Gewalt

Massenprügelei in Emmerich: Männer griffen Opfer mit Beil an

Auf dem Schulhof des Willibrord-Gymnasiums in Emmerich gab es eine Schlägerei zwischen 20 Männern. Die Polizei rückte mit einem Großaufgebot an.

Auf dem Schulhof des Willibrord-Gymnasiums in Emmerich gab es eine Schlägerei zwischen 20 Männern. Die Polizei rückte mit einem Großaufgebot an.

Foto: Guido Schulmann

Emmerich.  Zwei kurdisch-jesidische Familien sind bei der Massenschlägerei am Gymnasium in Emmerich aufeinander losgegangen. Ein Mann wurde schwer verletzt.

Aus allen Regionen des Niederrheins holte die Polizei am Montagabend Verstärkung nach Emmerich, um einer Massenschlägerei auf dem Schulhof des Willibrord-Gymnasiums Herr zu werden. 20 Personen hatten sich hier gegen 20.50 Uhr geprügelt. Sie seien mit Stöcken, Baseballschlägern, ja sogar mit einem Beil aufeinander losgegangen.

Nach Angaben der Polizei handelte es sich um eine Auseinandersetzung zwischen zwei kurdisch-jesidischen Familien. Auslöser soll die nicht akzeptierte Trennung zweier junger Erwachsener der beiden Familien sein. Ein 19-jähriger Mann sei von drei Männern angegriffen worden. Dabei kam das Beil zum Einsatz. Der 19-Jährige erlitt dabei eine Schnittwunde am Kopf. Lebensgefährlich verletzt wurde er dabei aber nicht. Er wurde ins Emmericher Krankenhaus gebracht. Wie die Polizei am Mittwochnachmittag mitteilte, konnte der erwähnte 19-Jährige das Krankenhaus nach ambulanter Behandlung wieder verlassen. Im Krankenhaus stationär verbleiben musste hingegen ein 21-Jähriger, der schwer verletzt wurde.

Im Zuge der Auseinandersetzungen wuchs die Zahl der Beteiligten auf 20 an. Durch Versuche, den Streit zu schlichten, wurden zwei weitere Personen verletzt.

Emmerich: Polizei nahm vier Verdächtige fest

Anwohner des Schulgeländes verständigten die Polizei. Sie rückte mit einem Großaufgebot aus: 30 Polizeibeamte waren im Einsatz. Streifenwagen der Polizeibehörden Wesel, Duisburg, Borken und Viersen wurden angefordert. Auch die Bundespolizei war vor Ort.

Die Polizei nahm vier Tatverdächtige fest und riegelte den Bereich großräumig ab, um von allen Beteiligten die Personalien zu bekommen. Bei den Beteiligten handelt es sich nach ersten Angaben um Männer aus dem Raum Emmerich. Sie sind demnach zwischen 21 und 49 Jahre alt. Die Schule wurde nach ersten Angaben nicht in Mitleidenschaft gezogen, wie es am Dienstagmorgen hieß. Der Unterricht laufe regulär.

Ermittlungen nach der Massenschlägerei laufen

Aktuell laufen weitere Ermittlungen zur Ursache für die Schlägerei. Polizeisprecher Ingo Schankweiler sagte der NRZ auf Nachfrage, dass sich die Aussagen der Beteiligten zum Teil widersprächen und auf ihren Wahrheitsgehalt überprüft werden müssen. So seien die Angaben zu den eingesetzten Waffen nicht eindeutig. Mehrere gefährliche Gegenstände seien sichergestellt worden: das Beil, eine Stahlrute/Totschläger, ein Radmutternschlüssel, ein Baseballschläger sowie ein Holzknüppel. Auch ein Auto der Angreifer wurde beschlagnahmt.

Keiner der beteiligten Personen sei bislang mit Drogendelikten in Erscheinung getreten. Auch könne die Polizei keine Verbindung zu den gemeldeten Problemen auf dem Schulhof sehen. Die aktuelle Auseinandersetzung habe eher mit Familienproblemen zu tun. „Die Ehrverletzung hatte einen Vorlauf“, so Schankweiler.

Massenschlägerei am Sonntag in Bochum

Erst am Sonntag hatte eine Massenschlägerei in Bochum für Wirbel gesorgt: Auf einem Lidl-Parkplatz waren rund 30 Männer aneinandergeraten, fünf von ihnen wurden verletzt.

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