Glück im Unglück

Brieftasche in den Altkleider-Container geworfen

Klappe zu, Brieftasche weg – wie schwer es sein kann, einen Altkleidercontainer öffnen zu lassen, erfuhr nun ein Gevelsberger Ehepaar.

Foto: Johannes Kruck

Klappe zu, Brieftasche weg – wie schwer es sein kann, einen Altkleidercontainer öffnen zu lassen, erfuhr nun ein Gevelsberger Ehepaar.

Gevelsberg.   Gevelsberger erleben eine Odyssee mit dem Portemonnaie in der Altkleidersammlung des Roten Kreuzes. Subunternehmen kümmern sich um den Container.

Es gibt immer wieder Geschichten, bei denen sich ein jeder sicher ist: „Das kann mir auf keinen Fall passieren.“ Der Autoschlüssel im Gulli ist so ein Klassiker. Oder die Sache, die einem Gevelsberger Ehepaar widerfahren ist, das namentlich nicht genannt werden möchte und um so glücklicher ist, dass sich mit erheblichem Aufwand schließlich doch noch alles zum Guten wendete.

Gevelsberger verliert Portemonnaie mit Bargeld und zahlreiche Karten in Altkleider-Container

Die beiden misten regelmäßig ihren Kleiderschrank aus und werfen die Klamotten vorbildlich in Säcke verpackt in die Altkleider-Container des DRK. So weit so unspektakulär. Nun war es wieder einmal so weit, und das Ehepaar füllte die Säcke in einen der Container. Diesmal allerdings hielt der Gatte seine Brieftasche in der Hand, als er den Sack durch die Klappe schob. Just in dem Moment, als diese Klappe wieder hochschnellte, sah er, was ihm gerade passiert war: Nicht nur die Klamotten landeten im Containerschlund, sondern auch die Brieftasche – bestens gefüllt mit Bargeld und zahlreichen Karten. Unbeabsichtigt hatte er sie losgelassen, als er den Sack einwarf.

Diese selbst wieder aus dem Container zu angeln, ist ein Ding der Unmöglichkeit. Also wandte sich das Paar nach dem ersten Schrecken an das Deutsche Rote Kreuz in Gevelsberg, das den Container betreibt. Doch auch die DRK-Mitarbeiter kommen nicht so einfach an dessen Inhalt. Der 1. Vorsitzende, Hans-Günther Adrian, erklärt: „Wir leeren nicht alle unsere Container selbst.“ An besagtem Standort ist die AHE für die Leerung zuständig. Also wandten sich das Rote Kreuz und die Betroffenen mit ihrem Brieftaschenproblem an den heimischen Entsorgungsbetrieb.

Doch auch hier hieß es: „Wir können den Container nicht einfach öffnen.“ Denn AHE hat für die Leerung der Altkleider-Container ein Subunternehmen beauftragt. In diesem Fall ist das die Gekom GmbH, die auf den An- und Verkauf von Altkleidern spezialisiert ist und ihren Sitz in Witten hat.

Großes Treffen am Folgetag

Mittlerweile war klar: Am selben Tag wird das nichts mehr mit der Brieftaschenrettung, sie wird die Nacht im Container verbringen müssen. Aber – das sollte für die Besitzer zumindest beruhigend gewesen sein – viel unzugänglicher und somit sicherer, so scheint es, kann sie kaum irgendwo anders untergebracht werden.

Christel Dobbel, die die Kleiderstube des Deutschen Roten Kreuzes in Gevelsberg leitet, hatte sich mittlerweile ebenfalls eingeschaltet, um dem Ehepaar zu helfen. Sie vermittelte über die AHE und am Ende stand eine ganz pragmatische Lösung: Am folgenden Tag trafen sich nun Mitarbeiter von DRK, AHE und Gekom mit dem Gevelsberger Ehepaar am Container, um die Brieftasche aus ihrer Lage zu befreien.

Erleichtert nahm der Besitzer sie mit komplettem Inhalt wieder in Empfang und wird wohl – nachdem er nun genau weiß, dass es gar nicht so leicht ist, einen Altkleidercontainer öffnen zu lassen – demnächst genau darauf achten, was er in der Hand hält, wenn er erneut vorbildlich die alten Kleider dem DRK spendet.

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