Sportplatz

Alte Rennbahn in Schwelm in Schritttempo neu gemacht

In weniger als Schritttempo trägt die speziell umgebaute Asphaltiermaschine den Granulat-Mix auf. Damit keine Kanten zwischen den einzelnen Bahnen entstehen, arbeitet der Mitarbeiter die Nähte mit einem Glätter Zentimeter für Zentimeter nach..

In weniger als Schritttempo trägt die speziell umgebaute Asphaltiermaschine den Granulat-Mix auf. Damit keine Kanten zwischen den einzelnen Bahnen entstehen, arbeitet der Mitarbeiter die Nähte mit einem Glätter Zentimeter für Zentimeter nach..

Foto: Andreas Gruber

Schwelm.   Nächste Etappe beim Umbau: In vier Tagen haben Mitarbeiter einer Spezialfirma die elastische Tragschicht auf die Spielfläche aufgezogen.

Dunkle Wolken zogen auf, doch die Atmosphäre hatte nur mit dem Wetter zu tun. Denn die Stimmung auf der Sportplatz-Baustelle selbst ist momentan gut. Aus gegebenen Anlass: Am Samstag wurde an der Rennbahn die nächste große Etappe geschafft. Mitarbeiter der Firma Polytan aus Halle/Westfalen haben in nur vier Tagen Arbeit die elastische Tragschicht aufs große Spielfeld aufgetragen. Voraussichtlich ab nächsten Montag wird darauf abschließend der neue Spielbelag verlegt. Schwelm hat dann endlich einen Kunstrasenplatz.

Mit schwerem Gerät rückten die Spezialisten aus dem Ostwestfälischen an, um das Fußballfeld für die finale Etappe aufzubereiten. Nachdem die Firma Strabag die Basisschicht gelegt und den Platz plan gezogen hatte, stand nun das Aufziehen der elastischen, dreieinhalb Zentimeter dicken Tragschicht an.

Dabei handelt es sich um ein Gummi-Granulat mit mineralischen Zusatzstoffen, das mit einem Polyrethan-Bindemittel erst gemischt und dann aufgetragen wird. Die elastische Tragschicht sorgt später dafür, dass der Kunstbelag – wie beim richtigen Rasen – bei jedem Schritt leicht nachgibt und Knochen und Gelenke der Spieler weniger belastet als beim Hartbelag.

Doch das ist noch Zukunftsmusik. Für die fünf Mitarbeiter der Firma Polytan und ihrem Bauleiter Henning Reckert ging es vergangene Woche erst einmal darum, nicht weniger als 9000 Quadratmeter so gleichmäßig mit dem zähen gummiartigen Granulat-Mix zu beschichten, dass nirgendwo auch nur kleinste Kuhlen entstehen, in denen sich später Pfützen bilden oder wo sich Spieler beim Laufen womöglich vertreten. Aus gutem Grund ist dies eine Arbeit nur für Spezialisten.

Für den gleichmäßigen Auftrag sorgt – vereinfacht ausgedrückt – ein speziell umgebauter Asphaltfertiger, wie Bauleiter Henning Reckert erklärte. „Das Besondere ist, der hat an der Unterseite eine lange Bohle. Die wird erwärmt und darunter wird das Material dann verdichtet und verglättet.“

Präzisionsarbeit auch dank Laserhilfe

Begonnen wurde am Mittwoch an der Spielfeld-Längsseite zur Steinwegstraße hin. Von dort aus ging es dann Bahn für Bahn weiter. Der Asphaltfertiger und der Lkw davor, der das Material in die große Schütte hievte, arbeiteten maximal im Schritttempo. Präzision braucht halt Zeit.

Ein Mitarbeiter, der am großen Asphaltierer seitlich fast auf Bodenhöhe sein Plätzchen hatte, „bügelte“ mit seinem Glätter unentwegt die kleine Naht zwischen alter und neuer Bahn glatt. Weil das Millimeterarbeit ist, wurde die Steuerung des schweren Geräts von Lasertechnik unterstützt. Direkt hinter dem Asphaltierer machte sich ein weiterer Mitarbeiter daran, mit einer dampfenden schweren Rolle die frisch gezogenen Bahnen nachzuplätten.

Machbar ist das nur bei trockenem Wetter. Die Prognose ließ zum Wochenausklang jedoch nichts Gutes erwarten. Umso erleichtert waren Bauleiter Reckert und seine fünfköpfige Kolonne, dass das Wetter hielt und sie am Samstag ihre Arbeit erledigen konnten. Neu beschichtet ist jetzt nicht nur das große Spielfeld selbst, sondern auch das Halbrund dahinter, auf der Seite zum Nebenplatz, das ebenfalls einen Kunstrasen bekommt. Dort kann später dann trainiert werden oder die Spieler können sich auf dem Nebengeläuf warm machen.

Nach gleichem Verfahren, aber mit deutlich kleinerem Gerät wurde vergangene Woche auch die Tragschicht auf dem Nebenplatz aufgebracht. Auch hier fehlt jetzt nur noch der finale Belag, die so genannte Verschleißschicht.

Die wird, was das große Spielfeld anbelangt, am kommenden Montag angeliefert. Der Kunstrasen befindet sich auf großen Rollen, mit jeweils einer vier Meter breiten und 70 Meter langen Bahn. Die Länge entspricht der Sportplatzbreite und wird auch so verlegt.

Ob das genauso schnell geht wie das Aufziehen der Tragschicht, bleibt abzuwarten. „Was jetzt kommt, ist stark witterungsabhängig. Da will ich mich nicht auf einen Tag festlegen“, erklärte Bauleiter Henning Reckert. Im Optimalfall, also wenn es durchweg trocken bleibt, ist mit mindestens einer Woche Arbeit zu rechnen. Sollte das Wetter mitspielen, könnte an der Rennbahn möglicherweise schon übernächste Woche der Kunstrasen liegen.

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