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Bewegender Abschied in Ennepetal von Pfarrer André Graf

Ein gestaltetes Laken mit den Umrissen von Afrika, auf dem alle Mitarbeiter und alle 200 Kinder ihre Unterschrift gesetzt hatten: Pfarrer André Graf und seine Familie freuen sich über die tolle Überraschung

Ein gestaltetes Laken mit den Umrissen von Afrika, auf dem alle Mitarbeiter und alle 200 Kinder ihre Unterschrift gesetzt hatten: Pfarrer André Graf und seine Familie freuen sich über die tolle Überraschung

Foto: Angelika Trapp / WP

Ennepetal.  Der letzte Gottesdienst von Pfarrer André Graf war voller Überraschungen und hoch emotional. Graf zieht mit seiner Familie nach Namibia um.

Als es im Bauspielplatz-Abschlussgottesdienst darum ging, Pfarrer André Graf zu verabschieden, bevor er mit seiner Familie nach Namibia geht, zeigten sich die Bauspielplatz-Helfer sehr einfallsreich. Die Verabschiedungszeremonie zu Grafs letztem „Bauspielplatz-Einsatz“ hatten Fabian Höh mit seinem BSP-Team sowie BSP-Leiter Harald Marohn organisiert. Alles sei geheimnisvoll abgelaufen, der Pfarrer habe davon nichts mitbekommen, da an einer Tür im Gemeindehaus stand: „Kein Zutritt für Familie Graf“.

Die Überraschung: Ein gestaltetes Laken mit den Umrissen von Afrika, auf dem alle Mitarbeiter und alle 200 Kinder ihre Unterschrift gesetzt hatten. „Das Laken kann er zusammenfalten und mitnehmen, falls er noch Platz im Gepäck hat“, so Höh. Ehefrau Melanie Graf: „Das wird auf jeden Fall mitgenommen.“

Er wird zum Afrika-Entdecker

Außerdem wurde das Lied „Ich bin ein Bibelentdecker“ umgetextet in „Er wird zum Afrika-Entdecker“. Auch ein Theaterstück, „Geheimbund Fisch“, in dem aus Feinden Freunde wurden, gehörte zum umfangreichen Programm. Pfarrer Graf griff in seiner Predigt die Geschichte um Paulus und Timotheus auf. Fabian Höh und Harald Marohn, der die BSP-Tage Revue passieren ließ und der Jesus dankte für die erfüllte Zeit und die unglaublich gute Gemeinschaft, fanden zu Herzen gehende Worte für den beliebten Pfarrer.

Aber auch Marohn selbst wurde mit Lob überschüttet. „Es heißt ja, Du bist wie ein guter Wein, je älter, desto besser.“ Auch dem „Dienstältesten“, Rudi Krenzer (72), der immer ein Lächeln auf dem Gesicht habe, der bis zum letzten Krümel Holz aufräume, wurde gedankt. Ebenso wurde allen weiteren Engagierten Dank ausgesprochen und hübsche Präsente überreicht.

Stets Ruhe ausgestrahlt

Dann kam Fabian Höh zu Pfarrer Graf. „Du hast die Rolle fürs Dorf voll erfüllt.“ Graf sei unglaublich hilfsbereit, sein Umgang mit Kindern sei einzigartig, Graf sei immer für einen da gewesen, habe stets Ruhe ausgestrahlt. „Du wirst uns fehlen, du bist nicht zu ersetzen. Alles Gute und Gottes Segen“, so Höh. André Graf sagte: „Wir haben eine Woche voller Abenteuer hier erlebt“ – und er stimmte das Lied „Wir sind vom Bauspielplatz“ an.

Voll besetzte Kirche

Die Besucher in der bis auf den letzten Platz besetzten Kirche – Bänke und Stühle mussten noch herangeschafft werden – spendeten nach den „letzten offiziellen Worten“, bei denen manch einer mit den Tränen kämpfen musste, dem scheidenden Pfarrer nicht enden wollenden Applaus. Graf dankte für alle Begegnungen, erfüllte zum Schluss die „Pflicht“, das vom BSP-Team erstellte Afrika-Puzzle zusammenzusetzen. „Ohne dich wird auf dem BSP was fehlen. Du warst Mitarbeiter, Pastor, Held. Man kann schließlich immer auf dich zählen. Du bist der, der uns zusammenhält“, sang das Helfer-Team.

Bewegende Worte

Die Schlange derjenigen, die André Graf nach den bewegenden Worten persönlich die Hand schüttelten, war lang – und manche fielen ihm ganz einfach um den Hals. Werner Balke vom Heimatverein Rüggeberg sagte, er finde es schade, dass Pfarrer Graf bald nicht mehr da sei. Er verstehe es, mit Menschen umzugehen, egal ob jung oder alt.

Die Graf-Kinder seien gespannt auf das Leben in Afrika. Jonathan (6): „Ich freue mich am meisten auf die Tiere. Hier sieht man nur Hasen und Füchse. Wenn ich dort einen Gepard sehe, streichle ich den.“ Samuel (9): „Ich bin gespannt auf Tiere wie Elefanten, Zebras und Antilopen. Und auf den Pool im Garten. Da werde ich Papa reinschubsen.“

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