Barbershop

Syrischer Flüchtling hat Barbershop in Emmerich eröffnet

Haval Dahir Alahrashi, Justyna Waliszewska und Betreiber Muhamed Juma vom neuen Barbershop in Emmerich.

Haval Dahir Alahrashi, Justyna Waliszewska und Betreiber Muhamed Juma vom neuen Barbershop in Emmerich.

Foto: Markus Weissenfels / FUNKE Foto Services

Emmerich.  Muhamed Juma vom neuen Barbershop in Emmerich erklärt Unterschied zum Frisör-Handwerk. Hier geht’s dem Bart mit Feuer und Fäden an den Kragen.

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Er hat die Fäden in der Hand. Er spielt mit dem Feuer. Und er führt eine scharfe Klinge. Die Rede ist von Muhamed Juma, Inhaber des neuen Barbershop an der Kaßstraße 16. Denn der Syrer hat diverse Techniken in petto, um das Gesichtshaar zu pflegen. Ein Frisör und ein Barbier – das ist nicht das selbe.

Als Flüchtling nach Emmerich gekommen

Vor vier Jahren kam der 24-Jährige als Bürgerkriegsflüchtling über die Türkei nach Deutschland. Schon vor zehn Jahren lernte er im Salon seines Bruders sein Handwerk, obgleich es in Syrien kein Ausbildungssystem gibt, wie man es in Deutschland kennt.

Seit dem 18. Oktober hat er sich nun selbstständig machen können und freut sich über reichlich Kundschaft. Deshalb seine Botschaft an die Landsleute in Emmerich: „Ich wünsche allen, dass sie gute Sachen anpacken. Wer etwas tut, bekommt seine Chance.“

Um den Barbershop zu eröffnen, der auch ein Frisörsalon ist, musste ein Frisörmeister her, so will es das deutsche Gesetz. Diese Meisterin wurde mit Maria Pineiro Moldes aus Goch gefunden, berichtet Abdullah Dag, der Juma organisatorisch unterstützt. Zwei weitere Teilzeitkräfte arbeiten im Salon. Juma kümmert sich nur um die Männerhaare.

Mit Fäden und Feuer geht’s ran an die Haare

Etwa mit der Fadentechnik, bei der er Fäden um die Finger dreht und so geschickt kleine Härchen zupft. Auch in der Türkei ist das eine übliche Technik. Heiß her geht es, wenn Juma den getränkten Baumwolle-Kopf auf einem Edelstahlstäbchen entzündet und dann mit einer Tupftechnik etwa Ohrhaare weg flämmt. Tut nicht weh. Auch die Rasur mit einer echten Rasierklinge hat Muhamed Juma drauf.

Die Bartpflege vom Profi übernehmen zu lassen, das sei ein Trend, bestätigt auch Abdullah Dag: „Es kommen auch viele deutsche Kunden.“ Um lange Bärte zu pflegen sei Erfahrung hilfreich, weiß Juma, der das passende Werkzeug vorhalten kann. In der Bartpflege werde dieser erst eingeölt, dann geföhnt und gelegt, „und erst dann wird geschnitten. Wenn der Kunde es mag, wird der Bart danach noch eingecremt oder gewachst“, sagt Juma.

Den Meister möchte er nachholen

Deutsch hat der Syrer in vier Jahren schon recht gut gelernt. Sein Handwerk konnte er schon. Den Meister möchte er in Zukunft in Deutschland noch nachholen.

Der Barbershop an der Kaßstraße 16 ist montags bis freitags von 9 bis 18.30 Uhr sowie samstags von 9 bis 16 Uhr geöffnet. Kontakt: 02822/8002008.

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