Kartoffel-Kunststoffe

Biotec besteht 25 Jahre: IHK gratuliert Emmericher Firma

Dr. Stefan Dietzfelbinger (l.) und Dr. Andreas Henseler (r.) überreichen die IHK-Jubiläumsurkunde an Peter Brunk.

Dr. Stefan Dietzfelbinger (l.) und Dr. Andreas Henseler (r.) überreichen die IHK-Jubiläumsurkunde an Peter Brunk.

Foto: Niederrheinische IHK

Emmerich.  Zum 25-jährigen Jubiläum überreichte die IHK der Firma Biotec aus Emmerich eine Urkunde. Diese erzeugt mit Kartoffelstärke Biokunststoffe.

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Kunststoffverpackungen geraten in der aktuellen Diskussion um einen schonenden Ressourceneinsatz und Müllvermeidung zunehmend in die Kritik. Dass auch hier „Bio“ möglich ist, zeigt die Firma Biotec Biologische Naturverpackungen aus Emmerich bereits seit 25 Jahren. Anlass genug für Dr. Stefan Dietzfelbinger, Hauptgeschäftsführer der Niederrheinischen IHK, und Dr. Andreas Henseler, Leiter der IHK-Zweigstelle Kleve, sich vor Ort die Entwicklung innovativer Biokunststoffe von Peter Brunk, Biotec-Geschäftsführer, erläutern zu lassen.

Das Unternehmen biete nachhaltige Alternativen zu konventionellen Kunststoffen für die Industrie, so Brunk bei der Besichtigung des Werkes in Emmerich. Nicht nur die Materialien selber seien innerhalb sehr kurzer Zeitspannen vollständig biologisch abbaubar. Auch in der Entwicklung und Herstellung werden erneuerbare Ressourcen eingesetzt.

International stark, in Deutschland noch gebremst

Kartoffelstärke bildet dabei den Grundstoff der nachhaltigen Biokunststoffe. Während der Markt für Biokunststoffe weltweit boomt, tut sich das Unternehmen in Deutschland beim Absatz etwa von Müll-, Einkaufs- und Tragetaschen schwer. Grund dafür ist unter anderem die kleinteilige Reglementierung der Abfallwirtschaft. Die vollständig abbaubaren Produkte von Biotec dürften weder in den Biomüll noch in die Wertstofftonne. Verbrennen als Restmüll sei somit die einzige Option, so der Firmenchef.

Für Dr. Stefan Dietzfelbinger ein Beispiel von Überregulierung: „Umweltfreundliche und ressourcenschonende Innovationen werden von allen Seiten gefordert. Dabei ist die Wirtschaft schon seit langem so weit. Was dem Einsatz im Weg steht, sind moderne gesetzliche Regelungen.“ Der internationale Markt scheint offener zu sein: Biotec wächst rasant durch die Nachfrage aus dem Ausland.

Peter Brunk setzt sich weiter für biologisch abbaubare Kunststoffe in Deutschland ein

Peter Brunk lässt sich von der Regelungsdichte nicht bremsen. Als frisch gewählter Vorstandsvorsitzender beim Verbund kompostierbare Produkte setzt er sich dafür ein, den Markt für biologisch abbaubare Kunststoffe auch in Deutschland zu öffnen. Auch die IHK kann auf seine Expertise zurückgreifen: Brunk ist Mitglied im IHK-Umweltausschuss. Für die IHK ist klar: Wer Klimaschutz will, müsse die Rahmenbedingungen schaffen, damit vorhandene ressourcenschonende Produkte eingesetzt werden können. Hier sei noch Luft nach oben.

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