Gevelsberger Schulen

Das „Wir“-Gefühl ist am Strückerberg schon draußen zu sehen

„Wir“-Gefühl ist am Strückerberg

Kunstwerk aus Mosaiksteinchen an Grundschule enthüllt.
Mi, 27.09.2017, 19.31 Uhr

„Wir“-Gefühl ist am Strückerberg

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Gevelsberg.   Demokratie an der Grundschule. Die Strückerberger gingen in Gevelsberg mit einem guten Beispiel voran, meint Bürgermeister Claus Jacobi.

„Heute geschieht etwas, das es an unserer Schule noch nie gegeben hat. Und deshalb sind wir ganz, ganz lange schon ganz aufgeregt“, eröffnete Martina Zerr, Leiterin der Grundschule Strückerberg eine große Feierstunde für kleine Demokraten. Enthüllt wurde nämlich ein Kunstwerk aus Mosaiksteinchen, die die Mädchen und Jungen bunt bemalt hatten. Der Künstler Fritz Pietz aus Dülmen hat sie dann mit den Kindern zu einem „WIR“ zusammengefügt, das nun an der Fassade der Schule nicht zu übersehen ist.

Die Kinder singen es

Grundschule am Strückerberg

Schüler singen in der Grundschule am Strückerberg
Grundschule am Strückerberg

Wofür das „Wir“ steht? Die Schüler singen es in ihrem Strückerberger Song: „Jedes Kind braucht ein Haus, braucht ein Dach über dem Kopf, braucht ein Bett für die Nacht, einen Engel der’s bewacht. Und das gilt für dich und mich, Strückis hier aus jedem Land, gilt für sie und ihn und uns, steht zusammen Hand in Hand“, heißt es unter anderem darin.

„Kinderrechte – Demokratie zum Anfassen“, unter diesem Motto stand die Projektwoche am Strückerberg. Auch einige Lehrer an der Strückerberger Schule hatten bei den ersten Planungen Zweifel, ob das Thema Demokratie für Grundschüler nicht zu schwer sei, es überhaupt vermittelt werden kann. Trotz der Bedenken von einigen Erwachsenen stellte sich das Bundesprogramm „Demokratie leben“ hinter das Projekt, sagten der Gevelsberger Kinderschutzbund und die Stadt selbst Unterstützung zu.

Parlament gewählt

Die Kinder wählten ein Parlament, das bei der Feierstunden für das „Wir“ sogar eine Rede hielt. Sie besuchten den Bürgermeister im Rathaus und haben einen Film über Gleichaltrige gesehen, die jeden Tag mehr als 20 Kilometer zur Schule gehen müssen, um lernen zu dürfen.

Später kommen auch Pflichten

Zusammen mit Barbara Lützenbürger vom Kinderschutzbund wurden bunte Karten an die Passanten in der Gevelsberger Innenstadt verteilt, auf denen ihre Rechte beschrieben werden. Die kennen die Mädchen und Jungen genau. Bei der Feier kamen sie wie aus der Pistole geschossen: „Schönes Zuhause“, „Privatsphäre“, „Bildung“, „Freizeit“, „Ernährung“...

Nur, als Bürgermeister Claus Jacobi auch die Pflichten ansprach, die es später als Erwachsener zu übernehmen gelte, zeigten sich leichte Wissenslücken: „Pflichten, was ist das?“ Das sei, so Jacobi, wenn jemand Hilfe brauche, ihm auch Hilfe zu geben. Oder, wie die Kinder im Strückerberger Schulsong singen: „Jedes Kind braucht ein Herz, einen Menschen, der es liebt, der es schützt und versorgt und ihm seine Nähe gibt.“

„Das beeindruckt mich sehr“, meinte Bürgermeister Jacobi in seiner Festansprache zur Projektwoche. Die Schüler hätten erkannt, dass alle Menschen zusammenhalten müssten: „Und ihr benehmt euch auch so.“ Das sei nicht selbstverständlich. Die letzte Bundestagswahl habe bewiesen, dass es wieder viele Menschen gibt, die andere nicht an allem teilhaben lassen wollten, spielte der SPD-Politiker auf das hohe Ergebnis für die AfD auch in Gevelsberg an.

Dann wurde angestoßen, „wie es sich bei der Enthüllung eines Kunstwerks gehört“, so die Schulleiterin Martina Zerr. Für die Erwachsenen gab es Sekt und Orangensaft, für die Mädchen und Jungen Negerküsse. Schließlich der feierliche Augenblick. Die Folie über dem „Wir“ verschwindet, die Kinder jubeln. „Jeder von euch kann später einmal sagen, dazu habe ich meinen Teil beigetragen.“

Aber, vielleicht ist es wichtiger, hinter das „Wir“ zu blicken. Da liegen die Klassenzimmer. Und damit noch einmal zurück zum Strückerberger Schulsong: „Jedes Kind braucht den Halt, wenn ihm etwas widerfährt, Freunde, die es versteh’n, jemand, der es lesen lehrt“.

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