Wahrsmannshof

Fledermaus-Nacht: Die Königinnen der Nacht in Rees erlebt

Am Naturschutzzentrum Wahrsmannshof in Rees wurden Fledermauskästen gebaut.

Am Naturschutzzentrum Wahrsmannshof in Rees wurden Fledermauskästen gebaut.

Foto: Jens Uwe Wachterstorm / Funke Foto Services GmbH

Rees.  Zum Europäischen Tag der Fledermaus lockte der Wahrsmannshof nach Rees, um Königinnen der Nacht in Aktion zu erleben. Viele interessierten sich.

Lautes Bohren und Basteln dominierte die Atmosphäre auf der Wiese nahe des Wahrmannshofes. Kinder und Eltern saßen einträchtig nebeneinander auf Bänken an Tischen, um an dem Naturschutzzentrum Fledermauskästen zu bauen.

Die Kleverin Gudrun Hütte werkelte mit ihrem achtjährigen Enkel Matteo an den Holzbrettern herum. „Es ist wichtig, den Kindern die Achtsamkeit gegenüber der Natur zu erhalten. Hier sind Kinder die Forscher“, meinte die 67-jährige Großmutter. „Wir hatten ein Brett, mussten die Seiten dran schrauben, das war nicht schwer“, ritzte der Junge mit dem Lötstab ein Fledermausmotiv ins Holz.

„Wir haben schon zweI Fledermauskästen zu Hause“, erzählte Fee van Alst, die mit ihren Eltern das dritte Mal schon da war. „Nächstes Jahr wird auch ihr Bruder alt genug sein, mitzumachen“, war es ihrer Mutter Julia Jagoda wichtig, „dass den Kindern der nachhaltige ökologische Gedanke und der Naturschutz mitgegeben wird.“

54 Teilnehmer an der Aktion

Insgesamt 54 Anmeldungen gab es im Vorfeld der Aktion, die schon seit Jahren zum europäischen Tag der Fledermaus durchgeführt wird. Sylke Döringhoff vom Wahrmannshof-Team wachte über die Aktion. „Wir wollen einmal darauf aufmerksam machen, dass es bei uns Fledermäuse gibt, dass wir was von ihnen haben, da sie bis zu 400 Stechmücken in einer Nacht vertilgen“, zähle hier die Mischung aus Information und eigenem Erleben.

Für eine kleine Pause sorgte die Xantener Märchenerzählerin Christiane Strobl, die in malerischer Umgebung nach dem Gang über die Brücke groß und klein die Geschichte von Mascha und dem Bären, dem sie im Wald auf kluge Weise entkommt. Und das Stockbrotessen sorgte für den kulinarischen Part des Abends.

Rufe fürs menschliche Ohr hörbar gemacht

Im Haus klärte dann Haus-Biologe Sebastian Wantia mit einem Vortrag und kleinen Film über die Fledermäuse auf, gab Tipps, wie man solche Kästen aufhängt („Ein bis zwei Meter Tiefe und wo sie rausfliegen können“) und was man machen soll, wenn man die Königinnen der Nacht mal entdeckt. „Man sollte sie ein einen Karton legen, in die Ecke stellen, einen Tag lang in Ruhe lassen und nachts rauslassen.“

Anschließend machten sich alle auf den Weg entlang der Baumallee, wo Döringhoff und Co. mit Scheinwerfer die flatternden Tiere ausleuchteten, wenn sie auftauchten. Und mit einem Detektor konnten sie die Fledermausrufe, die per Schallwellen ausgesendet werden, für das menschliche Ohr hörbar machen.

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