Binnenschifffahrt

Niederländer sind entsetzt über deutsche Reederei

Das offene Entgasen von Tankschiffen ist verboten. Aber es gibt entlang des Rheins keine Entgasungsstationen für Binnenschiffe.

Das offene Entgasen von Tankschiffen ist verboten. Aber es gibt entlang des Rheins keine Entgasungsstationen für Binnenschiffe.

Foto: Andreas Gebbink

Eine deutsche Reederei soll Schiffsführer angewiesen haben, Schiffe illegal auf niederländischem Staatsgebiet zu entgasen. Sanktionen drohen.

Emmerich. Verantwortliche in der niederländischen Provinz Gelderland gehen auf die Barrikaden. Laut der Zeitung De Gelderlander habe eine deutsche Reederei ihre Schiffsführer aufgefordert, niederländisches Staatsgebiet anzusteuern, um dort die Boote zu entgasen.

Verbot soll landesweit kommen

Dies sei illegal, da in der Provinz ein Verbot bestehe. Nach Willen einiger NL-Politiker soll das Verbot landesweit ausgeweitet werden. Ein Abgeordneter der VVD will nun den zuständigen Minister dazu drängen, dass er auch deutschen Reedereien klar mache, welche Sanktionen drohen.

Es fehlen Vorrichtungen

In Deutschland sind Binnenschiffer bereits seit 2001 dazu verpflichtet, ihren Tankraum ordnungsgemäß zu entgasen. Allerdings fehlen entlang des Rheins geeignete Vorrichtungen (die NRZ berichtete). Entsprechend werden die Laderäume mit den krebserregenden Restgasen oftmals in die Luft geblasen. Dabei geht es um große Mengen krebserregender Stoffe.

Tankstellen werden streng kontrolliert

Mit einem Tankschiff durchschnittlicher Größe (4000 Tonnen Kraftstoff) können bis zu 200 Tankstellen beliefert werden. Bei Tankstellen wird streng kontrolliert – bei Binnenschiffen nicht. In der Grenzregion gibt es seit Jahren Beschwerden über Geruchsbelästigungen am Rhein.

Entgasung bei Ladungswechsel

Tankschiffe müssen dann entgast werden, wenn sie ihre Ladung wechseln oder einen Werftaufenthalt planen. Ein Rauspusten der Benzen-Gase in die Umgebung ist nur in bestimmten Ausnahmefällen zulässig. Diese Ausnahmen müssen beantragt werden.

Nur drei Anträge in einem Jahr

Es gab aber zum Beispiel im Jahr 2012 nur drei Anträge deutschlandweit, zwei wurden genehmigt. Als Ausnahme kann auch gelten, wenn ein unerwarteter Werftaufenthalt erforderlich ist.

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