Umwelt

Stadt Rees lehnt Baum-Fällung wegen Laub im Herbst ab

Anwohner des Sperberwegs in Rees wollen, dass die Bäume vor ihren Häusern massiv zurück geschnitten oder am besten gleich gefällt werden. Die Stadt lehnt das ab.

Anwohner des Sperberwegs in Rees wollen, dass die Bäume vor ihren Häusern massiv zurück geschnitten oder am besten gleich gefällt werden. Die Stadt lehnt das ab.

Foto: Christian Creon / FUNKE Foto Services

Rees.  In Rees wollen Anwohner des Sperberwegs, dass die Stadt acht Meter hohe Bäume fällt, auch weil zu viel Laub anfällt. Das lehnt die Stadt ab.

Überall sterben Bäume, auch ältere, wegen der extremen Trockenheit. In der Berliner Politik weiß man um die dramatischen Folgen des Klimawandels, will mit großem Aufwand neu aufforsten. Junge Menschen gehen jetzt erstmals im Rahmen der „Friday For Future“-Bewegung in Rees auf die Straße.

Und dann das: Anlieger des Sperberwegs, und nicht wenige, wollen, dass in ihrer Straße acht Meter große Bäume, die zu hoch seien und zu große Kronen hätten, notfalls von der Stadt gefällt werden – auch, weil im Herbst so viel Laub anfalle.

Bereits im März, erfuhr die NRZ, hatten sich Anlieger an die Stadtverwaltung mit der Bitte gewandt, die „Riesen“, wie sie die Bäume auch bezeichnet haben, drastisch zurück zu schneiden oder am besten gleich zu fällen. Weil aus ihrer Sicht nicht nur Laub anfallen würde, sondern auch die Sicherheit der Anwohner des Sperberwegs nicht mehr gewährleistet sei. Der Wohnwert, heißt es, würde erheblich eingeschränkt.

Eine Gefährdung durch die Bäume sieht die Verwaltung nicht

Das sei überhaupt nicht nachvollziehbar, lautete ein Antwortschreiben der Stadt. Es wurde darauf verwiesen, dass die Bäume in drei Meter Abstand zu den Häuser gepflanzt worden seien, und das dies in Wohnstraßen absolut üblich wäre. Sie bereicherten das Straßenbild, und noch viel wichtiger sei ihre Funktion fürs Klima. Eine Gefährdung durch die Bäume liege ebenfalls nicht vor. Die Bäume würden regelmäßig mit Blick auf Kronenbruch und Standsicherheit überprüft.

Bedauert wurde im Übrigen, dass „Ihnen die Bäume mehr Leid als Freude bringen“, mit dem Appell, dass jeder Baum einen wertvollen Beitrag zur Sauerstoff-Produktion leiste. Die Antwort gefiel dem Verfasser wohl nicht, es folgte ein Schreiben an Bürgermeister Gerwers persönlich, unterschrieben von knapp 20 Anwohnern des Sperberwegs. „Warum nur am Sperberweg“ die 17 riesigen Bäume stehen müssten, die nur für Unannehmlichkeiten wie ständiges Fegen, Dachrinnen-Säubern und ähnliches sorgen würden.

Stadt stellt Körbe für die Laubentsorgung bereit – und leert sie auch

Die „Riesenbäume ziehen das Wasser aus den Vorgärten ab. Dort stirbt alles. Auch die Photovoltaik-Anlagen auf den Dächern vertragen den Schatten nicht“, beklagten die Anwohner unter anderem.

Was Bürgermeister Gerwers wiederum zu einer Antwort veranlasste. Er versicherte noch einmal, dass eine Gefahr durch die seinerzeit gepflanzten Säulenhain-Buchen nicht bestehe, auch weil die Wurzeln tief in die Erde reichen. Was den „Dreck“, sprich Laub, betreffe, stünden seitens der Stadt Gefäße bereit, in denen man das Laub füllen könne. Die Körbe würden von der Stadt auch geleert, was ja bekannt sein dürfte.

Gärten und Straßen müssten nicht immer besenrein sein, sagt Gerwers

An Kritik sparte er nicht, stellte dazu die Frage, „ob es wirklich so dramatisch ist, wenn in unseren Gärten oder auf unseren Straßen nicht immer alles besenrein ist“. Außerdem gebe es auch andere Straßen in Rees, wo man einen ähnlichen Baumbestand habe, etwa an der Sahlerstraße oder im Gebiet Queckvoor. Und von einem drastischen Kronen-Rückschnitt rate der Leiter des Bauhofes dringend ab, da sich dann ziemlich schnell viele neue Triebe bilden würden. Gerwers weiter: „Im Übrigen finde ich das Straßenbild des Sperberwegs auch und gerade wegen des Baumbewuchses ausgesprochen ansprechend...“

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