Ausbildung

Berufsfelderkundung in der Gevelsberger Tischlerei Kleine

Vor dem Holzlager der Schreinerei machen die Ausbilder,

Foto: Klaus Bröking

Vor dem Holzlager der Schreinerei machen die Ausbilder, Foto: Klaus Bröking

Gevelsberg.   19 Gevelsberger Unternehmen machen bisher bei der Berufsfelderkundung der Agentur Mark mit. Ein Besuch bei der Tischlerei Kleine lohnt sich.

Ist es noch eine große Schreinerei oder schon eine kleine Möbelfabrik? Sichtbar überrascht von der Größe des Betriebes waren die Ausbilder von Gevelsberger Unternehmen, als sie sich in der Tischlerei Kleine an der Asbecker Straße trafen. Wie erstaunt wird wohl ein Schüler sein, wenn er hier auf der Suche nach seinem Weg ins Berufsleben landet? Er findet mit Computer gesteuerte Roboter. Hier arbeitet ein Unternehmen, das nicht nur Kunden in ganz Deutschland, sondern auch im Ausland hat. Es gibt neue Herausforderung mit jedem neuen Auftrag, denn jeder Kunde hat andere Wünsche.

Heimische Unternehmen bieten viel

Und weil die Schulabgänger kaum wissen, welche beruflichen Möglichkeiten die heimischen Unternehmen bieten, trafen sich die Ausbilder im Aufenthaltsraum von Kleine, wo es fast weihnachtlich nach Holz duftet.

19 Gevelsberger Unternehmen – dazu zählt auch die Tischlerei Kleine – machen bei der von der Agentur Mark organisierten Berufsfelderkundung mit. Schüler sind dabei sechs Stunden lang sozusagen zu Gast in einer heimischen Firma und können dort die Berufe, in denen ausgebildet wird, für sich entdecken. Das Internet bringt Ausbilder und Schüler zusammen. 79 Plätze für das Projekt werden von Gevelsberger Unternehmen bisher angeboten. Zu wenige, wie Michael Sicks von der Agentur Mark meint. Eigentlich müssten alle mitmachen, denn alle Betriebe suchen inzwischen Nachwuchs.

Nicht mehr wie bei Meister Eder

Achim Kleine, Chef des Schreinerei-Unternehmens mit zwei Dutzend Mitarbeitern, macht das Dilemma in seiner Begrüßung deutlich. Die Frage sei: „Wo bekommen wir unsere Fachleute, die wir heute schon brauchen?“ Besonders im Handwerk sei das schwierig. „Sie haben uns gezeigt, welche tollen handwerklichen Arbeitsplätze sie zu bieten haben“, sagte Bürgermeister Claus Jacobi. „Der Tischlerberuf ist nicht mehr Meister Eder“,stimmte ihm Kleine zu.

Schnell waren sich die Ausbilder einig, dass man junge Menschen an die Hand nehmen müsse, um ihnen die beruflichen Möglichkeiten zu zeigen. „Ich habe in dem Alter auch im Nebel gestochert,“ so Andreas Niehues, Chef im Autohaus Nolte. Bei BüMi hat ein Praktikant sich für den Beruf des Zerspaner interessiert: „Aber, das war so gar nicht sein Ding. Was sollte ich mit dem machen, ein abgebrochenes Praktikum macht sich in der Schule gar nicht gut?“ Der Ausbilder hat den jungen Mann mit zum Betriebselektriker genommen: „Das war dann ganz sein Ding.“

Gemeinsame Ideen

Erfahrungen, aus denen die Ausbilder lernen wollen. Warum nicht zum Beispiel am Berufsfelderkundungstag bei Kleine die Bretter für ein Vogelhäuschen zuschneiden und dann zur ABC-Lehrwerksatt wechseln, um das Werk mit Spax-Schrauben zusammen zu setzen? „Wir machen dann den Fahrdienst“, bot Niehues schmunzelnd an.

Wichtig sei, so die Ausbilder, einem jungen Menschen die Berufswelt in den Betrieben erlebbar zu machen. Sie einfach im Unternehmen für ein paar Stunden als stillen Beobachter mitlaufen zu lassen, das reiche einfach nicht. Der Besuch bei der Berufsfelderkundung sei meist der allererste Tag für die Mädchen und Jungen, die in den achten Klassen der weiterbildenden Schulen sind, in einem Unternehmen. Und der dabei vermittelte Eindruck sei für den Weg ins Berufsleben bedeutend.

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