Seniorenbeirat

Reeser Seniorenbeirat nach Halle: Demokratie verteidigen

Zurzeit hat Rees kein Freibad. Ein neues soll gebaut werden, die europaweite Ausschreibung erfolgt. Falls es keine Vergabe-Beschwerden gibt, so Kämmerer Andres Mai im Seniorenbeirat, könnte Mitte nächsten Jahres der Startschuss fallen.

Zurzeit hat Rees kein Freibad. Ein neues soll gebaut werden, die europaweite Ausschreibung erfolgt. Falls es keine Vergabe-Beschwerden gibt, so Kämmerer Andres Mai im Seniorenbeirat, könnte Mitte nächsten Jahres der Startschuss fallen.

Foto: Diana Roos / Funke Foto Services

Rees.  Vorsitzender des Seniorenbeirates in Rees äußerte sich in Sitzung geschockt nach Halle. Auch Kinder und Enkel müssten Demokratie verteidigen.

Es gab viel zu berichten und zu besprechen im Seniorenbeirat, der turnusgemäß im Rathaus getagt hat. So wichtige Themen wie Betreuungsverfügungen und Vorsorgevollmachten stießen erwartungsgemäß auf sehr großes Interesse. Bemerkenswert war aber auch die Ausführungen vom Vorsitzenden des Beirates, Johann Bongardt. Er ging auf das Attentat von Halle ein – und bekam Riesenapplaus dafür.

Geschockt sei er gewesen über den Vorfall. „Antisemitismus und Fremdenhass bedrohen unsere Freiheit, die wirklich in Gefahr ist“, betonte Bongardt. Er appellierte an die Mitglieder des Seniorenbeirates, ihren Kindern und Enkeln zu sagen, dass sie die Demokratie, die alle als zu selbstverständlich wahrnehmen würden, verteidigen müssen. „Die Freiheit ist auch Grundlage unseres Wohlstandes“, betonte er.

Nötig sei glasklare Legitimation in Form einer Vorsorge-Vollmacht

Viele Fragen wurden gestellt, als Julia Terhorst und Eric Werth von der Kreisverwaltung in Kleve über Betreuungsverfügungen und Vorsorgevollmachten informierten. „Denken Sie daran: Alles muss geregelt sein“, gab er den Anwesenden mit auf den Weg. „Hat denn der Ehepartner kein Privileg?“, wollte ein Mitglied des Beirates wissen. „Hat er nicht. Ohne entsprechende Vollmachten darf er nicht über den Ehepartner bestimmen“, stellte Eric Werth klar. Nötig seien „glasklare Legitimationen in Form einer Vorsorge-Vollmacht“.

Dankbar nahmen die meisten nicht nur einen Flyer mit nach Hause, sondern auch Vollmacht-Vordrucke, erstellt vom Justiz-Ministerium, die die beiden Mitarbeiter der Kreisverwaltung dabei hatten. „Die Vollmachten müssen auch immer schriftlich fixiert sein“, sagte Eric Werth, der auch dazu riet, solche Schriftstücke beglaubigen zu lassen, was unter anderem beim Kreis für zehn Euro gemacht werden könne. „Da muss man nicht mehr zum Notar“, stellte der Fachmann klar.

Auch 2020 sind wieder Exkursionen geplant, etwa zum Münz-Museum in Wardt

Exkursionen will der Seniorenbeirat auch 2020 anbieten. An Vorschlägen mangelte es nicht. Ein Besuch wert sei das Münz-Museum in Xanten-Wardt, schlugen gleich zwei Teilnehmer vor. Als weitere Ziele wurden die Wasserwerke Wittenhorst sowie der Standort des Abwasserbehandlungsverbandes Kalkar-Rees in Hönnepel angeregt, aber auch eine Rundreise durch Rees, um etwa das Schulzentrum einmal näher kennen zu lernen.

Bekanntgegeben wurde der Termin für den Neujahrsempfang. Er wird am Montag, 13. Januar 2020, stattfinden. „Dazu gibt’s noch schriftliche Einladungen“, meinte der Vorsitzende. Der hofft, dass an dem Termin mehr Senioren teilnehmen werden als in diesem Jahr. Die nächste Beiratssitzung ist übrigens am 23. März nächsten Jahres.

Antrag beim Kreis Kleve für Behinderten-Parkplatz am Brauhof ist gestellt

Das Thema hatte in der Vergangenheit hohe Welle geschlagen, jetzt dürfe man sich auf einen Behinderten-Parkplatz am Brauhof durchaus Hoffnung machen. „Der Antrag beim Kreis Kleve ist gestellt“, bestätigte Michael Becker für die Stadtverwaltung. Und in Sachen neues Freibad gehe es auch voran, antwortete Kämmerer Andreas Mai auf eine entsprechende Frage: Man sei mitten in der europaweiten Ausschreibung (Mai: „Höchststrafe“). Wenn es keine Vergabe-Beschwerden geben sollte, könnte Mitte nächsten Jahres der Startschuss fallen. „Sonst durchaus erst ein Jahr später“, so Mai.

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