Konzert

Messe in Emmericher Kirche war voller flotter Rhythmen

War voller vielseitiger Rhythmen: In der Heilig-Geist-Kirche fand The Latin Jazz Mass von Martin Völlinger statt.

War voller vielseitiger Rhythmen: In der Heilig-Geist-Kirche fand The Latin Jazz Mass von Martin Völlinger statt.

Foto: Thorsten Lindekamp

Leegmeer.   In der Heilig-Geist-Kirche fand The Latin Jazz Mass von Martin Völlinger statt. Das Werk hat dem Chor viel rhythmisches Gefühl abverlangt.

Jazz in der Kirche? Eine Frage, die Kirchgänger und musikalisch Interessierte sicher unterschiedlich beantworten werden. Dabei sollte man berücksichtigen, dass moderne musikalische Strömungen im liturgischen Bereich immer eine gewisse Zeit und auch Rücksicht auf beiden Seiten benötigten, um akzeptiert zu werden.

Rhythmen reichten von Salsa bis zu Pop-Balladen

Auch in diesen Tagen geht der Trend, neue rhythmische Lieder in den Gottesdienst zu integrieren, weiter. In der modern gestalteten Heilig-Geist-Kirche bietet es sich besonders an, diesen Trend zu realisieren. Schon unter ihrem Chorleiter Franz Bodynek sang man dort solch rhythmisch modernen Lieder. Unter dem jetzigen Chorleiter Norbert Voss wurde am Sonntag die dritte Messe dieser Art aufgeführt. „The Latin Jazz Mass“, komponiert von Martin Völlinger, überraschte durch die vielseitige Verwendung lateinamerikanischer Rhythmen wie Salsa, Samba, Rumba, Gospel, Pop-Balladen und andere. Die Partitur ist geschrieben für gemischten Chor, Jazz-Trio und Saxophon. Außer dem Projektchor St. Christophorus wirkten mit Bernd Nass (Saxophon), Tsä Jong Chung (Klavier), Rüdiger Gönnert (Bass), Heinz Gerd van den Wyen-berg (Schlagzeug) und Friedhelm Schmahl (Percussion). Die Gesamtleitung hatte Norbert Voss.

Die Gemeinde wurde miteinbezogen

In einer gut gefüllten Kirche erlebte man einen Gottesdienst, der eine wohl abgewogene Mischung von musikalischen und liturgischen Elementen enthielt. Neben dem Projektchor und der Combo wurde auch die Gemeinde mit einbezogen. Das Ordinarium (die feststehenden Teile der Messe) sang der Chor in lateinischer Sprache. Völlinger schrieb diesen Teil schon 2006.

Die Struktur der Psalmverse ließ aufhorchen

Bemerkenswert sind die unterschiedlichen rhythmischen Gestaltungen der einzelnen Teile. Neben den latein-amerikanischen Elementen zum Beispiel im Kyrie, Gloria oder Sanktus stellte der Projektchor auch ruhige zum Nachdenken anregende Teile vor zum Beispiel Agnus Dei oder das Vater unser. Interessant war auch die Struktur der Psalmverse und das sich wiederholende Alleluja.

Projektchor zählte rund 30 Mitglieder

Die rhythmisch sehr stark ausgeprägten Melodien wurden vom etwa 30 Mitglieder starken Projektchor mit großem Einsatz vorgestellt. Die Chorsätze verlangten mitunter eine Vier- bis Achtstimmigkeit. Die Sänger verstanden es auch, sich ausgezeichnet auf die liturgischen Texte einzustellen. Die Combo war gut ausgewählt. Neben Klavier, Bass und Percussion gefielen die Improvisationsbeispiele von Bernd Nass (Saxophon). Je nach Standort waren die Chorpartien jedoch von der Combo stark übertüncht. Der junge Kirchenmusiker Martin Völlinger, der in Regensburg und Zürich studierte, hat mit seinem Werk eine wohlgelungene Arbeit in moderner rhythmischer Prägung für den Gottesdienst geschaffen. Die Einbeziehung lateinamerikanischer Stile haben das Werk, das auch sicher dem Chor viel rhythmisches Gefühl abverlangte, zu einem Erfolg werden lassen.

<<< NEUES PROJEKT GEPLANT

Unmittelbar nach den Herbstferien soll es weitergehen mit den besonderen Messen.

Am Dienstag, 30. Oktober wird Chorleiter Norbert Voss, der auch durch den Erfolg der Latin Jazz Mass ermuntert wurde, das neue Projekt vorstellen. Neueinsteiger sind willkommen.

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