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543 Einsätze in Gevelsberg in einem Jahr

Für den Nachwuchs ist gesorgt: Die Mitglieder der Bambini-Feuerwehr freuten sich über bunte Osternester.

Für den Nachwuchs ist gesorgt: Die Mitglieder der Bambini-Feuerwehr freuten sich über bunte Osternester.

Foto: Laura Dicke

Gevelsberg.  Bürgermeister Claus Jacobi lobte Arbeit der Freiwilligen Feuerwehr Gevelsberg: „Auf unsere Wehr ist Verlass“. Schlüssel für Drehleiter übergeben

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„Auf unsere Wehr ist Verlass“, betonte Bürgermeister Claus Jacobi bei der diesjährigen Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Gevelsberg. Viel Lob, aber auch einige Kritik stand auf der Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr, neben dem traditionellen Jahresüberblick sowie Ehrungen und Beförderungen auf dem Programm. Denn die Freiwillige Feuerwehr darf sich nicht nur über die geplante neue Wache und die neue Drehleiter freuen, sie muss sich auch neuen Herausforderungen und Aufgaben stellen.

Respektlose Übergriffe

Dabei standen die wachsende Anzahl an Übergriffen gegenüber den Einsatzkräften und die Respektlosigkeit, vor allem in den sozialen Medien, nicht zur Diskussion, denn dies ist, so waren sich Rüdiger Schäfer, Leiter der Feuerwehr Gevelsberg, und alle Anwesenden einig, ein unerhörtes Verhalten.

Doch zunächst zum Jahr 2017: Die insgesamt 298 Feuerwehrangehörigen, darunter 138 aktive ehrenamtliche und 38 hauptamtliche Kräfte sowie 20 Kinder der Bambini-Feuerwehr, leisteten auch im Jahre 2017 wieder lobenswerte Dienste. „Mit insgesamt 543 Einsätzen ist das Einsatzaufkommen um 53 Einsätze gesunken“, berichtete Stadtbrandinspektor Rüdiger Kaiser.

Die Einsätze setzten sich zusammen aus einer Gesamtzahl von 140 Brandeinsätzen, davon 12 Fehlalarme und nur ein böswilliger Alarm sowie 403 technischen Hilfeleistungen. Dabei konnte die Feuerwehr Gevelsberg im Jahr 2017 113 Menschen und 35 Tiere aus einer Notlage retten. Auch der Rettungsdienst der Feuerwehr Gevelsberg leistete außerordentliche Arbeit. Mit 3124 Notfalleinsätzen zur medizinischen Hilfeleistung blieben die Einsatzzahlen im Vergleich mit den Vorjahren in etwa konstant.

Rüdiger Kaiser hob in seinem Jahresbericht einige Einsätze hervor.

Ein Brand in einem Kiosk im Januar, einige Verkehrsunfälle auf der Autobahn A1, ein Unfall in einem Gießereibetrieb im März und ein Großeinsatz an der Realschule Alte Geer aufgrund einer defekten Leuchtröhre blieben in Erinnerung. Besonders hervorzuheben war jedoch auch die schnelle und professionelle Bereitschaft der Freiwilligen Feuerwehr. „Die Feuerwehr leistete außerdem Unterstützung bei den Sicherheitsmaßnahmen bei der Kirmes und anderen Veranstaltungen im Stadtgebiet“, erzählte Stadtbrandinspektor Rüdiger Kaiser.

Mit der Werbekampagne „Freiwillige Feuerwehr für mich – für alle“ des Verbands der Feuerwehren NRW stand vor allem die Förderung des Ehrenamtes im Jahr 2017 an hoher Stelle. Denn auch bei der Feuerwehr ist eine abnehmende Entwicklung des Ehrenamtes zu erkennen.

Auf Nachwuchssuche

Dafür setzte sich das Team Öffentlichkeitsarbeit der Feuerwehr Gevelsberg mit seinen 13 Mitgliedern, unter der Leitung Martin Strikowskis, bei verschiedenen Veranstaltungen ein. Bürgernah zeigte sich die Feuerwehr beispielsweise beim Sommerfestival auf dem Vendômer Platz mit einer Modenschau der Schutzanzüge und auch am Boulevard war die Wehr mit einem Infostand vertreten. Auch in diesem Jahr wird die Förderung des Ehrenamtes und die Hochhaltung des positiven Images der Feuerwehr weiterhin Aufgabe sein, der sich das Team der Öffentlichkeitsarbeit stellt.

Ebenso der Nachwuchs wird bei der Gevelsberger Feuerwehr mit der Bambini-Feuerwehr groß geschrieben. Durch das Förderprojekt des Landes NRW freuen sich die 20 Kinder und 14 Betreuer nun über ein neues Mannschaftstransportfahrzeug, dessen Schlüssel ihnen bei der Versammlung symbolisch von Bürgermeister Claus Jacobi überreicht wurde. „Der Rat ist am Ball und wir wollen keine Kosten und Mühen scheuen für gute Ausrüstungen und Bedingungen unserer Wehr“, so der erste Bürger der Stadt. Dies galt gleichermaßen der Anschaffung der neuen Drehleiter, deren Schlüssel auch symbolisch überreicht wurde.

Planung für Wache auf Hochtouren

Die Planung der neuen Wache steht auf Hochtouren und der Auftrag wurde ans Architektenbüro Winkler und Partner aus Dortmund gegeben. „Es macht viel Spaß, wir können alles Mitgestalten und arbeiten kooperativ mit den Technischen Betrieben und dem Bürgermeister zusammen“, freute sich Leiter Rüdiger Schmidt über die derzeitigen Entwicklungen des Neubaus. Außerdem soll auch die geplante neue Kreisleitstelle für einen technischen Umbruch sorgen.

Neuen und alten Aufgaben, wie die Mitgliederförderung durch mehr Öffentlichkeitsarbeit, die Förderung des Nachwuchses und der Jugend, dem Bau der neuen Wache und kommenden Herausforderungen wie die zunehmende Cyber-Kriminalität, welche Kreisbrandmeister Rolf-Erich Rehm in seiner Begrüßung ansprach, wird sich die Freiwillige Feuerwehr auch in diesem Jahr mit vollem Einsatz stellen.

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