Bildung

Die Reeser Realschule braucht für Inklusion noch Zeit

Die Realschule in Rees.

Die Realschule in Rees.

Foto: Christian Creon / FFS

Rees.  Um weitere Kinder mit Inklusionsbedarf aufzunehmen, benötigt die Reeser Realschule in Rees mehr Räume. Der Bürgermeister will abwarten.

Sollte die Reeser Realschule im kommenden Jahr auch verstärkt mit der Inklusion starten? Nach Meinung von Johannes Beenen (SPD) sei die Schule dazu in der Lage. Der Sozialdemokrat sagte im letzten Schulausschuss, dass die Lehrer in der Vergangenheit gezeigt hätten, dass sie Inklusion können und es durchaus möglich wäre, dass die Realschule bereits 2020/2021 als Schule des Gemeinsamen Lernens an den Start gehen könne.

Deutlichen Protest ernteten die Sozialdemokraten allerdings von der Schulvertretung. Konrektorin Iris Klein machte unmissverständlich klar, dass ihre Schule noch nicht soweit sei. Man sei zwar personell gut aufgestellt und bislang funktioniere die Integrationsarbeit auch. Allerdings seien bislang auch die Fallzahlen sehr klein. Nur drei Kinder mussten in der Realschule nach individuellen Förderplänen beschult werden, da sie aufgrund einer Lernstörung das allgemeine Lernziel nicht erreichen können (zieldifferent).

Es fehlen Räumlichkeiten

Iris Klein wies allerdings darauf hin, dass „definitiv Räume fehlen“: „Wir haben keine Räume mehr. Wir sind voll bis unters Dach“, sagte sie. Diese seien aber wichtig, um Kinder mit Förderbedarf auch vernünftig unterrichten zu können. Wenn die Realschule auch eine Schule des gemeinsamen Lernens werden soll, dann müsste man bis zu sieben Schüler pro Jahrgang aufnehmen. Das würde unter den heutigen Bedingungen nicht funktionieren. „Wir weigern uns nicht grundsätzlich. Aber bitte noch nicht jetzt“, sagte Klein.

Vertreter der CDU unterstützten das Ansinnen der Konrektorin: „Wir sollten nichts überstürzen. Wir sind in der Vergangenheit im unserem behutsamen Ansatz gut gefahren.“ In Rees gibt es noch das dreigliedrige Schulsystem mit Haupt- und Realschule und einem Gymnasium. Gemeinsam mit der Karl-Kisters-Realschule in Kleve ist die Reeser Realschule die einzige Realschule im Kreis Kleve, die keine Schule des Gemeinsamen Lernens ist.

Land soll „die Kohle rausrücken“

Bürgermeister Christoph Gerwers möchte die weitere Entwicklung abwarten. In der Vergangenheit habe man gezielt auch Sonderpädagogen an die Realschule gebracht. Allerdings kommen man langsam an die Kapazitätsgrenzen. Bevor man jetzt jedoch in Anbauten investiere, wolle man erst konkrete Vorgaben des Landes sehen: „Wenn das Land mehr möchte, dann muss sie auch die Kohle rausrücken“, sagte Gerwers salopp. Bislang gebe es keine Vorgaben, wie Inklusionsschulen konkret ausgestattet werden müssen.

Nicht zuletzt gebe es auch bei den Förderschulen im Kreis viel Bewegung. „Diese haben einen erheblichen Zulauf“, sagte Gerwers. Auch das spräche dafür, die Realschule nicht sofort mit neuen Räumlichkeiten zu versehen.

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