Hausnotruf

Ärger über Telekom: Ennepetalerin eine Woche ohne Festnetz

Roland Rüggeberg und Ehefrau Elke (rechts) unterstützen ihre beiden Nachbarinnen nicht nur in Sachen Telekom.

Roland Rüggeberg und Ehefrau Elke (rechts) unterstützen ihre beiden Nachbarinnen nicht nur in Sachen Telekom.

Foto: Carmen Thomaschewski

Ennepetal.   Siglinde Möller fühlt sich in ihrer Wohnung nicht mehr sicher. Seit einer Woche ist sie ohne Festnetz. Doch der ist für sie lebenswichtig.

Siglinde Möller findet nachts keine Ruhe mehr. An Schlaf ist kaum zu denken, weil sie sich in ihrer eigenen Wohnung nicht mehr sicher fühlt, weil sie Angst hat. Seit Donnerstag, dem 29. November, hat sie dieses mulmige Gefühl, seit ihr Festnetzanschluss der Telekom nicht mehr erreichbar ist. Ohne Telefon funktioniert ihr Hausnotrufknopf nicht, den sie so dringend braucht und der sie schon einmal gerettet hat. Die Ennepetalerin wird am 20. Dezember 89 Jahre alt, ihr ist oft schwindelig, und sie lebt allein in ihrer Wohnung im Haus Wilhelmstraße 27.

Auch ihre Nachbarin Esther Ellinghaus kann seit einer Woche nicht mehr telefonieren, anscheinend sind sie die beiden einzigen Betroffenen in dem 16-Parteien-Haus. Am Freitag hat Roland Rüggeberg das erste Mal für die beiden Damen bei der Telekom das Problem gemeldet.

Am Freitag Störung gemeldet

„Ich habe gesagt, dass meine Nachbarin einen Hausnotruf hat, der ohne Festnetzanschluss nicht funktioniert“, dass schnell eine Lösung gefunden werde müsse. „Man sagte mir, dass die Störung bekannt sei und dass daran gearbeitet werde.“ Das Wochenende ging ins Land, und die Leitung war noch immer tot. Am Montagvormittag machte sich Siglinde Möller auf in den Telekom-Laden in Hagen. Nahm den Hausnotruf-Knopf mit, erklärte ihre Sorgen. „Die haben mich einfach abgewimmelt“, sagt sie. Kurz in den Computer geschaut und gesagt, dass doch schon jemand wegen der Störung angerufen habe. Dienstag versuchte es Roland Rüggeberg wieder mit der Hotline. 45 Minuten Wartezeit wurden angesagt. Rüggeberg legte auf.

Reaktion der Telekom

Esther Ellinghaus ist 84 Jahre alt, nach drei Tagen völliger Funkstille könne sie immerhin wieder angerufen werden, nur sie kann niemanden erreichen, sagt sie und ist sauer, dass sich eine Woche lang kein Techniker gemeldet hat. Siglinde Möller weiß, wie wichtig das Telefon ist, vor allem, wenn man Hilfe benötigt. Vor einem Jahr stürzte sie, brach sich den Arm, gleich mehrere Finger. „Als ich wieder zu mir kam, drückte ich den Notruf.“ Über eine Apparatur, die mit dem Telefon verbunden ist, hörte sie eine Stimme, die fragte was los sei. Kurze Zeit später war der Krankenwagen da. Diese Möglichkeit hat sie jetzt nicht, und das macht ihr Angst. „Ich kann hier liegen und niemand kriegt was mit.“

Auf Nachfrage unserer Zeitung teilt die Telekom mit, dass in diesem Fall einiges nicht gut gelaufen sei, und man sich dafür entschuldige. Zu dem Anschluss von Esther Ellinghaus, teilt die Pressestelle schriftlich mit. „Hier war bisher keine Störung gemeldet. Dies haben wir nun gemacht. Frau Ellinghaus steht mit uns in Kontakt. Sie kann nur abgehend nicht telefonieren. Bei der Messung wurde festgestellt, dass das Endgerät entweder defekt oder nicht kompatibel ist. Eine Störung liegt hier nicht vor.“

Zum Fall von Siglinde Möller räumte die Telekom ein, dass man in dieser Sache intensiver hätte drauf gucken müssen, und dass solche Anfragen eigentlich immer mit Priorität behandelt würden. Vor allem, wenn es um einen Hausnotruf geht. In solchen Situationen würde kurzfristig eine Übergangslösung geschaffen, in diesem Fall sei das versäumt worden.

Für den nächsten Tag sei ein Techniker, also für den heutigen Freitag, in das Haus bestellt und man würde schnellstmöglich handeln. Warum hat es so lange gedauert, bis ein Techniker aktiv wird? Dazu gab es am Donnerstag keine Auskunft. Auch nicht dazu, welches Problem vorliegt.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben