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Breitbandausbau gehört zur Daseinsvorsorge

Dass Glasfaser die bessere und schnellere Technologie ist, darüber sind sich alle einig. Einige wollen auf Vectoring als Zwischenschritt verzichten.

Dass Glasfaser die bessere und schnellere Technologie ist, darüber sind sich alle einig. Einige wollen auf Vectoring als Zwischenschritt verzichten.

Foto: dpa/Jan Woitas

Ennepe-Ruhr.   CDU-Fraktion im Kreistag will Vectoring überspringen und sofort Glasfaser legen. Stelle des Breitbandbeauftragten verlängert.

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Dass die Piratenpartei dem CDU-Fraktionsvorsitzenden im Kreistag eine Ehrenmitgliedschaft anbietet, kommt nicht alle Tage vor. Doch beim Thema Breitbandausbau im Ennepe-Ruhr-Kreis marschieren die Union und die Piraten im Gleichschritt. Beide pochen darauf, mit allen Mitteln ein Glasfasernetz für die Menschen im Kreis bereitszustellen und die Vectoring-Technik, mit der die Telekom für mehr Internetgeschwindigkeit im Kreis sorgen möchte, zu überspringen.

Das Wichtigste zuerst: Die Stelle des Breitbandbeauftragten des Kreises, Ulrich Schilling, der bei der EN-Wirtschaftsförderagentur angesiedelt ist wird um drei Jahre verlängert. Sie war zunächst auf zwei Jahre befristet, doch die Kreispolitiker sind sich einig, dass diese Position für die Zukunft unverzichtbar sein wird, wolle man konkurrenzfähig bleiben. Denn – auch da herrscht Einigkeit – Gewerbetreibende und zunehmend auch Privathaushalte haben die Höhe der Übertragungsraten ganz genau im Blick, wenn es darum geht, wo sie sich niederlassen und auch bei den Überlegungen, ob sie ihren Standort eventuell an eine andere Stelle verlagern.

100 Mbit reichen bald nicht mehr

Oliver Flüshöh sagte dazu: „Der Breitbandausbau ist ein Gegenstand der Daseinsvorsorge. Der Ausbau der digitalen Infrastruktur ist neben der Datensicherung eines der wichtigsten Dinge, um den Wohlstand in der gesamten Bundesrepublik, aber auch im Ennepe-Ruhr-Kreis zu erhalten.“ Er sprach von der digitalen Überlegenheit der USA, deren Top-5-IT-Unternehmen doppel so viel Wert besäßen, wie die 30 DAX-Unternehmen. Dieser Herausforderung müsse man sich stellen, wolle man wettbewerbsfähig bleiben. „90 Prozent aller Arbeitsplätze sind vom digitalen Wandel betroffen, wir müssen unseren Unternehmen die Basis für dieses neue Arbeiten zur Verfügung stellen“, sagte Flüshöh.

Da würden die maximal 100 Mbit pro Sekunde, die per Vectoring realisierbar seien, in absehbarer Zeit schon nicht mehr genügen. „Es ist vollkommen richtig, dass der Breitbandbeauftragte bleibt, aber die Pläne mit einer überholten Technik reichen nicht aus“, sagte Flüshöh und weiter: „Die Gelder sind ja vorhanden, nun müssen wir darüber hinausgehen, was die Telekom anbietet.“ In ähnlicher Weise hatte sich die Fraktion der Freien Wähler und Piraten bereits in ähnlicher Weise geäußert. Piraten-Kreistagsmitglied Chris J. Demmer hatte gefordert, dass „der Kreis selbst als Betreiber von Glasfasernetzen auftritt und so einen längst überfälligen Technologiesprung herbeiführt.“ Bei dieser Strategie gehe es um die Gründung oder Beteiligung an einer Gesellschaft, die den Ausbau nachhaltiger Infrastruktur betreibe. Dabei komme bevorzugt der Ausbau mittels Glasfaser bis in die Wohnung zum Einsatz.

Medienkonzept für Schulen

Mittels Vectoring sollen laut der Vorstellung der Kreisverwaltung bis zum Jahr 2019 Breitbandverbindungen fast flächendeckend vorhanden sein. Glasfaserverbindungen sind jedoch bereits für sämtliche Gewerbegebiete im Ennepe-Ruhr-Kreis möglich und zwar über den Glasfaserring der AVU (wir berichteten mehrfach).

Glasfaser ist auch nach Auffassung der FDP die Schlüsseltechnologie für ein gutes Breitband, deren Fraktionsvorsitzender Michael Schwunk sich freut, dass im Ennepe-Ruhr-Kreis nicht nur zuerst die Gewerbegebiete, sondern auch die Schulen angebunden werden sollen. Dies ist Bestandteil des Medienkonzepts für die kreiseigenen Schulen.

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