Gevelsberg. Über Monate kassierte der Gevelsberger zu Unrecht Arbeitslosengeld. Wegen Betrugs musste er sich jetzt vor Gericht verantworten.

Der Mann auf der Anklagebank des Amtsgerichts Schwelm wirkt wie der nette Junge von nebenan: Brille, ordentlicher Haarschnitt, sympathische Ausstrahlung. Doch ein Blick auf das strafrechtliche Vorleben des 24-Jährigen lässt den Schluss zu, dass der Schein trügt.

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Seit 2014 hat der Gevelsberger 13 Eintragungen im Vorstrafenregister angesammelt. Darunter Drogendelikte, Beleidigung und auch Körperverletzung. Dieses Mal sitzt der Vater eines kleinen Kindes wegen Betruges vor der Strafrichterin. In der Zeit vom 1. Juli bis zum 15. August vergangenen Jahres hatte der Angeklagte 1044,90 Euro zu Unrecht Unterstützung von der Agentur für Arbeit erhalten. Er hatte eine Arbeitsaufnahme bei DHL verschwiegen. Aber nicht nur das. Aus der Prozessakte ergibt sich, dass der Gevelsberger am 25. Juli vergangenen Jahres bei der Agentur angerufen und gefragt hatte, wann denn sein Arbeitslosengeld käme. „Ich hab mir nichts dabei gedacht“, gibt der 24-Jährige an. Die Richterin macht deutlich, dass der Angeklagte den doppelten Geldeingang von Lohn und Arbeitslosenunterstützung sofort bei der Agentur hätte melden müssen. Ob die 1044,90 Euro denn inzwischen an die Agentur für Arbeit zurückgezahlt seien, will die Richterin wissen. „Nein“, gesteht der Gevelsberger. Er habe das ganze Geld ausgegeben.

Aufgrund der 13 Vorstrafen und der besonderen kriminellen Energie durch den Anruf am 25. Juli, fällt die Strafe für den Betrug spürbar für den Angeklagten aus. Bei einem ungefähren Nettoeinkommen von 1200 Euro muss er 3600 Euro (80 Tagessätze zu je 40 Euro) Geldstrafe zahlen. Zudem wird die Staatsanwaltschaft versuchen, die 1044,90 Euro beim 24-Jährigen einzuziehen.

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