Innenstadt

Chocolaterie für die Kirchstraße

Marie Rohleder mit Freundin Julia Romano in der Kirchstraße. In dem Haus, in dem die Chocolaterie öffnen soll, hat Julia Romano noch ihren Frisörsalon. Im kommenden Jahr wird sie ihr Handwerk als fahrendes Gewerbe betreiben. 

Marie Rohleder mit Freundin Julia Romano in der Kirchstraße. In dem Haus, in dem die Chocolaterie öffnen soll, hat Julia Romano noch ihren Frisörsalon. Im kommenden Jahr wird sie ihr Handwerk als fahrendes Gewerbe betreiben. 

Foto: WP

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Schwelm. Die Kirchstraße in Schwelm entwickelt sich zu einem Juwel für die Innenstadt. In den letzten Jahren wurden dort Denkmäler saniert und sehr erfolgreich kleine Geschäfte angesiedelt. Jetzt macht sich ein weiterer Investor auf, um aus einem schlichten alten Haus ein schmuckes Einzelhandelsgeschäft zu entwickeln.

Marie und Stefan Rohleder planen im Haus Kirchstraße 12 eine Chocolaterie samt Café. Ein Angebot, das es so im näheren und weiteren Umfeld noch nicht gibt, wie Marie Rohleder sagt. Im Juli dieses Jahres hatten Marie und Stefan Rohleder das Haus gekauft. Zur Zeit ist ein Sachverständiger gerade dabei, zu klären, ob es ein Neubau wird, oder die Bestandsimmobilien saniert werden kann. Hilfreich dabei ist, dass man wahrscheinlich vergessen hat, dieses circa 300 Jahre alte Gebäude, wie damals mit den Gebäuden in der Nachbarschaft geschehen, zu einem Denkmal zu erklären. Ein Investor gewinnt dadurch mehr Freiheiten bei der Entwicklung der Immobilie. „Das Haus wird genauso wieder aufgebaut, wie es heute dasteht – nur schöner“, verspricht Marie Rohleder.

Im Januar soll der Umbau losgeht. Am Samstag hatten deshalb die neuen Eigentümer Anwohner und Freunde ins Café Rabenschwarz eingeladen, um der Gerüchteküche keine neue Nahrung zu geben und aufklärend zu wirken, wie sie sagt. Im kleinen Kreis stellten sie ihr Projekt vor. Zum Kirchstraßenfest am 21. Mai 2016 will Marie Rohleder zur Baustellenbegehung einladen. Im Herbst soll Eröffnung gefeiert werden.

Den Investoren stehen spannende Monate bevor. Die Renovierung eines alten Gebäudes lässt sich nicht 100-prozentig im Voraus planen. Hinter jeder Wand könnten Überraschungen verborgen sein. Deshalb soll im Januar erst einmal das Fachwerk freigelegt werden. Nur dann lässt sich abschätzen, wie es um die Statik des Gebäudes bestellt ist. Über vier Generationen haben die Vorbesitzer immer wieder an dem Haus herum gebaut. Nun gilt es, die Bausünden der letzten Jahrzehnte zu beseitigen, und aus dem unscheinbaren Gebäude einen Juwel zu schleifen.

Marie Rohleder erfüllt sich mit ihrer Chocolaterie einen Jugendtraum, wie sie sagt. „Mein bester Kunde wird sicherlich Stefan sein“, scherzt sie und spielt auf die Leidenschaft ihres Mannes an, der nicht nur sie, sondern auch Süßspeisen liebt. Sie selbst ist aber dem Süßen auch nicht abgeneigt. „Ich koche und backe leidenschaftlich gerne.“

Die Chocolaterie soll einmal mit einem kleinen Café auftrumpfen können. Neben Schokolade, Pralinen und weiteren süßen Leckereien, können dort gleichzeitig auch die selbstgemachten Köstlichkeiten mit einer Tasse Kaffee oder Kakao genossen werden. Da auch ein Teil des Bürgersteigs vor dem Haus zum Grundstück der Rohleders gehört, wird es dort auch eine kleine Außengastronomie geben. Mit dem Bauamt in Schwelm wurden bereits Vorgespräche geführt. Das Signal aus dem Schwelmer Rathaus: im Grunde genommen sei dieses Gewerbe an dieser Stelle möglich.

Über zwei Jahre lang hat Marie Rohleder eine entsprechende Immobilie gesucht, um ihren Traum verwirklichen zu können. In der Fußgängerzone in der Hauptstraße hatte sie angefragt, in der Kölner Straße, die Adler-Apotheke war zeitweilig ebenso im Gespräch. Deshalb ist sie auch so überglücklich, in der Kirchstraße jetzt ein geeignetes Objekt gefunden zu haben.

Das Café Rabenschwarz ist in direkter Nachbarschaft, ihm soll aber keine direkte Konkurrenz entstehen. „Bei mir wird es Schokolade und Kuchen zu kaufen geben, aber Kaffeebohnen habe ich nicht im Angebot.“ Vielmehr meint Marie Rohleder, dass nicht nur die anliegenden Geschäfte durch die Attraktivitätssteigerung ihres Geschäftes profitieren werden, sondern auch ganz Schwelm von dem neuen Angebot.

Obwohl noch kein Stein umgedreht wurde, steht das Konzept. Neben den Süßspeisen und dem kleinen Café soll es auch ein kleines aber feines Kulturzentrum werden. Die Chocolaterie als Podium für Kunstschaffende. Darüber hinaus möchte sie gerne Seminare anbieten – Schokoladenseminare für Klein und Groß und Whiskyverkostungen gemeinsam mit der Brennerei Habbels. Wer kann da schon Nein sagen.

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