Im Gespräch - Interview

Darum mag Caritasdirektor Dominik Spanke die Stadt Schwelm

Caritasdirektor Dominik Spanke schaut im Interview der Woche auf zehn Jahre Verbandsarbeit zurück und sieht in der Digitalisierung die Herausforderung für die kommenden Jahre.

Caritasdirektor Dominik Spanke schaut im Interview der Woche auf zehn Jahre Verbandsarbeit zurück und sieht in der Digitalisierung die Herausforderung für die kommenden Jahre.

Foto: Stefan Scherer / Stefan Scherer / WP

Schwelm/Ennepe-Ruhr.  Dominik Spanke mag die Menschen. Privat engagiert er sich bei der Feuerwehr. Als Caritasdirektor EN hat er auch beruflich die Menschen im Blick.

Dominik Spanke ist seit 10 Jahren Direktor der Caritas Ennepe-Ruhr. Sein Vorgänger war Friedhelm Jansen, der bereits bis zur Fusion mit Schwelm 1999 den Caritasverband Hattingen leitete. In Schwelm waren Herr Groß und Michael Nieder zuvor als Caritasdirektoren tätig. Seit 1983 ist Dominik Spanke also der vierte Caritasdirektor. Ein Rück- und Ausblick auf Arbeit und Aufgaben gestern und heute im Samstagsinterview. Wie hat sich die Arbeit für den Verband in den letzten zehn Jahren verändert hat, welche Herausforderungen es gab und gibt und wie sieht er die Zukunft?

Der Titel Caritasdirektor hört sich gut an. Doch kaum jemand weiß, was Sie wirklich machen. Für wie viele Mitarbeiter sind Sie der Chef?

Dominik Spanke: Aktuell beschäftigt die Caritas im Südkreis 26 Mitarbeiter, mit Sprockhövel und Hattingen sind es insgesamt 80.

Für welche Städte sind Sie zuständig?

Die Caritas Ennepe-Ruhr ist für den Südkreis, Hattingen und Sprockhövel sowie die südlichen Stadtteile von Wetter und Witten da. In den anderen Städten engagiert sich der Caritasverband Witten.

Was verbinden Sie mit der Stadt Schwelm?

Kurze Wege und eine intensive Zusammenarbeit zwischen Beratungsstellen, Jugendhilfeträgern und der Verwaltung.

Wie haben sich Ihre Aufgaben in den vergangenen zehn Jahren geändert? Wurden Schwerpunkte verschoben?

Zuerst war der Blick natürlich in den Verband gerichtet, heute arbeiten meine Mitarbeiter und ich noch stärker mit der Stadt und anderen Akteuren zusammen.

Caritas hat mit Menschen zu tun. Wie weit steht der Mensch noch im Mittelpunkt ihres Handelns?

Ob Hilfesuchende oder Mitarbeiter, es gelten immer die vier M: Man muss Menschen mögen!

Vor welchen Herausforderungen sehen Sie die Caritas?

Wir müssen im Ehrenamt noch offener für neue Ideen werden und Aktive in ihren Aktionen unterstützen. Die hauptamtlichen Mitarbeiter müssen an Digitalisierung beteiligt werden, damit Kosten, Motivation und der Nutzen für unsere Klienten im Blick sind.

Was würden Sie der Politik gerne ins Stammbuch schreiben?

Wenn Beschäftigte in der sozialen Arbeit nach Tarif bezahlt werden, muss das auch finanziert werden. Ein soziales Miteinander lebt von Abstimmung und Austausch, nicht von Ausschreibungen.

Was schätzen Sie an Ihrem Beruf ganz besonders, was weniger?

In der Vielfalt zwischen Sozialausschuss, Mitarbeitergespräch, Verwaltungskram und defekten Toiletten den Menschen nicht aus dem Blick zu verlieren, reizt mich. Regelungswut und Bürokratismus bremsen jedoch manchmal.

Wenn Sie einen Wunsch in Ihrem Beruf frei hätten, wie lautete der?

Wir kommen ohne Lockdown durch den Winter.

Sie haben Betriebswirtschaft studiert. Wie passt das zusammen mit den Aufgaben der Caritas?

Gewinn ist nicht das Ziel der Caritas, aber ein notwendiges Mittel. Unsere Autos fahren ja nicht mit Weihwasser, und Mitarbeiter brauchen ein sicheres Gehalt.

Wenn es die Caritas nicht mehr gäbe, was würde das für die Gesellschaft bedeuten?

Die Caritas bündelt den Einsatz der katholischen Kirche für den Nächsten. Ehren- und hauptamtliche Angebote würden wegfallen. Die Kirchensteuern ermöglichen uns Angebote wie Kleiderkammern oder den Tafelladen aufrecht zu erhalten.

Was unterscheidet die Caritas von anderen Hilfseinrichtungen und Beratungsstellen?

Für uns sind alle Menschen Geschwister. Dieses christliche Menschenbild ist unsere besondere Motivation und der Dreh- und Angelpunkt unserer Arbeit.

Bitte den Satz vervollständigen: Der Beruf des Caritasdirektors ist für mich …

… mal Herausforderung, meist Berufung.

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