Missbrauchsverdacht

Vorwurf des Missbrauchs gegen Pater aus Rees

In St. Mariä Himmelfahrt zelebrierte der emeritierte Pater über Jahre die Heilige Messe.

In St. Mariä Himmelfahrt zelebrierte der emeritierte Pater über Jahre die Heilige Messe.

Foto: Thorsten Lindekamp / FUNKE Foto Services

Rees.  Die Vorwürfe des Missbrauchs aus dem Jahr 1964 stammen aus Chile, wo der Pater aus Rees 40 Jahre tätig war. Reeser Seelsorger nehmen Stellung.

Wie das Bistum Münster bekanntgab, sind in Chile Missbrauchsvorwürfe gegen einen vor einem Jahr verstorbenen Geistlichen, der aus Rees stammt, erhoben worden. Wie das Bistum Osorno auf seiner Internetseite schreibt, betrifft die Anzeige einen Vorfall aus dem Jahr 1964. Sie nennt auch den damals in San José de la Mariquina tätigen Pater beim Namen. Der Beschuldigten verstarb im vergangenen Jahr im Alter von 81 Jahren. Er war rund 40 Jahre als Seelsorger in Südamerika tätig und kam Anfang der 2000er Jahre nach Rees, wo er das Seelsorgeteam von St. Irmgardis unterstützte. Zwischenzeitlich war er auch in der Herz-Jesu-Pfarre in Wesel tätig. „Wir haben erst nach seinem Tod im August 2018 von einem chilenischen Fotojournalisten Hinweise bekommen, dass es Vorwürfe des sexuellen Missbrauchs gegen ihn gibt“, wird Bistumssprecher Stephan Kronenburg in Kirche und Leben zitiert. In der Personalakte fänden sich keine Hinweise auf sexuellen Missbrauch.

Bistum in Kontakt mit mutmaßlichem Opfer

Nach Angaben des Bistums Osorno war zunächst erfolglos versucht worden, die Vorwürfe dem Sonderermittler und Chefaufklärer des Vatikan in Sachen Missbrauch, Erzbischof Charles Scicluna, zu übergeben. Ende April seien die Anschuldigungen dann der Abteilung zur Missbrauchs-Prävention der Chilenischen Bischofskonferenz angezeigt worden. Von dort aus wurden sie an das Bistum Osorno weitergeleitet.

Inzwischen stehe das Bistum mit dem mutmaßlichen Opfer in Kontakt. Eine erste Anzeigen zu diesem Missbrauchsfall habe es bereits 1976/77 gegeben.

Missbrauch wird auch in den Pfarrnachrichten thematisiert

Auch in den Aktuellen Nachrichten der Reeser Pfarrgemeinde St. Irmgardis wird der Name des Paters genannt. „Die Missbrauchsvorwürfe in seiner Zeit in Chile haben uns wie ein Blitz aus heiterem Himmel getroffen. Uns als Seelsorgern sind aus seiner Reeser Zeit keinerlei Vorwürfe bekannt.“ Die Gemeindemitglieder werden aufgerufen, so sie denn Kenntnisse zu Vorfällen haben, sich an die unabhängigen Missbrauchsbeauftragten des Bistums Münster Bernadette Böcker-Kock: 0151-63404738 oder Bardo Schaffner: 0151-43816695 oder an die Reeser Seelsorger zu wenden. Nähere Informationen stehen unter der Adresse: https://www.bistum-muenster.de/sexueller_missbrauch/

Bereits im Frühjahr wurde ein aus Haldern stammender Pastor beschuldigt

Im Frühjahr war bereits ein Missbrauchsfall eines aus Haldern stammenden Geistlichen vom Bistum Münster bekanntgemacht worden, der ebenfalls im vergangenen Jahr verstorben ist.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben