Gericht

Emmerich: Polizist beleidigt einen Kollegen als Vollidioten

Das Amtsgericht in Emmerich musste sich mit einem Fall von Beleidigung befassen, bei dem ein Polizist einen anderen beleidigte.

Das Amtsgericht in Emmerich musste sich mit einem Fall von Beleidigung befassen, bei dem ein Polizist einen anderen beleidigte.

Foto: David Ebener / dpa

Emmerich.  Mit sich selbst gesprochen? Ein Polizist beleidigte in Emmerich einen anderen Polizisten. Dafür wurde er vor dem Amtsgericht nun verurteilt.

Dass ein Polizist für die Beleidigung eines anderen Polizisten vor Gericht verurteilt wird, das kommt wahrlich nicht häufig vor. Vor dem Amtsgericht Emmerich wurde ein pensionierter Polizist (69) für schuldig befunden. Er wurde zu einer Strafe von 40 Tagessätzen á 60 Euro verurteilt, weil er zu einem Kollegen „Vollidiot“ gesagt haben soll.

Der Angeklagte beteuerte vor Gericht, dass es sich um ein Missverständnis gehandelt haben muss: „Ich habe niemanden beleidigt und hatte auch nie die Absicht.“ Er habe den Gang seines Autos nicht einlegen können und habe zu sich selbst Vollidiot gesagt.

Pensionierter Polizist hat bei der Beweisaufnahme gestört

Die Situation entstand nach einem Unfall vor der Haustür des Angeklagten, wo eine Unfallaufnahme stattfand, als der Angeklagte mit dem Auto nach Hause kam. Er fuhr über den Gehweg, um seine Garage öffnen zu können. Da kam ein Rettungsassistent und beklagte sich, dass der 69-Jährige in den Unfallort während der Beweisaufnahme hinein gefahren sei.

Die Diskussion wurde hitzig. Ein 29-jähriger Polizist kam hinzu und machte dem Anwohner klar, dass er den Gehweg frei machen soll. Als Polizist und Rettungsassistent weg liefen, soll der Angeklagte im Auto sitzend „Vollidiot“ gesagt haben.

Die Aussage des bezeugenden Polizisten war für das Gericht glaubhaft

Der Rettungsassistent wollte sofort Strafanzeige stellen. Der Polizist fragte, wen der Angeklagte denn gemeint habe. „Dann haben sie es ja verstanden“, soll der Emmericher gesagt haben, wie der 29-jährige Polizist für das Gericht glaubhaft vermittelte. Der Angeklagte erklärte, dass er sich mit diesem Satz auf sein Recht auf Aussageverweigerung bezogen habe. Denn er sei auch in diesem Zusammenhang belehrt worden. Der bezeugende Polizist sprach von einer direkten Antwort auf seine Frage.

Auch die Aussage der Ehefrau des Angeklagten, dass dieser häufiger mit sich selbst spreche und Kraftausdrücke verwende, wenn etwas nicht klappe, ließ das Amtsgericht nicht an der Tat zweifeln.

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