Medikamenten-Liefer-Engpässe

Engpässe bei Medikamenten: Tipps von Kreis Klever Apothekern

Liefer-Engpässe bei Arzneimitteln: Die Apotheker vor Ort suchen täglichnach individuellen Lösungen für ihre Patienten

Liefer-Engpässe bei Arzneimitteln: Die Apotheker vor Ort suchen täglichnach individuellen Lösungen für ihre Patienten

Foto: Contrastwerkstatt / Apotheker Kreis Kleve

Kreis Kleve.  Bei immer mehr Medikamenten gibt es Liefer-Engpässe: Die Apotheker im Kreis Kleve geben Tipps, wie Patienten dennoch gut versorgt werden können.

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Blutdruckmittel, Antidepressiva und sogar das Schmerzmittel Ibuprofen: Lieferengpässebei Arzneimitteln haben in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen. 529 Arzneimittel listet das „Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte“ (BfArM) aktuell in seiner Datenbank auf. Diese sind schwer und nicht binnen zwei Wochen zu bekommen. Teilweise warten Patienten monatelang, teils über ein Jahr. Es gibt Alternativen. Darauf weisen die Apotheker im Kreis Kleve jetzt Patienten und Kunden hin.

Grund für Liefer-Engpässe sind immer weiter entfernte Produktionsstätten im Ausland und Rabattverträge mit den Krankenkassen: „Der Kostendruck auf Pharma-Firmen führt immer häufiger zu Liefer-Engpässen bei verschiedenen Medikamenten“, erklärt Ulrich Schlotmann, Pressesprecher der Apotheker im Kreis Kleve.

Ob blutdrucksenkende Mittel, Schmerztabletten, Mittel zur Behandlung von Schilddrüsenerkrankungen oder Depressionen: „Fast alle Bereiche sind betroffen und es spitzt sich leider von Jahr zu Jahr weiter zu“, berichtet Apotheker Ulrich Schlotmann. „Um unsere Patienten trotz der Lieferengpässe gut versorgen zu können, legen sich alle Apothekerinnen und Apotheker jeden Tag aufs Neue ins Zeug“, betont
Schlotmann.

Gleicher Wirkstoff, anderer Hersteller

Welche Alternativen gibt es, wenn das gewünschte Medikament wirklich nicht da ist? „Grundsätzlich handelt es sich immer um eine Entscheidung im Einzelfall“, erläutert Ulrich Schlotmann. Wenn das Medikament des Herstellers, mit dem die Krankenkasse einen Rabattvertrag abgeschlossen hat, nicht verfügbar ist, kann der Apotheker oft ein Präparat einer anderen Firma bestellen. Das könnte für den Patienten allerdings bedeuten, dass er etwas darauf warten muss und das Präparat anders aussieht als
das gewohnte.

Gleicher Hersteller, gleicher Wirkstoff, andere Dosierung

Eine weitere Möglichkeit ist das Ausweichen auf eine geringere oder höhere Dosierung – also etwa Tabletten mit 10 Milligramm Wirkstoff statt 20 Miligramm, von denen der Patient dann die doppelte Menge einnehmen muss. Auch ein höher dosiertes Präparat, das dann entsprechend aufgeteilt wird, ist denkbar.

Bei Ibuprofen 800, das laut Schlotmann derzeit so gut wie überhaupt nicht verfügbar ist, könnte man theoretisch auch zwei 400er-Tabletten einnehmen. „Die sind allerdings in den meisten Fällen nicht verschreibungspflichtig. Deshalb werden die Kosten dann auch nicht von der Krankenkasse übernommen,“ stellt Schlotmann klar.

Anderer Wirkstoff, Rücksprache mit behandelndem Arzt

Ist der gewünschte Wirkstoff weder im verschriebenen noch in einem alternativen Medikament eines anderen Herstellers vorhanden und auch nicht bestellbar, wird der Apotheker mit dem Arzt Kontakt aufnehmen und ihm einen ähnlichen Wirkstoff vorschlagen, der für den Patienten infrage kommt.
Gegebenenfalls bedeutet das allerdings für den Patienten, dass er ein neues Rezept beim Arzt abholen oder sogar einen neuen Termin zur weiteren Klärung vereinbaren muss.

Frühzeitig Rezept ausstellen lassen

Ulrich Schlotmann empfiehlt, sich gerade bei einer Dauerbehandlung frühzeitig um das entsprechende Rezept und Medikament zu kümmern, um im Bedarfsfall noch einen kleinen Vorrat davon zu Hause zu haben. Denn wenn der Patient gar keine Tabletten mehr hat und gleichzeitig Liefer-Engpässe bestehen, müssen Apotheker jeweils wieder eine individuelle Alternativ-Lösung finden. Dabei ist auch zu berücksichtigen, dass eine eventuell notwendige Rücksprache mit dem Arzt außerhalb der Praxiszeiten auch oft nicht möglich ist.

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