Staatsschutz ermittelt

Brand am Warenhaus für Flüchtlinge in Schwelm

Rußgeschwärzte Fassade, aufgeplatzter Asphalt: Die Spuren des Brandes sind noch gut zu sehen, die Hintergründe jedoch völlig unklar.

Foto: Andreas Gruber

Rußgeschwärzte Fassade, aufgeplatzter Asphalt: Die Spuren des Brandes sind noch gut zu sehen, die Hintergründe jedoch völlig unklar. Foto: Andreas Gruber

Schwelm.   Nach dem Brand eines Müllcontainers am Warenhaus für Flüchtlinge ermittelt der Staatsschutz.

Gedankenlose Zündelei oder eine Tat mit fremdenfeindlichem Hintergrund? Am Mittwochmorgen, kurz nach Mitternacht, hat an der ehemaligen Turnhalle an der Markgrafenstraße eine graue Tonne gebrannt. Weil dort das Warenhaus für Flüchtlinge untergebracht ist, ermittelt nun der Staatsschutz in Hagen.

Die Spuren des Brandes sind Stunden später noch gut zu sehen. Die Seitenwand, vor der die brennende Restmülltonne stand, ist rußgeschwärzt. Der Asphalt darunter von der Hitze aufgeplatzt und weggebrochen. Zu Schaden kam auch das Regenabflussrohr gleich daneben.

Brand wird um 0.18 Uhr entdeckt

Dem Zufall ist es zu verdanken, dass in dieser Nacht nicht mehr passiert ist. Wäre die Schwelmer Feuerwehr erst später alarmiert worden, wer weiß, wie der Brand dann ausgegangen wäre.

Es ist kurz nach Mitternacht, gegen 0.18 Uhr, als zwei Personen, die mit dem Auto auf der Markgrafenstraße an dem Gebäude vorbeifahren, den brennenden Müllbehälter bemerken. Sie machen das einzig Richtige und alarmieren sofort die Feuerwehr.

Wenige Minuten später sind die Kräfte der Hauptwache mit einem Fahrzeug vor Ort und löschen den mittlerweile fast niedergebrannten Container ab. Anschließend kontrollieren sie, dass sich an und im Gebäude keine Brandnester befinden. Nach gut einer Stunde ist ihr Einsatz erledigt.

Routinemäßig wird die Polizei herbeigerufen. Den Beamten aus Schwelm ist bewusst, dass es sich möglicherweise um einen Anschlag auf das Warenhaus für Flüchtlinge handeln könnte. Der Staatsschutz wird informiert.

Staatsschutz rückt noch in Nacht aus

Noch in der Nacht rücken die Experten aus Hagen an, um den Brandort zu inspizieren. Sie finden keine Spuren, die auf einen fremdenfeindlichen Hintergrund der Tat hinweisen noch irgendwie zur Klärung der Hintergründe beitragen können. Das teilte später der Staatsschutz mit.

Noch während die Feuerwehr in der Nacht mit dem Löschen beschäftigt ist, meldet sich ein Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes, der rund um die Uhr in der Flüchtlingsunterkunft gleich nebenan tätig ist. Er sagt aus, dass er etwa eine halbe Stunde, bevor der brennende Container entdeckt wurde, einen jungen Mann auf der Parkouranlage zwischen Flüchtlingsunterkunft und Kinderhort gesehen habe. Der Mann, dessen Alter er nicht schätzen konnte, habe auf der Tischtennisplatte gesessen und geraucht und er habe Papier angezündet. Ob es sich dabei um den vermeintlichen Täter handelt, ist unklar. Die Polizei hofft auf weitere Zeugen und fragt nun: Wer hat die Person beobachtet und kann etwas dazu sagen? Der Mann soll ca. 180 bis 190 cm groß und schlank sein. Er soll zur Tatzeit schwarz gekleidet gewesen sein und habe eine dunkle Kappe getragen.

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