Heimatfest

Dacho Schwelm beauftragt Sicherheitsdienst für Heimatfestzug

„Dachobert“ steht wieder seinen Mann und wirbt an den Einfallstraßen von Schwelm für das Heimatfest in Schwelm.

„Dachobert“ steht wieder seinen Mann und wirbt an den Einfallstraßen von Schwelm für das Heimatfest in Schwelm.

Foto: Bernd Richter / WP

Schwelm.  Die Dacho in Schwelm stellt die Weichen auf freie Fahrt für den Heimatfestzug am 1. September. Kirmes mit 160 Schaustellern ist Rekordbeteiligung.

„Alle Lichtsignale stehen auf Grün, alle Weichen auf freie Fahrt“, verkündete Christiane Sartor auf der letzten Sitzung der Dacho vor dem Heimatfest. Im Berghauser Hof an der Hattinger Straße waren die 13 Obernachbarn bzw. ihre Stellvertreter zusammengekommen, um die letzten Fragen bezüglich des Schwelmer Traditionsfests, das immer um den ersten Sonntag im September stattfindet, zu klären. Als Gäste waren auch Ordnungsamtsleiter Christian Rüth und Feuerwehrchef Matthias Jansen gekommen. Bürgermeisterin Gabriele Grollmann-Mock ließ sich aus terminlichen Gründen entschuldigen.

160 Schausteller auf der Kirmes

„Wir sind immer noch mitten in den Vorbereitungen“, ließ Christian Rüth in seinem Statement zum Stand der Heimatfestkirmes wissen. 160 Schausteller und damit mehr als jemals zuvor werden auf dem Volksfest für Jubel-Trubel-Heiterkeit sorgen.

Durch eine Umorganisation habe man mehr Stellfläche auf dem Wilhelmplatz schaffen können. Die sonst im oberen Bereich zu findenden Wohnwagen mussten weichen. „Dadurch gibt es zwei Schaugeschäfte mehr, die wir unterbringen konnten", so der Kirmesorganisator, der mit zwei weiteren Platzmeistern Ansprechpartner für die Schausteller ist. „Wir haben wieder eine recht nette Mischung zusammengestellt und hoffen, dass uns nicht noch jemand kurzfristig von der Stange springt.“

Keine Angst müssen die Heimatfestbesucher haben, dass wegen des Großbrands in der Kölner Straße der beliebte Treff nach dem Kirmesbummel in der Oberstadt ausfallen muss. „Das Ruinengrundstück wird abgesichert, damit dort nichts passieren kann“, verspricht Rüth den Kirmesfreunden aus nah und fern.

Auch das Abschlussfeuerwerk wird stattfinden und erneut vom Dach der Sparkasse am Bürgerplatz abgeschossen werden, bekräftigte der Ordnungsamtsleiter. Das Feuerwerk wird von den Schaustellern bezahlt und ist von der Stadt bereits vor geraumer Zeit in Auftrag gegeben worden. „Wir sind daran vertraglich gebunden“, sagt Rüth. In den letzten Tagen sei wegen des Brandes immer wieder mal ins Gespräch gebracht worden, auf den Lichterzauber am Himmel zu verzichten, stattdessen das Geld lieber den Brandgeschädigten zur Verfügung zu stellen.

Feuerwehrchef Matthias Jansen nutzte vor dem Hintergrund des Großbrands die Gelegenheit, die versammelten Nachbarschaften für das Thema Brandschutz im Zug zu sensibilisieren: bei einem Brandereignis besonnen reagieren, den Anweisungen von Polizei und Feuerwehr Folge leisten und sich besonnen und ruhig aus den Gefahrenbereich begeben. Sein ganz besonderer Tipp an die Nachbarschaften für den Heimatfestzug: „Immer einen Handfeuerlöscher auf den Wagen mitführen.“ Viele Nachbarschaften führten Notstromaggregate auf ihren Wagen und Benzin zum Nachfüllen mit. Das sei leicht entzündbar.

Zu einer kurzen Diskussion führte der von Heike Phillip an die Dacho herangetragene Wunsch, die Stadt Schwelm als ausgewiesene Fairtrade-Town im Zug mit einem eigenen Wagen - außerhalb der Wertung - vorzustellen. Fairtrade-Town können Kommunen werden, wenn sie nachweislich fünf Kriterien erfüllen, die das Engagement für den fairen Handel auf verschiedenen Ebenen einer Kommune betreffen. Dazu gehört auch das Bekenntnis gegen Kinderarbeit und zum Umweltschutz. „Zu politisch für uns, es ist kein Beitrag, der ins Heimatfest passt“, begründete Christiane Sartor die Ablehnung dieser Bitte durch die Dacho.

Volksfeste und Lärm: Seit dem Verbot der „Tanz in den Mai“-Veranstaltung der Feuerwehr Külchen ist das ein Thema, das auch die Schwelmer Nachbarschaften bewegt. Die Nachbarn wollten wissen, ob es denn eine Lautstärkenbegrenzung im Heimatfestzug gebe. Christian Rüth konnte die Anwesenden beruhigen: „Ich bin seit 14 Jahren in der Verantwortung und ich kann mich an keine einzige Beschwerde erinnern, die sich auf den Umzug bezog. Wir beabsichtigen, keine besonderen Vorgaben zu machen.“ Spitzenwerte von 90 dB/A seien zulässig. „Über das Heimatfest beginnt die Nachtruhe um 24 Uhr. Bis spätestens 23 Uhr wird auf der Kirmes die Lautstärke der Musik reduziert.“

Besonders eng in der Kirchstraße

Apropos Sicherheit im Zug: Da geht die Dacho in diesem Jahr neue Wege. Insgesamt neun Mitarbeiter eines externen Sicherheitsdienstes werden für mehr Sicherheit im Zug am Sonntag sorgen. Fünf Kräfte werden im Zug selbst mitmarschieren und vier weitere in der Kirchstraße für Sicherheit sorgen. Festzugleiter Jörg Brandenburg verspricht sich von dieser Maßnahme auch „noch weniger Lücken als sonst im Zug“. Diesen Aufwand lässt sich die Dacho rund 3000 Euro extra kosten. Zusätzlich wird wieder Flatterband die Menschen in der Kirchstraße zurückhalten und die dort sonst übliche Bestuhlung wird während des Zugs weggeräumt. „Das ist die engste Stelle, die wir im Zug haben“, begründet Christian Rüth die Maßnahme.

Jedermann ist willkommen

Am Freitag, 16. August, lädt die Nachbarschaft Oehde zum traditionellen historischen Stadtrundgang ein. Treffen ist um 18 Uhr auf dem Parkplatz der Firma Raco an der Jesinghauser Straße. Obernachbarin Regina Thofondern verspricht einen rund zweieinhalbstündigen, informativen Rundgang. Für Speisen und Getränke ist gesorgt.

Es gibt noch Karten für den Heimatfestabend der Dacho am Freitag, 23. August, um 19.30 Uhr in der Eventhalle Erkilic an der Eisenwerkstraße. Karten gibt es zum Preis von 15 Euro im Vorverkauf bei Radio Kalthoff, beim Prüfdienst in der Eisenwerkstraße und an der Abendkasse.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben