Rock for Hospiz

Benefinzkonzert in Schwelm für todkranke Kinder

Die „Schwelmer Street Acoustic Band“ verzichtet für den guten Zweck ebenso auf ihre Gage wie alle anderen Musiker an diesem Abend.

Die „Schwelmer Street Acoustic Band“ verzichtet für den guten Zweck ebenso auf ihre Gage wie alle anderen Musiker an diesem Abend.

Foto: Laura Dicke

Schwelm.   Peter Jaksch organisiert „Rock for Hospiz“ in der Schwelmer Eventhalle. Er ist selbst Krebspatient. 700 Gäste feiern ausgelassen mit sechs Bands.

Erfahrung mit Konzerten hat er reichlich, doch nicht in solchen Größenordnungen. Die Rede ist von Peter Jaksch, der am vergangenen Samstag das erste Benefizkonzert „Rock for Hospiz“ zugunsten des Bergischen Kinder- und Jugendhospizes Burgholz Wuppertal in der Eventhalle Schwelm veranstaltete. Mit knapp 700 Besuchern war die Kapazität der großen Veranstaltungshalle zwar nicht wirklich ausgenutzt, doch an ausgelassener Party-Stimmung fehlte es bei diesem langen musikalischen Tag für den guten Zweck nicht.

Konzert ist Herzensangelegenheit

Sechs heimische Bands standen für den guten Zweck auf der Bühne: „The Arschbombe“, „Folky Dokie“, „6Pack“, „Schwelmer Street Acoustic Band“, „Tree Orange Whips“ und „Lazy Daisy“. Die Idee für das Konzert hatte Peter Jaksch. Für ihn ist es eine Herzensangelegenheit, dem Hospiz unter die Arme zu greifen, denn er selbst hat sich schon mit seinem Tod beschäftigen müssen.

Der Ur-Schwelmer, der sich auch überregional als Konzertveranstalter und Gastwirt des „Bluescorner“ einen Namen gemacht hat, erkrankte vor einigen Jahren an Krebs und hat sechs – zum Teil sehr schwere – Operationen hinter sich. Noch immer muss er regelmäßig zu Untersuchungen seines Krankheitszustandes. Das brachte ihn selbst dazu, sich intensiv mit seinem Leben zu beschäftigen und viele Dinge einfach zu machen. So wurde ihm erst vor Kurzem der Titel zum „Mister German Sport World 2018/2019“ verliehen – seine bereits zweite Mister-Germany-Auszeichnung ist. „Was macht man mit so einem Titel? Ich wollte mich einsetzen und etwas Vernünftiges daraus machen“, erzählte Peter Jaksch, dessen größte Leidenschaft die Rockmusik ist. Das Konzert „Rock for Hospiz“ war die logische Folge.

Hilfe für Kinder und Jugendliche

Der Kontakt mit dem Bergischen Kinder- und Jugendhospiz Burgholz, insbesondere mit Pflegerin Dagmar Mittelmann, bestand schon zuvor, darum war ihm klar, wofür er sich einsetzen wollte. Dass es ein Konzert sein sollte, stand außer Frage. „Alle Bands spielen unentgeltlich und waren sofort überzeugt von der Idee. Ich musste mich zurückhalten nicht noch mehr Bands anzufragen“, berichtet Peter Jaksch. Die Schwelmer Eventhalle stellte Inhaber Israfil Erkilic kostenfrei zur Verfügung. Somit sind alle Erlöse, die aus dem Abend übrig bleiben, für das Hospiz bestimmt und da kommen sie wirklich gut an.

Das Bergische Kinder- und Jugendhospiz Burgholz bietet Kindern und jungen Erwachsenen bis 27 mit einer lebenszeitverkürzten Erkrankung bereits ab dem Tag der Diagnose Hilfe in Beratung, Unterstützung und Pflege. Im Rahmen der ganzheitlichen Entlastungspflege können die Eltern und Geschwister der erkrankten Kinder in fünf Häusern Ruhe, Erholung und Entspannung finden. „Die Familien machen bei uns Urlaub. Wir pflegen die erkrankten Kinder und die Eltern können sich eine Zeit lang ausruhen“, erklärte Mitarbeiterin des Pflegeteams Dagmar Mittelmann. Im Hospiz findet die gesamte Familie Zeit zum Ausruhen, um den Alltag hinter sich zu lassen. Natürlich auch bei der Begleitung in den letzten Lebensphasen der erkrankten Kinder und für die Trauerbewältigung steht das Hospizteam an der Seite der Familien. „Der größte Teil der Erkrankungen sind Muskelerkrankungen, Gendefekte und Stoffwechselerkrankungen und nicht Krebs wie man vielleicht denkt“, erläutert Dagmar Mittelmann.

Mut zum Leben muss bleiben

Zu 60 Prozent wird das Bergische Kinder- und Jugendhospiz aus Spenden finanziert. Die Krankenkassen übernehmen nur die Pflege und Betreuung der an einer lebenszeitverkürzten Krankheit erkrankten Kinder, nicht aber den Aufenthalt der Eltern und Geschwister und auch die staatlichen Fördermittel sind gering. „Das Geld des Konzerts kommt da an, wo es hingehört, zu denen, die am wenigsten staatliche Unterstützung bekommen“, macht Veranstalter Peter Jaksch deutlich.

Sein Ziel für das Konzert war es auch, auf das Thema insgesamt und das Hospiz insbesondere aufmerksam zu machen, denn viele wissen laut Dagmar Mittelmann nicht, dass es in Wuppertal auch ein Kinder- und Jugendhospiz gibt. Zudem war es ihm wichtig zu zeigen, dass der Mut zum Leben nie verloren gehen soll. „Man darf nicht aufgeben, nur so und mit viel Kraft meiner Familie überstehe ich die Krankheit“, sagt Peter Jaksch.

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