Verkehr

Autobahnkreuz Wuppertal-Nord ab 2026 Baustelle

Einziges Autobahnkreuz mit Ampel: Wer – wie hier – aus Fahrtrichtung Bremen kommend von der A 1 abfährt, landet auf der Bundesstraße

Einziges Autobahnkreuz mit Ampel: Wer – wie hier – aus Fahrtrichtung Bremen kommend von der A 1 abfährt, landet auf der Bundesstraße

Foto: Andreas Gruber

Schwelm.  Jahrelang war es mehr oder weniger ruhig darum, jetzt wird es konkret: Das AK Wuppertal-Nord soll ausgebaut werden.

Der Kampf gegen die Ausweisung neuer Gewerbeflächen im Schwelmer Norden ist noch in vollem Gange, die Online-Petition dagegen weiter aktiv, da kündigt sich das nächste Groß-Vorhaben an, das nicht wenige in und um Linderhausen ebenfalls mit wachem Auge verfolgen: der Ausbau des Autobahnkreuzes Wuppertal-Nord an bzw. unmittelbar hinter der Stadtgrenze zu Sprockhövel. Lange war es still um das seit Jahren anvisierte Projekt, nun wird es konkret.

Gelände vermessen

Dass sich was tut an der Schnittstelle von A1 und A46 war schon vor Monaten zu vernehmen. Von Mitarbeitern war die Rede, die im Grün rund ums Autobahnkreuz das Gelände vermessen. So zu hören Anfang des Jahres u.a. bei der Bürgerinformationsveranstaltung anlässlich der Gewerbeflächen-Ausweisung im Gemeindehaus Linderhausen.

Darum geht es

Das Autobahnkreuz Wuppertal-Nord ist verkehrstechnisch ein Provisorium. Seit dem Bau der Wuppertaler Stadtautobahn in den 70er Jahren endet die A 46 am Autobahnkreuz vor einer Ampel. Es ist ein Alleinstellungsmerkmal, das es so in Deutschland nirgendwo sonst gibt. Gleichzeitig ist das Autobahnkreuz einer der bedeutendsten Knotenpunkte innerhalb der Rhein-Ruhr-Metropole. Es verbindet die A1 als eine der wichtigsten europäischen Fernstraße mit der A43 als Ausweichstrecke für die A1 und mit der A 46 als südliche Umfahrung der Ost-West-Verbindungen durchs Ruhrgebiet. Täglich rollen rund 162.000 Fahrzeugen über das Autobahnkreuz. Der Ausbau des AK Wuppertal-Nord ist im Bundesverkehrswegeplan mit vordringlichem Bedarf zur Engpassbeseitigung eingestuft.

Das sagen die Planer

Ziel des Ausbaus ist eine ampelfreie Verknüpfung von A 46 und A1 und gleichzeitiger Ertüchtigung des Knotenpunktes. Vor Jahren war mal vom Bau zweier neuer Brückenbauwerke und von zwei Unterführungen die Rede, aktuell vom Bau einer neuen Brücke von der A 1 aus Richtung Köln auf die A 46 in Fahrtrichtung Düsseldorf.

Was Details angeht, hält man sich beim Landesbetrieb Straßen.NRW als Bauträger dazu momentan noch bedeckt. Da das Planfeststellungsverfahren erst in Vorbereitung sei, sei es zu früh, öffentlich über Ausbauentwürfe zu sprechen, teilte Straßen.NRW-Sprecher Andreas Berg mit. Immerhin soviel sagt er: „Das Kreuz muss leistungsfähig gestaltet und die Lichtzeichenanlage beseitigt werden.“ Er spricht von einer neuen Brücke und von der Erneuerung bestehender Bauwerke innerhalb des Autobahnkreuzes. Der Ausbau soll im laufenden Betrieb stattfinden.

So sieht die Zeitplanung aus

Laut Landesbetrieb sollen die Vorbereitungen für das Planfeststellungsverfahren bis Ende 2020 abgeschlossen sein. Anfang 2021 will Straßen.NRW ins Verfahren einsteigen. „Erfahrungsgemäß dauert das zwei bis drei Jahre“, sagt Sprecher Andreas Berg.

Im Anschluss daran folgt die Ausführungsplanung und anschließend die Ausschreibung. Bis dahin werden weitere zwei Jahre vergehen, schätzt Berg. Frühester Baubeginn wäre damit im Jahr 2026. Aber nur „wenn alles glatt läuft“, so der Straßen.NRW-Sprecher.

Beteiligung der Öffentlichkeit

Der Landesbetrieb will die betroffenen Kommunen bis zur Sommerpause über seine Vorzugsvarianten und über die Bauzeitplanung in Kenntnis setzen. Sprecher Andreas Berg: „Die Informationen gehen noch vor den Sommerferien auch an die Räte der Städte Sprockhövel, Wuppertal und Schwelm.“

Nach den Sommerferien will der Landesbetrieb dann die Öffentlichkeit informieren. Geplant sind Informationsveranstaltungen für die Bürger und Pressetermine, so der Straßen.NRW-Sprecher.

Erste Reaktionen

Vor allem in Linderhausen werden die Planungen mit Argus-Augen verfolgt. Die Frage ist: Wieviel Fläche fällt dem Ausbau zum Opfer und wo genau. Auch Lärmschutz spielt eine Rolle. Der Bürgerverein Linderhausen hat das Vorhaben auf dem Schirm.

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