Planungsspaziergang

Emmerich: Wenige Bürger kamen zum Planungsspaziergang

Mira Isfort (vorne links) vom Planungsbüro Stadt Verkehr schildert den Teilnehmern am Planungsspaziergang in Emmerich einige Details.

Mira Isfort (vorne links) vom Planungsbüro Stadt Verkehr schildert den Teilnehmern am Planungsspaziergang in Emmerich einige Details.

Foto: Christian Creon / FUNKE Foto Services

Emmerich.  Die Stadt Emmerich bekommt ein neues Fuß- und Radverkehrskonzept. Aber am Planungsspaziergang dafür nahmen am Samstag nur wenige Bürger teil.

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Auf den ersten Blick sah es so aus, als startete am Samstag eine Gästeführung. Falsch gedacht! Eine 20-köpfige Gruppe traf sich um 10 Uhr zum Planungsspaziergang fürs Fuß- und Radwegekonzept vor dem Rathaus. Gemeinsam mit Bürgern wollte man die City auf 2,5 Kilometern genauer unter die Lupe nehmen.

Doch außer Politik und Verwaltung folgten nur wenige der Einladung von Bürgermeister Peter Hinze und dem Hildener Planungsbüro Stadt Verkehr. Trotzdem gab’s viel für die Planer Mira Isfort und Lennart Bruhn innerhalb von zwei Stunden zu notieren.

Rechts-vor-Links werde am Geistmarkt nicht immer beachtet

Los ging’s mit dem Geistmarkt. Schritttempo, das war einmal und die heutige Zone 30 würde missachtet, geschweige denn das sich viele an Rechts-vor-Links halten würden, so die Fußgänger. Just danach kam von Silke Jelinski der Einwand: „Die Fußwege zur Rheinschule sind zu klein.“ Die Lehrerin sprach mehrfach die Sorgen und Nöte der Kleinen an.

Noch bevor sich die Gruppe zur Bedarfsampel nahe Societät auf den Weg machte, hieß es von Christoph Byloos: „Die Querung an der Post – an der L7 – ist sehr gefährlich.“ Weiter ging’s zum Stromland an der Rheinpromenade. Da wussten Bürgermeister Hinze und Botho Brouwer, dass durch Nachbessern beim Kopfsteinpflaster Rollis, Rollatoren und Kinderwagen dort fahren könnten.

Parksünder ignoriert den Bürgermeister

Ein Stückchen weiter war Cornelia Eineck im Sommer zwischen den großen Platten zur Fährstraße gestürzt: „Eine hohe Kante war der Grund.“ Warum nicht in einem durchpflastern, empfahl Stadtdirektor a. D. Dr. Hado Ebben.

Ein Lob gab’s von Erika Bick-Verstraten vom VdK für den Defibrillator am Info-Center. Angesprochen wurden ebenfalls die Fuß- und Radwege entlang der Gastromeile. „Hier wird gegenseitig Rücksicht genommen“, erklärte Hinze. Ein Dorn im Auge war dem Bürgermeister vor Alexander Herrenmoden am Alten Markt ein im absoluten Halteverbot geparkter Pkw. Zwei Minuten würde er nur dort stehen, erklärte dessen Halter. „Auch zwei Minuten dürfen sie nicht parken. Ich sage Ihnen das als Bürgermeister.“ Den Fahrer juckte das nicht. Er blieb stehen.

Am Kleinen Löwen kommen Fußgänger kaum über die Straße

In Höhe Christoffeltor müsse ein Zebrastreifen im Bereich Fischerort kommen, so Bob Verstraten: „Autofahrer fahren hier durch. Und von der Kaßstraße kommen die Fußgänger.“ In der Fußgängerzone angekommen, ging es nicht nur um wildes Fahrradparken, sondern auch um das Radfahrverbot außerhalb der zugelassenen Zeiten.

Etwas schwindelig wurde einem am Kleinen Löwen. Wie bekannt, werde der Bereich mit inhabergeführten Geschäften, so Andrea Schaffeld, umgestaltet. Auffällig waren aber die rasenden Pkw, die ein Überqueren für Fußgänger fast unmöglich machten.

Weitere Punkte: Großer Löwe und der „tote“ Nonnenplatz. Immer wieder gab‘s Anregungen für farbige Markierungen. Etwa entlang der Schulwege. Und noch eines wusste Planerin Mira Isfort im NRZ-Gespräch: „Die Situation ist in anderen Städten ähnlich. Der Fuß- und Radverkehr ist vernachlässigt worden.“ Da seien die Niederländer fortschrittlicher.

Im Anschluss stand eine Planungsradtour durch Emmerich an: Hier bewegte sich die Beteiligung auf vergleichbarem Niveau.

>> Inspektionshund Käthi mit dabei

Neben Bürgermeister Peter Hinze waren von der Verwaltung die stellvertretende Fachbereichsleiterin für Stadtentwicklung Nicole Bartsch, Janita Krapohl (Umweltschutz und Verkehr), Yvonne Surink (Straßenbau, Bordsteinabsenkung) und Azubi Robert Köster mit dabei. Dazu gesellte sich an der Leine von Yvonne Surink Dackelhündin Käthi. „Das ist unser Inspektionshund“, erklärte Peter Hinze.

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