Schwelm. Eigentlich wollte er sein Fahrverbot verkürzen, doch da hatte der 30-Jährige die Rechnung ohne das Schwelmer Amtsgericht gemacht.

Nach der Geburt seines dritten Kindes trennt sich seine Frau plötzlich von einem 30 Jahre alten Mann aus Schwelm. Damit kommt der Verlassene allerdings überhaupt nicht klar. Er fällt in eine Depression. In diesem Zustand setzt er sich am 15. Juli ans Steuer seines Wagens und fährt los. Eine ganz schlechte Idee, die ihn nun vor Gericht gebracht.

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Seine ehemalige Schwiegermutter sieht das und verständigt die Polizei. Denn: Am 29. Juni war dem Schwelmer wegen Neigung zur Trunksucht die Fahrerlaubnis entzogen worden. Und so flattert dem Mann ein Strafbefehl über 60 Tagessätze zu 35 Euro und damit eine Geldstrafe in Höhe von insgesamt 2100 Euro ins Haus.

Der Dreifachvater weiß, dass er mit der verbotenen Fahrt einen Fehler gemacht hatte. Deshalb sieht er die Strafe auch als gerechtfertigt an. So sagt er zumindest. Und trotzdem legt er Einspruch gegen den Strafbefehl ein. Der beinhaltet nämlich auch ein neunmonatiges Fahrverbot.

Für den Schwelmer, der unter anderem im Gastronomiebereich tätig ist, ist das beruflich ein großes Problem. Bei dem auf den Einspruch folgenden Verhandlungstermin im Amtsgericht Schwelm legt der Verteidiger sofort die Karten auf den Tisch. Er erklärt, dass die Tat vollumfänglich eingeräumt, und auch die Geldstrafe akzeptiert würden. Ziel sei es, so der Anwalt, das Fahrverbot zu verkürzen.

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Auch die Richterin spricht ganz offen. Im Regelfall läge die Sperrfrist bei sechs Monaten. Aufgrund von acht Einträgen im Straßenverkehrsregister des Angeklagten handele es sich aber nicht um einen Regelfall - als regelmäßiger Verkehrssünder wird man anders behandelt. Daher würde die Sperre bei einem neuen Urteil auch mehr als sechs Monate betragen müssen.

Nach dieser Aussage rudern Anwalt und Angeklagter umgehend zurück. Der Einspruch wird zurückgenommen und es bleibt bei der ursprünglichen Strafe. Reine Berechnung. Weil der Strafbefehl Ende August erlassen worden war, sind inzwischen auch schon knapp drei Monate der Sperre weg. Mit einem neuen Urteil hätte sich der 30-Jährige also höchstwahrscheinlich schlechter gestellt.