Politik

Aktion gegen „illegale Nutzung von Behindertenparkplätzen“ in Ennepetal

Auf einem Behindertenparkplatz darf nur mit entsprechendem Parkausweis geparkt werden. Sonst kostet es 35 Euro, ggf. plus Abschleppkosten.Foto:Arnulf Stoffel

Auf einem Behindertenparkplatz darf nur mit entsprechendem Parkausweis geparkt werden. Sonst kostet es 35 Euro, ggf. plus Abschleppkosten.Foto:Arnulf Stoffel

Ennepetal.   Behindertenbeirat thematisiert ein immer wieder zu beobachtendes Ärgernis. Hinweis durch Flyer an der Windschutzscheibe von Falschparkern.

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Behindertenparkplätze werden in Ennepetal oftmals von Autofahrern genutzt, die keine Berechtigung haben, dort zu parken. Der Behindertenbeirat der Stadt appellierte nun in seiner Sitzung mit einem einstimmigen Beschluss an die Stadtverwaltung, verstärkt Kontrollen durchzuführen. Auch werden die Beiratsmitglieder in Zukunft die Falschparker mit einem Flyer an der Windschutzscheibe ihres Autos auf die „illegale Nutzung des Behindertenparkplatzes“ hinweisen. Michael Schmidt, der stellvertretende Fachbereichsleiter in der Stadtverwaltung, will sich um die Flyer kümmern. „Wir wollen aber nicht denunzieren“, machte der stellvertretende Vorsitzende des Behindertenbeirates, Karl-Erich Reuter, deutlich „Aber es muss etwas passieren!“

Der Beiratsvorsitzende, SPD-Stadtrat Giuseppe Bianco, hatte mit einem Antrag das Thema auf die Tagesordnung gebracht. Er stellte auch eine besondere Beschilderung der Behindertenparkplätze zur Diskussion. So heißt es in der Stadt Rottenburg am Neckar: „Sie haben meinen Parkplatz, wollen Sie auch meine Behinderung?“ Soweit will der Behindertenbeirat der Stadt nicht gehen. „Wir wollen aber die Autofahrer sensibilisieren und das widerrechtliche Parken auf Behindertenparkplätzen nicht einfach so hinnehmen“, argumentierte Bianco. „Zum Nachdenken bringen und ins Gewissen reden“ sei die Devise. In der Sitzung wurde deutlich, dass das Problem auch bei heimischen Einkaufszentren bestehe, die Stadt aber bei Privatgrundstücken keine Möglichkeit habe, tätig zu werden.

Weitere Themen des Gremiums

Die Zufahrt zum Lidl-Parkplatz von der Kölner Straße über die Brücke sei immer noch nicht barrierefrei, trotz Zusage. Michael Schmidt wird noch einmal den Grundstücksinhaber anschreiben.
Eine gute Nachricht für Menschen mit Handycap: Fertig gestellt ist die Bushaltestelle Gartenstraße (Richtung Milspe). Zur Kenntnis genommen wurde, dass der Bürgerbus nicht ausgestattet sei, um Rollstuhlfahrerinnen und -fahrer mitzunehmen.
Eine gute Nachricht überbrachte die städtische Behindertenbeauftragte Marie-Andree Fallu: „Die VER will das ,Dynamische Fahrgastinformationssystem’ am Busbahnhof in Milspe im Jahr 2019 installieren.“ Lob gab es auch für die VER: „Die Haltestellenansagen in den Bussen funktionieren.“

Die blindentechnische Ausstattung der städtischen Ampelanlagen wird auf Hinweis von Beiratsmitglied Josef Schwietering von Beiratsmitgliedern noch einmal kontrolliert. Die Anschaffung von mobilen Hörschleifen für Kulturveranstaltungen sei noch nicht geschehen. „Wir sind noch mit Anbietern im Gespräch“, erklärte Michael Schmidt. Die Heinrichstraße und der Saarlandring in Milspe werden noch besichtigt. Hier gebe es Stellen, die von Rollstuhlfahrern und Menschen mit Rollatoren kaum zu passieren seien.

Im Gespräch bleiben werde man mit den Stadtbetrieben. „Wir haben eine unheimliche Breite an Themen“, sagte Giuseppe Bianco und fand allgemeine Zustimmung. Zu Beginn hatte der Vorsitzende in seiner Begrüßung auch Elif Danyldiz willkommen geheißen. Sie absolviert ein „Freiwilliges soziales Jahr“ bei der Stadtverwaltung.

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