Schwelm.

200 000 Menschen verfolgen Messe in Schwelm

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Schwelm. Dass der Gottesdienst in der Propsteikirche St. Marien etwas anders war, fiel erst auf den zweiten Blick auf. Propst Norbert Dudek hielt seine Predigt, die Schola Cantorum unter der Leitung von Ulrich Isfort sang ihre Lieder; die Gemeindeglieder beteten gemeinsam.

Mikrofone überall

Doch überall in der Kirche verteilt standen Mikrofone unterschiedlichsten Typs, draußen vor der Tür ein großer Übertragungswagen eines Rundfunksenders, der den Gottesdienst, in dem es um das Vertrauen als Schlüssel ging, über den Äther schickte. Und 200 000 Menschen hörten zu. Der Gottesdienst war gleich auf mehreren Sendern zu hören, auf WDR 5, NDR Info, RBB Kulturradio und MDR Figaro.

Die Gottesdienste sind regelmäßig, immer wieder sonntags dort zu hören. „Es ist eine Chance für Menschen an einem Gottesdienst teilzunehmen, wenn sie nicht selbst in die Kirche kommen können,“, sagte Pater Philipp Reichling, Rundfunkbeauftragter des Bistums Essen. Das Bistum ist mit vier Sendungen, die über das Jahr verteilt ausgestrahlt werden, im Rundfunk vertreten. „Der letzte Hörfunkgottesdienst findet in Wellringrade statt.“

Und eigentlich sei so ein Rundfunkgottesdienst wirklich nichts Besonderes, sagte Reichling. Der Ablauf werde schriftlich niedergelegt, wie bei einem Drehbuch. „Die Vorabendmesse am Samstag war unsere Generalprobe. In der Predigt wird dann noch mal etwas hinzugeschrieben oder weggestrichen.“ Im eigentlichen Hörfunkgottesdienst klappe dann immer alles so gut, dass er genau nach einer Stunde beendet ist. Punktlandung. Denn mehr Sendezeit gibt es nicht.

Hörertelefon als Ventil

Propst Norbert Dudek hatte nach dem Gottesdienst aber noch lange nicht Feierabend. Direkt im Anschluss ging es für ihn an das Hörertelefon. „Viele bedanken sich für die Predigt, möchten vielleicht den Predigttext haben – üben aber auch mal Kritik.“ Das sei aber zum Glück nicht die Regel, sagt Pater Philipp. „Doch gerade, wenn die Kirche eine schwere Zeit durchmacht, nutzen das einige als Ventil.“

Einige Anrufer erzählen auch von sich selbst, über ihr Sorgen, Ängste. „In nur anderthalb Stunden kann der Propst natürlich nicht allzu ausführliche Gespräche führen.“ Doch es bestehe jederzeit die Möglichkeit, falls es notwendig sei, dass Propst Norbert Dudek die Zuhörer zurückruft.

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