Politik

Isselburg: Die klare Richtung fürs Realschul-Gebäude fehlt

Das ehemalige Realschulgebäude soll zum Verwaltungsstandort umgebaut werden.

Das ehemalige Realschulgebäude soll zum Verwaltungsstandort umgebaut werden.

Foto: SCHUSTER

Isselburg.  Mittels Bürgerantrag hat der Verein Schule für Isselburg gebeten, dass die Planungen zur Umnutzung des Realschulgebäudes auf Eis gelegt werden.

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Beim Tagesordnungspunkt 9 auf der Agenda des Haupt- und Finanzausschusses in Isselburg kam die Diskussion nur zögerlich in Gang. Seine Meinung zum Bürgerantrag des Vereins Schule für Isselburg kund tun, wollte zunächst scheinbar keiner der Politiker so recht.

Bis schließlich Felix Kleideiter als Erster das Wort ergriff. „Wir haben doch schon einen Beschluss darüber gefasst, dass das Realschulgebäude zum Verwaltungsstandort ausgebaut wird“, so der SPD-Genosse. „Wir haben dem Verein doch auch schon in der Vergangenheit gesagt, dass das Realschulgebäude nicht für den Aufbau einer Privatschule zur Verfügung steht“, echauffierte er sich.

Verein sieht Gründung der Privatschule in Isselburg gefährdet

Der Verein Schule für Isselburg hat nämlich in einem Eilantrag vor zwei Wochen darum gebeten, dass das Verfahren um die Umgestaltung des Gebäudes erst einmal pausiert. Denn womöglich benötigt der Verein das Gebäude zur Gründung einer weiterenführenden Schule in freier Trägerschaft. Der Umbau, so argumentierte der Verein, könne die Gründung „einer weiterführenden Schule erschweren, wenn nicht gar gefährden“.

Trotz des Wissens um den Antrag entschieden die Politiker vor zwei Wochen, dass die Umgestaltung weiter vorangetrieben wird und gaben die Vorbereitung des Vergabeverfahrens für die Architektenleistungen zum Umbau des Realschulgebäudes in Auftrag.

Für Isselburger FDP ist nichts in Stein gemeißelt

Nun gab es eine Rolle rückwärts aus Teilen der Politik. Während Kevin Schneider (FDP) erklärte, dass noch nichts in Stein gemeißelt sei, meinte Uwe Übelacker von den Grünen, dass er über das Ansinnen des Vereins nicht entscheiden könne, ohne dass eine Raumbedarfsplanung für die noch zu gründende Schule vorliegen würde.

Auch die CDU erteilte dem Antrag nicht sofort eine Abfuhr. Frank Häusler schlug vor, denn Antrag noch einmal in den Fachausschuss zu verweisen.

Kleideiter will, dass das Zappeln aufhört

Bei Felix Kleideiter löste das nur Kopfschütteln aus. „Wir haben doch einen Ratsbeschluss. Ich finde es abstrus, dass hier noch einmal darüber beraten wird. Wir zappeln wieder rum“.

Auch Bürgermeister Michael Carbanje musste kundtun: „Mir fehlt die klare Richtung. Ratsbeschluss umsetzen oder Initiative unterstützen?“ Und überhaupt. Nach dem Beschluss von vor zwei Woche sei die Abfrage bei den Architekten ja eigentlich in die Wege geleitet.

Realschulgebäude war eigentlich immer außen vor

„Wir haben immer gesagt, dass wir den Verein Schule für Isselburg unterstützen. Wir haben auch gesagt, dass das Realschulgebäude nicht zur Verfügung steht“, unterstrich Isselburgs Erster Bürger.

Zumal: Mit der Beauftragung der Vorbereitung des Vergabeverfahrens für die Architektenleistungen zum Umbau des Realschulgebäudes in einen Verwaltungsstandort seien auch Kosten verbunden. Sollte man nun wirklich zum Entschluss kommen, doch der Schule den Vorzug bei dem Realschulgebäude zu geben, seien diese verloren.

Verein muss Ende Januar Raumplanung vorlegen

Nichtsdestotrotz: Ende Januar wird noch einmal über das Realschulgebäude und dem Wunsch des Vereins geredet. Dieser hat zugesagt, bis dahin auch eine entsprechende Raumplanung vorzulegen.

Zur Erinnerung: Die Planungen, dass das Realschulgebäude zum Verwaltungsstandort umgebaut werden soll, bestehen seit zwei Jahren. Es gab bereits auch eine Nutzungsplanänderung für den Bereich des Realschulgebäudes. Dieses ist schon offiziell als Sondernutzungsfläche ausgewiesen.

Der neue Verwaltungsstandort soll den Standort an der Hüttenstraße obsolet machen, für den die Stadt hohe Summen an Miete zahlen muss.

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