Reeser Geschichtsfreund

Ressa bringt den „Reeser Geschichtsfreund“ in den Handel

Nach dem Rheinübergang führten schottische Soldaten in der Hohen Rheinstraße deutsche Fallschirmjäger in die Kriegsgefangenschaft.     

Nach dem Rheinübergang führten schottische Soldaten in der Hohen Rheinstraße deutsche Fallschirmjäger in die Kriegsgefangenschaft.    

Foto: Stadtarchiv Rees

Rees.  „Reeser Geschichtsfreund“ ist ab Mittwoch erhältlich. 13. Jahrbuch des Geschichtsvereins Ressa fällt üppiger aus. Das hat historische Gründe.

Mehr als 20 ausführliche Berichte mit 170 Fotos auf fast 130 Seiten: Für den 13. Band des Jahrbuchs „Reeser Geschichtsfreund“ hat der Reeser Geschichtsverein Ressa wieder umfassend recherchiert und mit vielen Zeitzeugen gesprochen. Das Buch ist ab Mittwoch, 18. Dezember, für zehn Euro in der Touristeninformation am Markt und in der Bücherecke erhältlich. Alle Mitglieder des Geschichtsvereins erhalten ihr Exemplar vor Weihnachten gratis zugestellt.

„Die Nummer 13 ist garantiert keine Unglückszahl“, versichert der Ressa-Vorsitzende Heinz Wellmann. „Der aktuelle Band ist deutlich umfangreicher als seine beiden Vorgänger, und das aus gutem Grund: Da sich die Zerstörung von Rees und das Kriegsende bald zum 75. Mal jähren, haben wir diesen Ereignissen mehrere Beiträge gewidmet.“

Bombardierung von Rees vor 75 Jahren wird thematisiert

Zum einen erläutert Gastautor Alexander Berkel aus der ZDF-Redaktion „Zeitgeschichte“, warum Feldmarschall Bernard Montgomery 1945 Rees und die Nachbarstädte für den Rheinübergang der Alliierten auswählte. Ressa-Ehrenmitglied Hermann Voß beschreibt voller schmerzhafter Details, wie er im Alter von 17 Jahren die Bombardierung seiner Heimatstadt erlebte und wie sich danach das Leben der Zivilbevölkerung änderte.

Auch die Ressa-Vorstandsmitglieder widmen sich wieder der Stadtgeschichte und lokalen Persönlichkeiten: Agnes Jay schildert den Lebenslauf ihrer Mutter Else Lörcks, geborene Marxen. Die freipraktizierende „Hebamme mit Leib und Seele“ hat zwischen 1934 und 1980 mehr als 6000 Kinder in Rees und Umgebung auf die Welt geholt.

Bootsunglück vor 70 Jahren in Rees

Klaus Kuhlen blickt auf ein schweres Bootsunglück vor 70 Jahren zurück: Am 27. Dezember 1949 ertranken im Rhein zehn Menschen, die meisten waren erst zwischen 17 und 20 Jahre alt, als sie nachts mit einem Kahn von der Reeserschanz zurück nach Rees fahren wollten. In einem fiktiven Interview mit seinem „Opa Fritz“ erinnert Klaus Kuhlen an die Zeit des Reesers Friedrich Meyer beim Kaiser-Franz-Garde-Grenadierregiment in Berlin von 1901 bis 1903.

Gemeinsam mit Dirk Kleinwegen widmete sich Klaus Kuhlen der Geschichte der Grundschulturnhalle am Hermann-Terlinden-Weg. 1953 eingeweiht, soll sie in naher Zukunft abgerissen werden, auch wenn die Initiative Kulturnhalle das zu verhindern sucht.

Ein Vergleich der Luftbildfotografie

Michael Scholten erläutert in seinem Beitrag „Rees von oben“ die Geschichte der Luftbildfotografie und zeigt viele Beispiele, vom ersten „Junkers-Luftbild“ aus dem Jahr 1926 bis zu aktuellen Drohnenbildern von Wahid Valiei.

Michael Scholten erzählt auch die 140 Jahre währende Geschichte der Futtermittelfabrik B.S. Wolff, später Wentges & Co. GmbH, und beleuchtet dabei die Hintergründe des Verkaufs im Jahr 1936.

Zudem hat Scholten die Geschichte des Spielzeuggeschäfts Raffel in der Dellstraße und Details zu einer Schiffsmodell-Ausstellung der Marine-Hitler-Jugend auf dem Rhein vor Rees erforscht.

Erstmals haben Schüler des Gymnasiums Aspel mitgewirkt

Mitglied Heinz Belting hält mit seinem anekdotenreichen Beitrag die Erinnerung an den freien Journalisten und Lebenskünstler Hugo Entrup wach.

Erstmals haben sich auch Schüler des Gymnasiums Aspel am „Reeser Geschichtsfreund“ beteiligt. Basierend auf einer Ausstellung des Leistungskurses Geschichte Q2, hat Franziska Graaf über den Ersten Weltkrieg und die Reeser „Heimatfront“ geschrieben. Dazu passt auch Norbert Hollands Beitrag über das 100-jährige Jubiläum des Kriegerdenkmals in Esserden.

Eine Rückschau auf insgesamt 20 Vorträge, Exkursionen und Ausstellungen des Reeser Geschichtsvereins nimmt im „Reeser Geschichtsfreund“ 20 Seiten ein.

>> Ausblick auf das Jahr 2020

Das letzte Kapitel ist dem Ausblick auf das Jahr 2020 gewidmet. Neben Exkursionen zum Schloss Hueth, zum Stadtmuseum in ‘s-Heerenberg und nach Werth sind auch Vorträge über die Wochenzeitung „Rinkieker“, die niederländischen Zwangsarbeiter und die Nachtwächterei geplant. Zudem soll es Filmabende über Reeser Feste in den 70er und 80er Jahren sowie über den Umzug des Reeser Gymnasiums vom Haus Aspel an den Westring geben.

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