Friedensgebet

Das Miteinander der Religionen betont

Gemeinsam singen Christen und Muslime und beten für den Frieden „in unserer Stadt, unserem Land und in unserer Welt“.

Foto: Angelika Trapp

Gemeinsam singen Christen und Muslime und beten für den Frieden „in unserer Stadt, unserem Land und in unserer Welt“. Foto: Angelika Trapp

Ennepetal.   Arbeitskreis Christen und Muslime veranstaltet Ennepetaler Friedensgebet. Viele Bürger nehmen teil

Das Foyer des Hauses Ennepetal war am Dienstag ein ganz besonderer Ort. „Es ist für mich von großer Bedeutung, dass heute Abend Menschen hierhin gekommen sind, die die Begegnung suchen, sich mit ihrer Anwesenheit gegen Ausgrenzung stellen und so ihren gegenseitigen Respekt zeigen, um für ein Miteinander in Frieden einzutreten“, sagte Bürgermeisterin Imke Heymann. „Salem Aleikum – Friede sei mit Dir. Christen und Muslime beten für den Frieden in unserer Stadt, unserem Land und in unserer Welt“, hieß es auf dem Flyer, der in allen Ecken der Stadt verteilt wurde. „Meine Erwartungen wurden übertroffen“, so Michael Schmidt vom Arbeitskreis Christen und Muslime, der zum ersten Ennepetaler Friedensgebet ins Foyer des Hauses Ennepetal eingeladen hatte.

Gebete, Lieder und Lesungen

Anlass für die Veranstaltung war der Aufruf zum Frieden im Allgemeinen, für das friedliche Miteinander in unserer Stadt, auch angetrieben von der gemeinsamen Sorge über das Auseinanderdriften in unserer Gesellschaft. Etwa 90 Ennepetaler Christen und Muslime waren gekommen, um mit Gebetstexten, Bekenntnissen, Liedern und Lesungen ihrer jeweiligen Tradition für den Frieden zu beten.

Musikalisch stimmten Waldemar Kowalski (Saxophon) und Michael Steffens (Keyboard) auf das Friedensgebet ein. Der Geschäftsführer des Integrationsrates, Mitorganisator der Veranstaltung und Moderator Michael Schmidt begrüßte mit Unterstützung von Hatice Birgül vom Bildungs- und Kulturverein die Besucher.

In ihrem Grußwort sagte Bürgermeisterin Imke Heymann: „In den letzten Jahren hat sich in unserem Land und in unserer Stadt viel verändert. Menschen aus anderen Ländern mit anderen Kulturen und anderen Religionen sind zu uns gekommen, weil sie unseren Schutz suchen, da in ihren Heimatländern Krieg herrscht.“ Das habe nicht nur positive Folgen für die Entwicklung Deutschlands. „Die gesellschaftliche Entwicklung in unserem Land bietet Anlass zur Sorge. Das hat sich nicht zuletzt kürzlich bei den Wahlen zum Deutschen Bundestag gezeigt.“ Heymann zitierte den französischen Philosophen Voltaire: „Nur eine Religion, die alle anderen duldet und so deren Wohlwollen würdig ist, kann aus der Menschheit ein Volk von Brüdern machen“.

Grußworte sprachen auch Michael Steffens sowie Ishak Kilic vom Islamischen Bildungs- und Kulturverein Ennepetal. Letzterer trug das Grußwort in türkischer Sprache vor. Kilic habe sich mit großem Einsatz um die Übersetzungen ins Türkische gekümmert, bemerkte Michael Schmidt. Um die Übersetzungen in die arabische Sprache hatte sich Ursula Schmutz gekümmert.

Begegnungsaktion

An einer Begegnungsaktion „Friede ist für mich...“ – „Frieden kann werden, wenn ich...“ nahmen alle Besucher teil; Aussagen Einzelner las Hatice Birgül vor. Erghün Ertan sang anschließend Lieder aus dem islamischen Kulturkreis. Und dann gab es ein Lied zum Mitsingen, „.Dass Friede werde unter uns“.

Der aus Syrien kommende Adrian Hemmadeh spielte auf der Saz, einer Langhalslaute, die im Mittleren und Nahen Osten verbreitet ist. Die ebenfalls aus Syrien stammende Rukaya Issa stand für ein Interview mit Michael Schmidt zur Verfügung. Sie betonte, dass für sie Frieden bedeute, in guter Nachbarschaft ohne Gewalt leben zu können. „Ich mag Deutschland“, so Issa. Auf die Frage Schmidts, ob es in Ennepetal Probleme bezüglich Kopftuch-Tragen gebe, meinte sie: „Nie erlebt.“ Und schon wurde der Kanon „Wo die Liebe wohnt“ angestimmt.

Die Lesungen erfolgten durch Mesut Arkac, Imam des Bildungs- und Kulturvereins sowie durch Diakon Michael Nieder, der einen Bibeltext aus dem Matthäusevangelium las. Es folgten das islamische Bittgebet und das christliche Fürbittgebet sowie das Glaubensbekenntnis – das Islamische sowie das Christliche. „Komm, Herr, segne uns“ erklang es zum Abschluss.

Alle Darbietungen und Vorträge fanden den Konsens, dass Frieden sich nicht von selbst einstelle, sondern Glauben, Tatkraft und Zuversicht voraussetze.

Im Anschluss waren die Besucher zum Verweilen eingeladen, um sich bei einem kleine Abendimbiss – „es ist fast ein Nachtimbiss“, so Michael Schmidt schmunzelnd – auszutauschen und sich besser kennenzulernen.

Z Die gut besuchte Veranstaltung zeigt, dass Frieden für uns alle das Wichtigste ist.

Z Das heutige Friedensgebet ist das Resultat des Engagements des Arbeitskreises Christen und Muslime.

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