Hagen.

Boeler steigen aus neuer Hospital-Allianz aus

Hagen.  Mit der vom Erzbistum in Paderborn eingefädelten Allianz der drei katholischen Hospitäler mit den Märkischen Krankenhäusern bricht auf Hagener Seite das bestehende Gesellschafter-Konstrukt auseinander. So wird die St.-Johannes-Baptist-Gemeinde mit Unterzeichnung der Verträge zu der neuen Klinik-Allianz sich aus dem Verwaltungsrat der Katholischen Krankenhaus Gesellschaft (KKH) verabschieden. Das kündigt Pfarrer Christoph Schneider nach einem entsprechenden Votum der Boeler Kirchenvorstände gegenüber dieser Zeitung an. Ebenso steht der Verwaltungsratsvorsitzende und Notar Paul Streppel für die neu entstehende Allianz nicht mehr zur Verfügung und tritt von seinem Amt zurück. Damit verbleiben dort lediglich noch die St.-Marien- und die St.-Josefs-Gemeinde sowie die Cura (Beratungs- und Beteiligungsgesellschaft für soziale Einrichtungen des Erzbistums Paderborn).

Bündnis auf Augenhöhe

Bis zuletzt hatten die Boeler gehofft, dass die aus Paderborn verordnete wirtschaftliche Zwangsehe mit den Katholischen Kliniken im Märkischen Kreis (KKiMK) auch strukturell auf Augenhöhe vollzogen werden könnte: 45 Prozent KKH, 45 Prozent KKiMK und 10 Prozent Cura. Doch das Erzbistum insistierte auf einer 51-prozentigen Mehrheitsbeteiligung des kleineren Partners aus Iserlohn. Nur unter dieser Bedingung fließt aus der Paderborner Kirchenkasse auch die 13-Millionen-Euro-Aufbauhilfe.

„Das war für uns das Signal zum Ausstieg“, versichern Schneider und Streppel unisono. „Wir möchten das jetzt in Würde zu Ende bringen“, so Streppel. Im Sinne der Mitarbeiter der katholischen Hospitäler in Hagen begleiten sie noch die Übergangsphase, um dann im Mai mit Unterzeichnung der notariellen Verträge der KKH endgültig den Rücken zu kehren. „Unser Weg wäre ein Zusammengehen mit dem AKH gewesen“, blickt der Boeler Geistliche mit Wehmut auf die ursprüngliche Fusionsidee zurück. „Dort hätten wir uns auch als Christen gut aufgehoben gefühlt.“

Personalpolitischer Sündenfall

Welche unternehmerische Handschrift die KKiMK in Hagen an den Tag legen werden, erscheint derweil noch offen. Das Stammhaus machte vor zwei Jahren mit der Schließung des Balver St.-Marien-Hospitals zuletzt eher unrühmliche Schlagzeilen, als es angesichts des wirtschaftlichen Drucks die Notbremse zog und knapp 120 Mitarbeiter betriebsbedingt kündigte. Für einen konfessionellen Träger ein personalpolitischer Sündenfall. Für ähnliche Aktionen möchten Streppel und Schneider in Zukunft nicht geradestehen müssen, falls man beim KKH angesichts des gewaltigen Krankenbetten-Überschusses in Hagen eines Tages vor ähnlichen Entscheidungen stehen sollte: „Sonst kämen wir womöglich in die Situation, dass wir uns gegenüber der Gemeinde und den Mitarbeitern für Dinge verantworten müssten, die wir angesichts der Mehrheitsverhältnisse im Verwaltungsrat am Ende gar nicht mehr beeinflussen können.“

Das Engagement der Grünen Damen sowie des Krankenhaus-Geistlichen wird durch den Rückzug aus dem Gesellschafterkreis nicht tangiert.

Rein wirtschaftlich bedeutet der Schritt, dass der Nominalbetrag aus der GmbH in Höhe von 760 000 Euro an die Gemeinde zurückfließt. Die Erlöse aus diesem Kapital können für den St.-Johannes-Jahresetat genutzt werden.

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