Bücherei

Bücherei Ennepetal: Nicht wunschlos, aber zufrieden

Eva Renner, Leiterin der Stadtbücherei Ennepetal, freut sich, in den Räumen neue Gestaltungsmöglichkeiten zu haben.

Eva Renner, Leiterin der Stadtbücherei Ennepetal, freut sich, in den Räumen neue Gestaltungsmöglichkeiten zu haben.

Foto: Hartmut Breyer

Ennepetal.   Stadtbücherei führt im Vorfeld des Umzugs in die Marktpassage Umfrage durch. Personal sehr geschätzt. Ausweitung der Öffnungszeiten angesprochen.

In wenigen Monaten wird die Stadtbücherei aus dem Haus Ennepetal in die Passage am Markt umziehen. Am neuen Standort bieten sich nicht nur neue Räume, sondern auch Möglichkeiten, das Angebot zu erweitern, neue Schwerpunkte zu setzen und die Einrichtung noch mehr zu einem Aufenthaltsort für die Menschen in Ennepetal zu machen. Dafür haben Leiterin Eva Renner und ihr Team eine Bibliotheksstrategie entwickelt. In diesem Zusammenhang führte das Bücherei-Team eine anonyme Umfrage durch, an der sich jeder beteiligen konnte. Besonderes positiv bewertet wurde dabei das Personal, Verbesserungsbedarf wurde mehrfach hinsichtlich der Öffnungszeiten gesehen.

Die Fragen

Drei offen gestellte Fragen (ohne vorgegebene Antwortmöglichkeiten) galt es zu beantworten: Was schätzen Sie an der Stadtbücherei Ennepetal? Was können wir besser machen? Was wünschen Sie sich für die neue Stadtbücherei?

„Das Ziel war, vor allem unseren Stammlesern die Möglichkeit zu geben, ihre Meinung zu äußern“, erklärt Eva Renner. „Die Umfrage sollte frei, unkompliziert und formlos sein.“ Mit 61 Teilnehmern fiel die Beteiligung allerdings recht gering aus. „Der Durchführungszeitraum war nicht so lang“, erklärt die Bücherei-Leiterin, zudem habe es vor einigen Jahren eine Nutzerumfrage gegeben, deren Ergebnisse nicht veröffentlicht worden seien. Eine Grundlage für eine repräsentative Auswertung biete die Beteiligung nicht. Dennoch zog Renner einige Erkenntnisse aus den Antworten, die für die künftige Ein- und Ausrichtung der Bücherei nützlich sein können.

Die Stärken

Erfreulich für die Mitarbeiter: Auf die Frage, was sie an der Stadtbücherei Ennepetal schätzen, nannten fast 80 Prozent der Befragten das Personal. „Ich bin sehr froh, dass unsere Kunden das auch so wahrnehmen und schätzen, wie wir ihnen gegenüber treten wollen: freundlich, kompetent und zuvorkommend“, meint Eva Renner. Die Kundenzufriedenheit scheine allgemein sehr hoch zu sein. Das zeigten einige sehr positive Äußerungen in der Umfrage. So lautete ein Wunsch für die neue Bücherei: „Dass es genauso toll wird wie am alten Standort.“

Ebenfalls von vielen Antwortenden geschätzt wird das Medienangebot. 58 Prozent äußerten sich dazu ausdrücklich positiv. „Dabei wurden die große Auswahl und Vielfalt sowie die Aktualität des Bestands hervorgehoben“, erläutert Renner. Mehrfach genannt wurden zudem die Räumlichkeiten – die gemütliche Atmosphäre, die Größe und das Lese-Café – sowie die Angebote für Kinder.

Die Schwächen

37 Prozent der Teilnehmer gaben an, keine Verbesserungsvorschläge zu haben, weitere 24 Prozent ließen das Antwortfeld frei. Von denen, die Punkte aufführten, bezogen sich die meisten auf die Öffnungszeiten. Insbesondere sei eine Erweiterung im Vormittagsbereich genannt worden, so Renner. Zudem wurde bemängelt, dass es keine Möglichkeit der Medienrückgabe außerhalb der Öffnungszeiten gebe. Bei den Veranstaltungen für Erwachsene sahen einige Nutzer ebenfalls Verbesserungsbedarf.

Die Wünsche

Ein Drittel der Umfrageteilnehmer sprach sich für eine Verbesserung der Räume aus. Vor allem die Aspekte Helligkeit, Gemütlichkeit, moderne Einrichtung und Sitzmöbel, besseres Lese-Café, bessere Kinderecke und Schließfächer seien aufgeführt worden, erklärt Eva Renner. Ebenfalls häufig äußerten die Befragten den Wunsch, dass die bisherigen Stärken erhalten bleiben sollten – erkennbar in Antworten wie „Beibehaltung der qualitativ hochwertigen Beratung“ oder „Größe und Auswahl soll bleiben“. Neben dem Wunsch nach einer Ausweitung der Öffnungszeiten wurden Vorschläge für Veranstaltungen aufgeführt, zum Beispiel eine Krimi-Nacht. Weitere Wünsche zielten auf eine Erweiterung des Buchbestands und eine Verbesserung der Kinderecke.

Die Konsequenzen

Eva Renner freut sich, dass fast alle von den Befragten aufgeführten Wünsche am neuen Standort erfüllt und benannte Schwächen beseitigt werden könnten. Keine Verbesserungsmöglichkeit sieht sie allerdings beim Thema Öffnungszeiten. „Die werden wir erst einmal beibehalten“, sagt Eva Renner.

Beim Medienangebot soll es dagegen eine Ausweitung beziehungsweise Überarbeitung geben. Der Bücherei stehe dankenswerter Weise ein guter Grundetat zur Verfügung, betont die Bücherei-Leiterin. Förderanträge, die für die Einrichtung der neuen Bücherei gestellt wurden, enthielten auch eine Summe für neue Medien. „Den Sachbuchbestand wollen wir unbedingt erneuern“, erklärt sie. Das sei in der Umfrage genannt, von Kunden aber auch persönlich gesagt worden. Es sollen die sehr beliebten „Tonies“ angeschafft werden, das sind „Hörfiguren“, die Kindern quasi vorlesen. Und „Graphic Novels“ sowie Comics für Erwachsene möchte Eva Renner ebenfalls verstärkt ins Programm nehmen.

Eine neue Möblierung, eine verbesserte Sortierung und Beschriftung, ein neues Lese-Café, eine moderne Kinderecke, ein abgetrennter Jugendbereich sowie die Einrichtung von Schließfächern und einer Rückgabe-Box sind Renners Ausführungen zufolge ebenfalls vorgesehen. Mittelfristig soll zudem die RFID-Technologie, die mittels Chip und Lesegeräten funktioniert, für die Verwaltung, Verbuchung und Rückgabe eingeführt werden. „Das wird dazu beitragen, die bestehende Service-Qualität aufrecht zu erhalten und zukünftig sogar auszubauen“, erklärt Eva Renner.

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