Kultur

NBK-Keramik aus Emmerich: bodenständig und schick

Werner Steinecke präsentiert eine Vase von der NBK.

Werner Steinecke präsentiert eine Vase von der NBK.

Foto: Thorsten Lindekamp / Funke Foto Services GmbH

Emmerich.  Werner Steinecke zeigt in der Galerie Haus im Park ab Freitag die wunderbare Feinkeramik der NBK aus Vrasselt.

Diese Teller und Ziegel dürften in jedem Emmericher Haushalt zu finden sein: Die Niederrheinische Bau Keramik (NBK) hat sie nach dem Zweiten Weltkrieg zuhauf in Umlauf gebracht. Ein paar schöne (und auch bewusst hässliche) Stücke hat nun Werner Steinecke in seiner Ausstellung „Scherben aus Emmerich“ zusammengetragen. Es ist eine wunderbare Schau über einen handfesten Werkstoff: Die Keramik aus Vrasselt ist bodenständig, nützlich und schick.

Kunst für die Heimat

Die Verbundenheit mit der Region hat das Unternehmen oft dokumentiert. Als da wäre der robuste Teller mit Elten-Motiv, der den Besucher direkt beim Betreten des kleinen Kunsthäuschens im Emmericher Rheinpark ins Auge springt: „Kurz vor der Kommunalreform 1974 hat jeder Mitarbeiter der Gemeinde Elten noch einmal so einen Teller erhalten“, erzählt Steinecke. Auf dem Teller ist das Wappen des Emmericher Ortsteils zu sehen: ein stolzer Doppelkopfadler mit blauem Schwert und goldenem Lilienzepter. Bei diesem Anblick wird jedem Schützenbruder das Herz aufgehen.

Der ehemalige Lehrer Werner Steinecke ist fasziniert von der Feinkeramik, die die NBK ab den 30er Jahren produziert hat. Denn die Produktionsstätte an der Bundesstraße 8 in Vrasselt haben nicht nur biedere Scheußlichkeiten verlassen, sondern auch echtes Kunsthandwerk. Firmengründer Jupp Heimann habe schnell den Kontakt zu Künstlern gesucht, die für sein Unternehmen besondere Keramik herstellten, erzählt Steinecke. In der Ausstellung sind ganz wunderbare Vasen und Töpfe zu sehen, die den ganzen Reichtum der NBK-Produktion dokumentieren. Es wurden Vasen, Krüge, Schalen, Tabaktöpfe und Fliesen in niederländischer Manier hergestellt. Die Herstellungstechniken waren ganz unterschiedlich: So wurden Vasen in der so genannten Gießbüchsentechnik mit Hilfe einer Pipette verziert, es wurde aber auch klassisch geritzt und mit feinem Pinsel gemalt.

Werner Steinecke hat viel Zeit und Energie für diese Ausstellung aufgewandt. Nach einem Aufruf in der NRZ haben sich mehrere Bürger gemeldet, die ihm Raritäten angeboten haben. Persönlich findet er die Arbeiten von Paul Schmelzinger am schönsten. Schmelzinger hat in den 60er Jahren in der Ziegelfabrik in Netterden (NL) gearbeitet und unter anderem zeitlos schönes Geschirr hergestellt. Im Erdgeschoss des Kunsthauses sind in vier großen Vitrinen tolle Vasen und Keramikkunst zu sehen. Bemalt wurden die handgemachten Unikate von mehreren NBK-Mitarbeiterinnen.

Führung mit Mieke Michelbrink

Eine von ihnen ist Mieke Michelbrink, die am Sonntag um 15 Uhr gemeinsam mit Steinecke eine Führung geben wird. „Sie kann noch viele Geschichten aus dem Werk erzählen“, sagt Steinecke.

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