Verkehr

Baustelle auf Beyenburger Straße völlig aus dem Zeitplan

„Das geht nicht  anders, weil sich sonst die Arbeiter in die Quere kommen“: Vor dem Aufziehen der neuen Fahrbahndecke auf 1,3 Kilometer Gesamtlänge muss erst die 120 Meter lange Stützmauer fertiggestellt sein.

Foto: Bernd Richter

„Das geht nicht anders, weil sich sonst die Arbeiter in die Quere kommen“: Vor dem Aufziehen der neuen Fahrbahndecke auf 1,3 Kilometer Gesamtlänge muss erst die 120 Meter lange Stützmauer fertiggestellt sein. Foto: Bernd Richter

Schwelm.   Ursprünglich sollte die Anfang Juli eingerichtete Baustelle acht Wochen dauern. Tatsächlich ist die Straße mindestens bis Weihnachten gesperrt.

Schlechte Nachrichten für Verkehrsteilnehmer und Anlieger: Die Beyenburger Straße ist bereits jetzt erheblich länger Baustelle und für den Verkehr gesperrt, als ursprünglich geplant. Eigentlich sollten die am 3. Juli begonnenen Arbeiten auf der vielbefahrenen L 527 nach acht Wochen fertig sein. Tatsächlich sind es schon mehr als 14 Wochen. Doch es kommt noch dicker: Der Landesbetrieb Straßen.NRW geht inzwischen offiziell von einer Freigabe erst kurz vor Weihnachten aus. Und selbst das erscheint angesichts der aktuellen Zeitplanung bei der Behörde optimistisch.

Falsche Zeitplanung und Probleme bei der Ausführung sind die Gründe, die der Landesbetrieb auf Nachfrage als Erklärung nennt, warum die Baustelle – zeitlich gesehen – so aus dem Ruder gelaufen ist bzw. läuft. Zum einen sei die veranschlagte Bauzeit angesichts der Größe des Vorhabens zu gering dimensioniert gewesen. „Wir hätten von vornherein sagen sollen, dass das Ganze mindestens zwölf Wochen dauert. Acht Wochen waren völlig illusorisch“, erklärte Straßen.NRW-Sprecher Michael Overmeyer. Zum anderen habe es eine sechswöchige Verzögerung beim Bau der neuen massiven Stützwand unten im Kurvenbereich gegeben, weil die ausführende Firma nicht den Schwertransport für das schwere Bohrgerät organisiert bekam. Laut Overmeyer war dies kein Fehler der Firma, sondern der guten Lage in der Baubranche geschuldet. Eine Erläuterung wurde nicht geliefert.

Beide Gründe zusammen würden zehn Wochen mehr Bauzeit erklären. Warum es zum jetzigen Zeitpunkt bereits erheblich länger dauert, begründet der Straßen.NRW-Sprecher mit den üblichen Unwägbarkeiten, die es auf jeder Baustelle gibt. „Sie können so etwas immer nur abschätzen. Genau sagen kann das keiner.“

Maßnahme kostet 1,1 Millionen Euro

Was konkret hat dann aber zu den Verzögerungen geführt? Auf Nachfrage teilte der Landesbetrieb mit, dass es – abgesehen von der Verzögerung beim Schwertransport – bisher keine unvorhergesehenen Probleme gab, was die Arbeiten selbst betrifft. Der Bau der neuen Stützmauer im Bereich der 180-Grad-Kurve kurz vor Beyenburg sei zwar eine aufwändige Sache. Das sei jedoch vorher klar gewesen und habe sich im Bauverlauf auch nicht als schwieriger oder größer herausgestellt wie ohnehin gedacht und geplant.

Die Fahrbahn wird im Serpentinenbereich seitlich auf 120 Meter Länge neu abgestützt. Das alte, deutlich kleinere Bauwerk war marode und baufällig. Für die neue Stützmauer, die mehrere Meter tief ins Erdreich ragt und aus massiven Winkelelementen besteht, musste die halbe Fahrbahn aufgerissen und der Boden ausgehoben werden. Weil der Aushub Altlasten enthielt, wurde er vor Ort sorgfältig getrennt. Vor der Gründung des neuen Stützbauwerk mit schwerem Gerät hatte der Kampfmittelräumdienst das gesamte Areal gründlich untersucht. Insgesamt 1,1 Millionen Euro kostet das Vorhaben. In der Summe enthalten ist die Erneuerung der Fahrbahn.

Die wird übrigens erst aufgezogen, sobald die Stützmauer fertig ist. „Das geht nicht anders, weil sich sonst die Arbeiter in die Quere kommen“, erklärte Michael Overmeyer. Stand heute rechnet Straßen.NRW mit einer Fertigstellung der Stützmauer Ende November.

Bis zu der gewünschten Freigabe der Beyenburger Straße vor Weihnachten blieben damit noch gut drei Wochen Zeit. „1,3 Kilometer neue Fahrbahndecke in drei Wochen sind machbar“, meinte der Straßen.NRW-Sprecher. Das Wetter müsste es dann allerdings schon sehr gut mit dem Landesbetrieb meinen.

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