Chor und Orgel in perfektem Einklang

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Schwelm. Hits der Kirchenmusik und unbekannte Werke barg das Programm im Konzert für Chor und Orgel am Sonntag in der Schwelmer Kirche St. Marien. Kreiskantor Ulrich Isfort hatte für seinen gemischten Chor, die Schola Cantorum, Werke ausgewählt, die nicht überforderten und so die Feinarbeit an der Gestaltung möglich machten. Kirchenmusikdirektor Gerhardt Marquardt spielte die Orgel und begleitete zwei neuere Werke am Keyboard.

Gounod-Messe als Zugabe

Die schöne dreimanualige Seifert-Orgel mit 36 Registern hat in Marquardt einen Meister gefunden: Glasklar spielte er das einleitende, gewaltige C-Dur-Präludium von Dietrich Buxtehude (BuxWV 137) mit den bestimmenden Pedal-Parts, der gleichmäßig pendelnden, abwärts gerichteten Fuge und der mitreißenden Ciacona. Passend zum Bach’schen Choralsatz aus der Kantate „Wachet auf, ruft uns die Stimme“ präsentierte der Organist die Choralbearbeitung aus den Schübler-Chorälen mit forschem Spiel.

Schließlich zeigte er in Felix Mendelssohn-Bartholdys dritter A-Dur-Sonate (op.65) wieder, was in der Orgel steckt: Das mächtige Spiel des vollen Instruments im orchestralen „Con moto maestoso“ mit transparenten Fugenlinien und die schönen Registerfarben auch im zauberhaft schlichten „Andante tranquillo“. Aber nicht nur solistisch war Marquardt gefordert – er begleitete auch alle Chorbeiträge souverän.

Neben den immer wieder gern gehörten Werken, wie Mozarts „Ave verum“ oder Bruckners „Locus iste“, hatte Chorleiter Isfort die „Messe brève No. 7 aux chapelles“ in C-Dur von Charles Gounod in den Mittelpunkt gestellt. Die Sängerinnen und Sänger des etwa 30-köpfigen Kammerchores stellten die melodieseligen Messteile mit innigem Gesang vor, konnten im markigen „Kyrie“ oder im jubelnden „Gloria“ auftrumpfen sowie im „Agnus Dei“ eindringlich und im homogenen Klang um Frieden flehen. Auch das „Ubi caritas“, dieses Mal nicht von Duruflé, sondern von der 1961 geborenen Amerikanerin Audrey Snyder und das jazzinspirierte „Jubilate Deo“ von Johannes Matthias Michel sorgten für anteilnehmendes Zuhören.

Die Jazz-Motette forderte zum Mitwippen und Mitswingen geradezu heraus. Begeisterter Applaus führte zur Wiederholung des jubelnden Gloria-Beginns aus der Gounod-Messe als Zugabe.

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