Jubiläumsfeier

75 Jahre Sozialdienst in Schwelm: Bis heute unverzichtbar

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Fühlt sich jung und voller Tatendrang: Schwelms ehrenamtlicher Sozialdienst, dessen 75. „Geburtstag“ jetzt gefeiert wurde.

Fühlt sich jung und voller Tatendrang: Schwelms ehrenamtlicher Sozialdienst, dessen 75. „Geburtstag“ jetzt gefeiert wurde.

Foto: Bernd Henkel

Schwelm.  75 Jahre im Dienste der Menschen in der Stadt. Warum der Ehrenamtliche Sozialdienst in Schwelm so einzigartig ist.

Man gilt als Seniorin oder Senior, wenn man Glückwünsche zum 75. Geburtstag entgegennimmt. Doch man kann in diesem Alter auch noch ganz jung und voller Tatendrang fühlen, wie der Ehrenamtliche Sozialdienst der Arbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege in Schwelm beweist.

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Der betätigt sich seit einem Dreivierteljahrhundert segensreich und feierte dies erfolgreiche Wirken jetzt im Ibach-Haus mit einer heiter-festlichen Veranstaltung. Im Mittelpunkt standen natürlich die ehrenamtlichen Sozialpflegerinnen und Sozialpfleger, die sich um Schwelmerinnen und Schwelmer ab 70 Jahren kümmern und so Nähe schaffen und Kontakt halten.

Man kann auch sagen, sie sind Netzwerker, ihre Plattform ist das Veranstaltungsprogramm der ARGE mit tollen Mitmachangeboten aus Kultur und Sport. Im direkten Gespräch werben sie für ein Leben der Älteren im öffentlichen Raum und: in Gemeinsamkeit. Sie pflegen das Soziale und haben damit Erfolg. Die meisten Schwelmer Sozialpflegerinnen und -pfleger sind selbst schon reicher an Jahren, doch auch Jüngere interessieren sich für dieses Ehrenamt, das seiner Bedeutung und Zukunftsfähigkeit wegen 2015 vom Land NRW als einer der „Orte des Fortschritts“ ausgezeichnet wurde.

So wurde denn auch mit Lob und Dank ebenso wenig gespart wie mit einem guten Programm, durch das schlagfertig, zugewandt und humorvoll Sascha Kron führte. Der Koordinator des Schwelmer Seniorenbüros hatte gemeinsam mit dem LEO-Theater diesen besonderen Nachmittag organisiert.

Dem Programm vorgeschaltet worden war ein gemütliches Beisammensein, bei dem Bürgermeister Stephan Langhard, dem als 1. Vorsitzendender der ARGE diese wichtige Einrichtung sehr am Herzen liegt, bei Kaffee und Kuchen mit den Gästen plauderte, bevor er später bewegende Worte für das Geburtstagskind „Ehrenamtlicher Sozialdienst“ fand.

„Im Grunde geht es um gelebte Zusammenarbeit für die Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt, darum, dass man miteinander im Gespräch bleibt, gemeinsam etwas unternimmt, gar nicht erst einsam werden muss und die Stadtgesellschaft dadurch zusammenhält“, betonte das Stadtoberhaupt.

1947 in Zeiten der Not gegründet

Stephan Langhard erinnerte daran, dass sich die in Schwelm vor 1933 bestehenden Verbände - Innere Mission, Caritas, Arbeiterwohlfahrt und Deutsches Rotes Kreuz - kurz nach dem 2. Weltkrieg zur „Arbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege“ zusammenschlossen, um die unmittelbare Not der Zeit zu lindern. Daraus gründete sich 1947 der Ehrenamtliche Sozialdienst.

Diese einmalige Helferorganisation besserte Bombenschäden an Häusern aus, verteilte Lebensmittel, Altkleider und Möbel, eröffnete eine Wärmehalle und eine Volksküche. Mit wachsendem Wohlstand in Deutschland rückten für die Arbeitsgemeinschaft andere Aufgaben in den Vordergrund: Man erkannte die Gefahr, dass alte Menschen in der modernen Gesellschaft vereinsamen könnten. 1971 wurde die Aktion „Essen auf Rädern“ gegründet. Die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer sowie die Zivildienstleistenden bauten damals einen stabilen Sozialkontakt zu vielen älteren Menschen auf.

Heute steht die Betreuung von Seniorinnen und Senioren im Mittelpunkt der Arbeit. Die Arge organisiert Veranstaltungen, Fahrten, Vorträge und Kurse zur Erhaltung der Gesundheit. Das alles geschieht über ein dichtes Netz von ehrenamtlichen Sozialpflegerinnen und Sozialpflegern in den Sozialbezirken.

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„Die ARGE“, so der Bürgermeister, „hat sich immer wieder neu erfunden und ist so stets auf der Höhe der Zeit geblieben“. Er dankte allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sehr herzlich und warb um weiteres Personal in der Sozialpflege, damit wir „dies unverzichtbare Hilfsangebot für unsere Senior/innen weiter in die Zukunft führen können!“

Ehrungen und Verabschiedungen

Im Rahmen der Festveranstaltung wurden als Jubilarinnen ausgezeichnet:

•Rosemarie Heitkämper, 5. Sozialbezirk für 35 Jahre Ehrenamt;

•Eleonore Beckmann, 3. Sozialbezirk für 40 Jahre Ehrenamt – in Abwesenheit;

•Eleonore Zimmermann, ARGE für 45 Jahre Ehrenamt.

Verabschiedet wurden – in Anwesenheit - Renate Allermann aus dem 11. Bezirk und – nicht anwesend - Gerd Möller aus dem 9. Bezirk, Renate Plischke aus dem 11. Bezirk und Bärbel Hahne aus dem 12. Bezirk.

Bürgermeister Stephan Langhard ließ es sich nicht nehmen, persönlich sowohl die Schwelmer Ehrenamtskarte zu verteilen, als auch die neue, vom Land gestaltete Jubiläums-Ehrenamtskarte.

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