Corona-Tagebuch

Das war ein tiefer Stich ins Kirmesherz

Markus Loetz während der Kirmes 2019.

Markus Loetz während der Kirmes 2019.

Foto: Bernd Richter

Im Corona-Tagebuch wollen wir die Coronakrise ganz nah aus der Sicht der Betroffenen beleuchten. Heute berichtet Markus Loetz.

Im Januar begann das neue Kirmesjahr 2020. Voller Vorfreude auf das, was uns erwarten würde, bereiteten mein Team vom Vorstand des Kirmesvereins und ich uns auf die Monatsversammlungen vor und stellten alle Weichen für die schrägste Kirmes in Europa.


Nachdem wir im Februar noch an der einen oder anderen karnevalistischen Veranstaltung teilnehmen durften, trudelten schon die ersten Absagen für die Veranstaltungen ein, die im März stattfinden sollten. So langsam stellte ich fest, dass sich die Situation und, wie ich damals glaubte, die Grippewelle als störend für weitere Kirmesvorbereitungen erweisen könnten. Relativ schnell wurde klar, es handelte sich um eine Pandemie und der Name Covid-19 machte immer weiter die Runde.


Die ersten Einschränkungen für die Bevölkerung waren da und man musste so langsam aber sicher eine Entscheidung treffen, ob der Motivwagenbau der zwölf Kirmesgruppen für den beliebten Kirmeszug wie geplant starten kann oder nicht.


Damals bin ich nicht davon ausgegangen, welche Entscheidung wir treffen mussten. Gemeinsam mit dem Bürgermeister und Andreas Alexius mussten wir vom Kirmesverein den Countdown zur schrägsten Kirmes bei 71 Tagen, 3 Stunden und 21 Minuten anhalten. Das war, nicht nur für mich, denke ich, ein tiefer Stich ins Kirmesherz.



Aber auch aus dieser Situation konnte ich im Nachhinein etwas Positives gewinnen. Die Art und Weise wie wir, zusammen mit den vielen Kirmesfreunden aus nah und fern, die Kirmes im Herzen gefeiert haben, mit dem virtuellen Anblasen an der Kirmesmauer, mit der Lichtshow am Kirmesdienstag und mit der Spendenübergabe an die Schausteller, hat mir gezeigt, dass der Kirmesvirus stärker ist als jede Pandemie.


Wir sehen uns wieder.

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