Die Ansätze zur Emanzipation waren nur schwach

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Die Ansätze zur Emanzipation, so Heike Rudolph, waren nur schwach ausgebildet und führten in der Regel über Bildung. Es brauchte liberale Elternhäuser, die auch Töchter förderten. So hat das 18. Jahrhundert mit Katharina der Großen und Maria Theresia nicht nur lang regierende Herrscherinnen hervorgebracht; sondern mit Dorothea Christiane Erxleben auch die erste promovierte Ärztin Deutschlands und mit Caroline Lucretia Herschel eine erfolgreiche Astronomin.

„Während bis zur Romantik in allen Schichten der Bevölkerung die Ehe überwiegend als Zweckgemeinschaft angesehen wurde, entwickelte sich seitdem die Liebesheirat zum Ideal des Bürgertums“, führte Jörn Peter Schröder aus. „Diese Rollenmuster brachen erst im 20. Jahrhundert auf.“

Mehrmals Gesetzte geändert

Mehrmals seien die Gesetze der geänderten gesellschaftlichen Situation angepasst worden. Allerdings habe der Ehemann noch bis Ende 1958 den Anstellungsvertrag seiner Ehefrau ohne deren Zustimmung fristlos kündigen können.

Beide Abende ließen die Gäste der Reihe nicht unberührt. Man spürt die Zwiespältigkeit der historischen Geschlechterbilder bis auf den heutigen Tag. Genossen Männer klare Vorteile in Bildung, Beruf, Wirken und Standeswert, so waren sie doch auch eingezwängt in ein Korsett aus Pflichterfüllung und Staatstreue bis hin zum Waffendienst. Das früh geprägte Frauenbild hat Frauen einen sicheren Platz gegeben, sie aber im Denken, Fühlen und Handeln nicht zu sich selbst kommen lassen. Gleichberechtigung hat sich inzwischen Wege gebahnt, ist aber bis heute nicht zufriedenstellend erreicht.

Vorschlag zur Pflichtlektüre

Herbert Grönemeyers „Wann ist der Mann ein Mann“ erzählt selbstironisch vom mühevoll-sturen Festhalten an überlebten Prägungen. Silvia Bovenschens Buch „Die imaginierte Weiblichkeit“ und Klaus Theweleits „Männerphantasien“ sollten Pflichtlektüre werden. Und ist es nicht auch eine gute Botschaft für Männer, wenn Céline Dion singt „Hand over my heart I’ll find my way”.

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