Benefizkonzert

Benefizkonzert zum 25-Jährigen der Hospizgruppe Rees

Der Chor BestAge war mit dabei beim Benefizkonzert im Bürgerhaus in Rees.

Der Chor BestAge war mit dabei beim Benefizkonzert im Bürgerhaus in Rees.

Foto: Thorsten Lindekamp / Funke Foto Services GmbH

Rees.  Die Hospizgruppe Rees gibt es seit 25 Jahren. Das Jubiläum wurde mit einem Benefizkonzert gefeiert. Chöre gestalteten den musikalischen Rahmen.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Dass so viele Menschen mitfeiern wollten, konnte Andrea Bendfeld kaum glauben. „Wir freuen uns riesig“, meinte das Vorstandsmitglied des „ambulanten Hospizdienstes Rees“ angesichts eines voll besetzten Bürgerhauses, in dem die Sänger zum Teil am Rand stehen mussten.

Vor dem Beginn der musikalischen Darbietungen war es dem Reeser Pfarrer Michael Eiden und Bürgermeister Christoph Gerwers ein Bedürfnis, die Arbeit des 25 Jahre existierenden ambulanten Hospizdienstes zu würdigen.

Der Hospizdienst sei ein „Ehrenamt, das Grenzen überschreitet“, sagte Eiden. Dabei verwies er auf die religiösen Grenzen, die in diesem Rahmen nicht mehr existieren, und auf den ganzen Horizont der Biografie eines Menschen, der sichtbar wird. Und er sprach von der Annäherung an die „Grenze des Lebens“, die für viele noch ein „Tabuthema“ sei. „Wenn man auf diese Grenze zugeht, kann ganz viel Leben und lebenswerte Zeit entstehen.“ Dazu trage der Hospizdienst bei.

Arbeit muss öffentlich wahrgenommen werden

Bürgermeister Christoph Gerwers unterstrich, wie wichtig es sei, „dass diese Arbeit öffentlich wahrgenommen“ werde. Die Hilfe bei „großen und kleinen Anliegen“ der aus dem Leben gehenden Menschen mache die Arbeit des Hospizdienstes „ungeheuer wertvoll“. Er wünschte dem Verein, „dass Sie dieser Arbeit noch lange nachgehen können.“

Launig moderiert von Tim Terhorst begann dann der Reigen der Gesangsdarbietungen mit dem Best Age-Chor aus Haldern. Der 70-köpfige Chor verlieh dem Abend mit Grönemeyers „Mambo“, Lindenbergs „Cello“ mit zwei Mitgliedern im Udo-Look, dem „Quietscheentchen“ mit entsprechender Requisite, „Paradise“ von Coldplay und „Es ist nicht immer leicht“ von den Wise Guys eine zugleich locker-fröhliche als auch feierlich-ernste Note.

Chöre sorgten für den musikalischen Rahmen

Danach durfte der Chor Reesonanz unter der Leitung von Günter Denkler zeigen, was er kann. Noch etwas geschlossener im Klangbild verbreiteten die 30 Sänger mit „Nette Begegnung“ gute Laune. „You´ve got a friend“ von Carole King drückte das aus, was den Hospizdienst von der Idee her ausmacht. Das afrikanische „Mamaliye“ animierte zum Mitklatschen. Leonard Cohens „Hallelujah“ und „It´s raining again“ rundeten das Repertoire ab.

Nach der Pause durften Voices Intakt aus Millingen ran, die erkältungsbedingt an dem Abend ohne mehrere Mitglieder auskommen mussten. Ihr Repertoire war mit Songs wie „Sound of silence“, „The rose“ oder Eric Claptons „Tears in heaven“ etwas getragener, hinterließ beim Publikum aber nicht weniger Eindruck als die Chöre zuvor.

Rosen für die Ehrenamtlichen als Zeichen der Anerkennung

„Die haben das einfach gemacht“, erinnerte die Vereinsvorsitzende Gerda Doppstadt in ihrer Jubiläumsansprache an den Ursprung der Hospizbewegung und lobte die Frauen „rund um Leni Bungert“, die die ambulante Reeser Hospizgruppe vor einem Vierteljahrhundert begründet hatten.

Außerdem hob sie die spätere Leiterin Gertrud Aldenhoff, Therese Storm, die Begründerin der Halderner Hospizgruppe, und deren Nachfolgerin Maria Köster hervor, bedankte sich ausdrücklich bei ihrer Stellvertreterin Inga Kunz, die den Prozess hin zum Verein „mit Rat und Tat begleitet“ habe. Und sie holte alle ehemaligen und noch heute aktiven Hospizler auf die Bühne, die je eine gebundenen Rose als Zeichen der Anerkennung erhielten.

Halderner Landfrauen spendeten 500 Euro

Die Verantwortlichen konnten sich an dem Abend auch noch über eine besondere Spende freuen: die Halderner Landfrauen überreichten auf der Bühne einen Spendenscheck von 500 Euro. Als letzter Chor animierte dann der Buena Ressa Chor mit zwei Gitarren und peppigen Songs wie „Lemon Tree“, „Hit the Road Jack“ oder „Another Cup of Coffee“ das Publikum zum Mitsingen und Mitklatschen.

Am Ende kamen alle vier Chöre auf die Bühne. Begleitet von drei Gitarren und zwei Cajuns sangen sie gemeinsam mit dem Publikum „Ein Hoch auf uns“ von Andreas Bourani. „Das passt an so einen Tag besonders schön“, meint Doppstadt nach dem Konzert. „Ein Hoch auf uns – auf dieses Leben.“ Und auf jede Sekunde davon.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben