Umwelt

Aktion „Blüten & Insekten“ und Heckenschluss der AGU Schwelm

Die Weißdornhecken in Linderhausen wurden in früheren Jahren als Zaunersatz zum Abtrennen von Weideflächen für Rinder verwendet. Heute übernehmen das Stacheldrahtzäune

Die Weißdornhecken in Linderhausen wurden in früheren Jahren als Zaunersatz zum Abtrennen von Weideflächen für Rinder verwendet. Heute übernehmen das Stacheldrahtzäune

Foto: Bernd Richter

Schwelm.   Für die Arbeitsgemeinschaft Umweltschutz (AGU) sind das zwei weitere Herzensangelegenheiten. Startschuss der Aktion ist für Juni geplant

Die Weißdornhecken in Linderhausen stammen noch aus der Vor-Stacheldraht-Zeit. Damals wurden die Weideflächen für das Vieh von ihnen begrenzt. Deshalb sind sie als landschaftsprägendes Element auch Teil einer uralten Kulturlandschaft und werden staatlich geschützt. Doch der natürliche Weidezaun ist nicht nur pflegeintensiv, sondern hat in den letzten Jahren Löcher bekommen. Denen nimmt sich die Arbeitsgemeinschaft Umweltschutz Schwelm (AGU) an.

Die Rede ist von der Aktion Heckenschluss in Linderhausen. Eine Spende der Wilhelm-Erfurt-Stiftung und dank der Unterstützung durch Henry Erfurt hat die AGU 3800 Euro für die nötigen Arbeiten zur Verfügung gestellt bekommen. Der Verein konnte deshalb bereits im vergangenem Jahr rund 150 Heckenmeter nachpflanzen. In diesem Jahr sind bereits 250 Meter Weißdornhecke neu hinzugekommen. „Wir haben noch 1200 Euro im Topf. Das reicht für ungefähr 500 weitere Pflanzen, die wird im Spätherbst 2019 oder im Frühjahr 2020 in Linderhausen pflanzen werden“, sagt Michael Treimer von der AGU.

Von der Wichtigkeit der Heckenpflanzaktion mussten die AGU-Vertreter die Bauern nicht lange überzeugen. Es ist eine klassische Win-win-Situation. Die Bauern sind eigentlich für den Schutz der Weißdornhecken verantwortlich. Durch das Engagement der Umweltschützer wissen sie diese Aufgabe jedoch in guten Händen und sparen darüber hinaus noch Geld und Zeit. Und für die Natur ist der Weißdorn ein Bewegungs- und Rückzugsraum. „Die Weißdornhecken sind Insekten- und Vogelstraße für Linderhausen“, weiß Michael Treimer, Gründungsmitglied der AGU, über die ökologische Bedeutung der alten Kulturlandschaft zu berichten.

Aktion „Blüten & Insekten“

Mit „Blüten & Insekten“ gibt es noch eine zweite Aktion, die der AG Umweltschutz als Projekt in diesem Frühjahr am Herzen liegt. Es geht um einen Wettbewerb, in dessen Rahmen insektenfreundliche Vor- und Hausgärten und Betriebsgelände in Schwelm geschaffen werden sollen. Mitmachen können alle Grundstückseigentümer in der Kreisstadt. Die Aktion soll in diesem Jahr beginnen und über zwei Pflanz-/Wachstumsperioden bis Ende 2020 laufen. Der Startschuss für „Blüten & Insekten“ soll voraussichtlich im Juni mit einer Auftaktveranstaltung im Petrus-Gemeindehaus fallen. Den genauen Termin wird die AGU noch bekannt geben.

Das Insektensterben hat laut AGU dramatische Ausmaße angenommen. Dabei haben Insekten eine große Bedeutung in der Natur und auch für uns Menschen. Um diese Entwicklung zu stoppen, startet die AGU in Zusammenarbeit mit dem NABU Ennepe-Ruhr-Kreis und der Wilhelm Erfurt Stiftung, den Wettbewerb: „Aktion Blüten & Insekten“. Natürlich winken auch Preise, z. B. Gartengeräte, Bücher, Insektenhotels und Samen für den Garten.

„Wir wollen positiv motivieren und für die Insektenwelt etwas tun, nicht gegen etwas sein“, sagt Michael Treimer. Aber die Teilnehmer an dem Wettbewerb würden keinen Preis dafür bekommen, dass sie ihren Garten verwildern ließen.

Etwas für Insekten tun

„Man muss sehen, was der Teilnehmer für die Insekten getan hat.“ Die möglichen Aktivitäten sind breit gefächert und können z.B. Blühstreifen, Staudenbeete, Insektenhotels und vieles mehr umfassen. Die Dokumentation samt Kurzbeschreibung und Fotos für den Wettbewerb leistet die AGU. „Der Teilnehmer hat damit keine Last“, verspricht Treimer.

Eine unabhängige, fachlich versierte Jury wird im Spätherbst 2020 die Beiträge bewerten und die Preisträger ermitteln. Mitglied der Jury sind Britta Kunz (Leiterin der Biologischen Station in Ennepetal), Matthias Sprenger (NABU Ennepe-Ruhr-Kreis) und Susanne Stockermann (Umweltpädagogin). Alle drei gehören nicht der AGU als Mitglied an.

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