Radverkehr

Polizei Kleve zu neuen Regeln für Radfahrer

Bei der Beleuchtung, die Radfahrer nutzen dürfen, hat sich in jüngster Vergangenheit einiges geändert.

Foto: Julian Stratenschulte

Bei der Beleuchtung, die Radfahrer nutzen dürfen, hat sich in jüngster Vergangenheit einiges geändert. Foto: Julian Stratenschulte

Kreis Kleve.   Es gibt zahlreiche neue Regeln für Fahrradfahrer. Begleitpersonen von jüngeren Kindern dürfen jetzt auch auf dem Bürgersteig fahren.

Haben Sie es gewusst? Für Radfahrer gilt grundsätzlich die gleiche Ampel wie für Autofahrer. Fußgängerampeln gelten nur für Fußgänger, nicht für Radler. Wenn die Radfahrer auf einem Radweg fahren, gibt es oft eigene Ampeln für sie – mit einem Fahrradsymbol. Gibt’s die Ampel mit dem Radsymbol nicht, ist für die Radfahrer das „Grün“ der Hauptfahrbahn maßgebend.

„Aber man ist als Fahrradfahrer gut beraten, nicht auf seine Vorfahrt zu pochen“, mahnt Achim Jaspers, Leiter der Pressestelle der Kreispolizeibehörde Kleve, mit Blick auf abbiegende Autofahrer. Schließlich seien die Folgen eines möglichen Zusammenstoßes für die Radfahrer in aller Regel deutlich folgenschwerer

Radverkehr ist deutlich flüssiger geworden

Die neue Regelung macht den Radverkehr attraktiver und deutlich flüssiger. Was aber noch nicht mit höherer Sicherheit verbunden sei, weiß Jaspers. „In dieser Hinsicht muss auch das Straßennetz noch angepasst werden“, sagt er. Dies gelte es auszubauen. „Beispielsweise durch eigene geschützte Bereiche für die Radfahrer, etwa mit einem von der Fahrbahn getrennten Radweg. Oder durch getrennte Fahrstreifen für Radfahrer, so wie man das aus den Niederlanden kenne.

Was sonst noch neu ist? Bisher war es so, dass Kinder bis zu acht Jahren auf dem Bürgersteig fahren mussten, bis zu zehn Jahre alte Kinder durften ihn nutzen. Das ist immer noch so. Aber: Jetzt darf auch die Begleitperson auf dem Bürgersteig radeln. „Der Gesetzgeber hat sich damit den Bedürfnissen angepasst“, erklärt Jaspers. Denn in der Vergangenheit habe es immer wieder kritische Stimmen seitens der Begleiter an der alten Regelung gegeben. „Wie sollen wir Vorbild sein, wenn wir auf einer anderen Bahn fahren?“, so ihre Argumentation.

Anpassungen gab es auch hinsichtlich der technischen Entwicklung heutiger Räder, sprich der Beleuchtung. Waren bisher nur Akkus wie etwa bei den E-Bikes bzw. wiederaufladbare Energiespeicher als Alternative zum Dynamo möglich, so sind jetzt auch batteriebetriebene Scheinwerfer erlaubt. Diese Beleuchtungseinrichtungen mussten bislang ständig – auch am Tage – mitgeführt werden.

Auch das hat sich geändert. Laut geändertem Gesetz müssen diese nur bei Dämmerung oder Dunkelheit angebracht und genutzt werden oder wenn die Sichtverhältnisse dies erfordern. „Das ist ein Schritt in Richtung Realität“, findet Achim Jaspers. Eine Regelung, die auch den vielen Pendlern zugute komme, die ihr Rad am Bahnhof stehen lassen. „Immer wieder kommt es zu Vandalismus, werden Beleuchtungseinrichtungen abmontiert“, weiß Jaspers aus der Praxis.

Vorschrift eines zweiten Rückstrahlers ist weggefallen

Der 52-Jährie nennt weitere Neuerungen: Die Vorschrift, einen zweiten Rückstrahler zu haben, ist weggefallen. Zudem ist jetzt neben Tagfahr- auch Fern- und Bremslicht erlaubt. Letztes wird sich bei Pedelec- und E-Bike-Fahrern mehr und mehr durchsetzen“, ist Jaspers überzeugt. Weiterhin sind jetzt zwei Scheinwerfer sowie ein zweites Rücklicht zugelassen.

Jaspers freut, dass die Akzeptanz bei älteren Verkehrsteilnehmern steigt, Fahrradhelme und abends Leuchtkleidung wie Leuchtwesten zu tragen, nachdem man schon seit geraumer Zeit in Schulen und Kindergärten die Kinder auf das Plus an Sicherheit hingewiesen hat.

>>SECHS RADFAHRER STARBEN 2016 IM KREIS

Sechs Radfahrer wurden 2016 auf Kreis Klever Straßen tödlich verletzt, drei davon waren Pedelec-Fahrer im Seniorenalter. Grund für die Polizei, die Fahrsicherheitstrainings für Pedelec- und E-Bike-Fahrer fortzuführen. Seit Anfang Juni 2017 gibt es diese Kurse, elf sind inzwischen kreisweit durchgeführt worden – mit mehr als 100 Teilnehmern. „Die Rückmeldung ist durchweg positiv“, so Achim Jaspers.

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