Anschluss-Probleme

Anwohner aus Ennepetal ärgern sich über Telekom

Von der Kommunikation abgeschnitten?In Ennepetal-Bülbringen gibt es Probleme mit Telekom-Anschlüssen. Der Umgang des Unternehmens damit stört die Anwohner zusätzlich.

Von der Kommunikation abgeschnitten?In Ennepetal-Bülbringen gibt es Probleme mit Telekom-Anschlüssen. Der Umgang des Unternehmens damit stört die Anwohner zusätzlich.

Foto: Max Kölsch

Ennepetal.   Mehrere Anschlüsse in Ennepetal-Bülbringen sollen seit Wochen nicht mehr funktionieren. Die Betroffenen erheben Vorwürfe gegen die Telekom.

Mehrere Anwohner des Ennepetaler Ortsteils Bülbringen sind verärgert. Seit einigen Wochen würden ihre Telekom-Anschlüsse nicht funktionieren, so der Vorwurf. Weder seien sie über ihre Festnetz-Telefone erreichbar, noch könnten sie damit jemanden anrufen. Die Telekom vertröste sie zum Teil seit Anfang Februar. Das Unternehmen bestätigt eine Störung auf Nachfrage dieser Zeitung und führt diese auf das Eindringen von Wasser in Kabelschächte und Leitungen zurück.

3. Februar 2019: Störung des Telefons.

4. Februar 2019: Störung der Telekom gemeldet, die das Kommen eines Technikers ankündigt.

6. Februar 2019: Wegen Krankheit des Technikers wird Termin auf den 7. Februar 2019 verschoben.“

Seine Frau habe alles dokumentiert, sagt Hans Hertwig, der am Plessenweg in Bülbringen wohnt. Sie arbeite bei der Verbraucherzentrale. Ein Techniker habe sich seitdem nicht bei ihnen blicken lassen.

Am 16. März vermerkt sie schließlich: „Anruf bei der Telekom, nichts Neues, alles bleibt wie gehabt.“ Mehrere schriftliche Beschwerden habe sie eingereicht. Seit dem 8. Februar könnten sie über eine Rufumleitung auf ihr Handy immerhin wieder Anrufe entgegennehmen.

Das Problem sei, dass nur seine Frau ein Handy habe, so Hertwig. „Ich habe kein Handy.“ Wenn einer von beiden unterwegs sei, sei der andere nicht erreichbar.

Auch Anne Franz und Gerda Krüger aus Bülbringen sind sauer. Franz habe schon am 28. Januar festgestellt, dass ihr Festnetz nicht mehr richtig funktioniere. Seitdem seien zwei Techniker bei ihr gewesen. Telefonieren müsse sie bis heute über ihr Handy – Anbieter sei Vodafone.

„Ich betreue hier in der Nachbarschaft auch jemanden, wo ein Hausnotruf von der Störung betroffen ist“, sagt Franz. „Wenn du nachts irgendwas hast, kannst du nur trommeln“, habe sie der Person gesagt. Franz habe ihr schließlich ein Handy besorgt, mit dem sie erreichbar sei.

Verwunderung über Nachweis

Bei Gerda Krüger habe sich ein Techniker angekündigt. Per SMS sei sie seitdem aber regelmäßig vertröstet worden. Eine Erfahrung, die auch Anne Franz gemacht hat. Am 7. Februar erhielt Krüger einen sogenannten „Servicenachweis“ der Telekom, der bestätigt, dass Krügers Anschluss instandgesetzt worden sei.

Unten auf dem Schreiben ist ein Kästchen angekreuzt, neben dem steht: „Endkunde verweigert die Unterschrift“. Krüger wundert sich: „Bei uns ist nie einer gewesen.“ Mittlerweile sei ihr eine Rufumleitung auf ihr Handy eingerichtet worden– ebenfalls Vodafone.

Anwohnerin Gaby Scholl sagt, dass sie stellvertretend für ihre Mutter Brundhilde Flamkamp, die ebenfalls in Bülbringen wohne, eine Vorstandsbeschwerde bei der Telekom eingereicht habe. Darauf sei auch eine Antwort gekommen.

Darin habe die Telekom auf Tiefbauarbeiten als Grund für die Störung verwiesen. Sie selbst, so Telekom-Kundin Scholl, telefoniere per „Voice over IP“ über das Internet und habe daher keine Probleme. Ihre Mutter sei allerdings nur per Handy erreichbar. „Aber was ist, wenn ich keinen Empfang habe?“, gibt diese zu bedenken.

Alle betonen, dass sie weitere Anwohner aus Bülbringen kennen würden, die ebenfalls Probleme mit ihren Telekom-Anschlüssen hätten. Alle drei Straßen des Ortes – Plessenweg, Biermannweg und Bülbringer Straße – seien betroffen.

Ausmaß nicht bekannt

„Unsere Recherche hat ergeben, dass die Störung durch Eindringen von Wasser in die Kabelschächte und Leitungen entstanden ist“, sagt eine Telekom-Sprecherin. Aufgrund der geschilderten möglichen Kundenauswirkungen liege die Anzahl der betroffenen Kunden aber nicht vor. „Um die Störung zu beheben, muss das durch Wasser beschädigte Hauptkabel ausgetauscht werden.“ Solche Maßnahmen seien äußerst aufwändig.

Zunächst müsse die Schadensstelle lokalisiert werden, sobald das geschehen sei, müsse das schadhafte Kabel durch einen Bagger freigelegt werden. Erst dann lasse sich auch beurteilen, welche Kabellänge ersetzt werden müsse, bevor die Techniker mit der Reparatur beginnen könnten.

Die Auswirkungen für den Kunden im betroffenen Anschluss-Bereich im Fall von Wasser in Kabeln seien zudem unterschiedlich. „Der Anschluss von Frau Krüger ist in diesem Fall komplett ausgefallen und wird nach Behebung der Störung wieder hergestellt“, gibt die Sprecherin ein Beispiel.

„Wir haben für die Tiefbau-Arbeiten bereits einen Auftrag an einen Dienstleister erteilt“, heißt es in der Stellungnahme der Telekom. „Momentan warten wir noch auf die erforderliche Genehmigung vom Landesbetrieb Straßenbau Nordrhein-Westfalen (Straßen NRW).“

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