nur mit einem Pflock gekennzeichnet und im Dunkeln kaum zu sehen waren, rief Katja Petschull die zuständige Kreisverwaltung an.

„Ich wollte denen schon mitteilen, dass es sich bei dieser Straße immer noch um einen Schulweg handelt und die Situation für meine Kinder gefährlich ist.“ Im Rahmen dieses Telefonats hätte dann der Kreis mitgeteilt, dass die Halderner Straße für diesen Abschnitt nicht für Fußgänger freigegeben ist. „Durchfahren und Durchlaufen ist verboten“, wurde Petschull mitgeteilt.

Deutliche Verbotsschilder

Grundsätzlich ist das auch richtig. Die Baustelle ist deutlich durch Verkehrsschilder gekennzeichnet. Gleichwohl können die Anwohner zu ihren Häusern gelangen. Frank Postulart vom Reeser Ordnungsamt erläutert der NRZ auf Nachfrage, dass die Anwohner und deren Besucher fußläufig zu den Häusern können. Auch die Post kann zugestellt werden.

Postulart betont, dass die Baustelle keine besondere Gefahrensituation darstelle: „Das ist eine ganz normale Suche nach Kampfmitteln aus dem Weltkrieg. Da braucht man jetzt kein Fass aufmachen.“ Gleichwohl könnten die Anwohner in diesem Bereich nicht parken. Autos könnten zum Beispiel an der Evangelischen Kirche abgestellt werden.

Der Kreis Kleve schreibt der NRZ auf Nachfrage, dass die Anwohner ihr Zugangsrecht wahrnehmen können. Im Grünbereich könne ein Trampelpfad genutzt werden. Durch die Straßenverkehrsbehörde wurde deutlich gemacht, dass noch am Dienstag ein gesicherter Bereich für Fußgänger von mindestens einem Meter Breite eingerichtet werde.

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